House of None – wenn man nicht weiß was Atheismus ist

© KuehnMalvezzi
Ein Haus für den einen Gott – in der Welthauptstadt des Atheismus denkt man nicht nur beim Flughafen und bei Olympia überdimensioniert.


Von Alexander Görlach|The European

Im Herzen Berlins, an einer Stelle, auf der früher mal die Sankt Petri Kirche stand, soll ein Tempel der monotheistischen Religionen errichtet werden, das „House of One“. In guter lessingscher Tradition folgt man in der aufgeklärten Stadt der Preußen der Idee, dass Religion der sittlichen und moralischen Bildung diene und nicht der dogmatischen Haarspalterei. Das macht das neue Projekt so sachlich und so erfrischend zugleich. Die evangelische Kirche fühlt sich aufgrund ihrer überkommenen Rolle der preußischen Kirche dazu ermutigt, zu diesem Projekt aufzurufen und einzuladen. Die Juden sind mit Begeisterung dabei. Nur bei den Muslimen ist es bislang noch schwierig.

Gemeinsam mit den anderen? Die Umfragen zeigen, dass die Mehrheit der Muslime ihre Religion als den anderen überlegen sieht. Das ist nicht nur Hoffart angesichts der Tatsache, dass wir über Gott letztendlich nicht Bescheid wissen können, sondern Zunder in unserer Gesellschaft, der bereits schwelt. Denn wenn ich meine Identität mittels meiner Religion stärke und mich mit ihr über meine Mitmenschen erhebe, dann werde ich niemals vollends Regeln akzeptieren können, die nicht von meiner Religion zumindest nicht missbilligt werden. Nun, Umfragen. Es kommt darauf an, wie gefragt wird. Und eine Antwort auf diese Frage schließt eine gegenläufige Antwort auf eine andere Frage nicht aus.

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Deutsches Gericht verbietet muslimische Feier am Karfreitag

Jeder ein Kreuz.
Jeder ein Kreuz.
Das nordrhein-westfälische Oberverwaltungsgericht (OVG) hat eine muslimische Beschneidungsfeier am Karfreitag in Köln untersagt. Es bestätigte damit eine Entscheidung des Verwaltungsgerichtes Köln und eine Verfügung der Stadt Köln. Die in Köln geplante Feier mit mindestens 400 Gästen in einer Gaststätte sehe neben Koranlesungen Musik, Tanz und ein Festessen vor und habe damit auch unterhaltenden Charakter, heißt es im am Dienstag in Münster veröffentlichten OVG-Beschluss. Deshalb sei die Feier nach dem Landesfeiertagsgesetz nicht zulässig. Dieses schütze den christlichen Karfreitag als stillen Feiertag und Tag der Trauer. Ähnliche Gesetze gelten in zahlreichen anderen deutschen Bundesländern.


kathweb

Wie schon das Verwaltungsgericht, so verneinte auch das Oberverwaltungsgericht die Frage, ob sich in dem Fall ein Konflikt mit der Freiheit der Religionsausübung ergebe. Die Richter wiesen darauf hin, dass Beschneidungsfeiern im islamischen Kulturkreis nicht an einen Kalendertag gebunden seien und deshalb nicht gerade am Karfreitag stattfinden müssten. Überdies erfolge die eigentliche Beschneidung oft vor dem Fest. Die Vermietung der Gaststätte erfolge aus gewerblichen und nicht aus religiösen Gründen. Der Beschluss des 4. Senats des OVG ist nach den Angaben unanfechtbar.

Dodo Müller: Der Glaube darf nicht verwässert werden

Gerhard L. Müller links im Bild
Gerhard L. Müller links im Bild
Präfekt der Glaubenskongregation: Die Kirche darf den Menschen den Glauben nicht «verwässert anbieten» – Dies gelte beispielsweise auch für Zölibat, Lockerung der kirchlichen Sexualmoral, Sonntagspflicht


kath.net

Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller hat sich nachdrücklich gegen ein Christentum in Lightversion ausgesprochen. «Wer Zweifel hat am ewigen Leben, dem kann die Kirche nicht einfach sagen: Egal, so wichtig ist das auch nicht, Hauptsache, du tust manchmal etwas Gutes», sagte er der in Düsseldorf erscheinenden «Rheinischen Post» (Dienstag). Auch müsse jeder Katholik sonntags zur Messe gehen, sagte der Präfekt der Vatikanischen Glaubenskongregation. «Das ist unsere Agenda und nicht etwa ein Christentum zu herabgesetzten Preisen.»

Die Kirche dürfe den Menschen den Glauben nicht «verwässert anbieten» oder dem «säkularistischen Zeitgeist» einfach «Leine geben», mahnte der oberste Glaubenswächter der Kirche. Ebenso gebe es keine plausiblen Argumente gegen die Ehelosigkeit von Priestern. «Der Zölibat beruht auf einer langen Tradition», so der Kardinal. Es bestehe eine besondere Nähe zwischen dem Priestertum und dieser Lebensform. Auch Jesus habe zölibatär gelebt. «Ich erkenne keine wesentlichen guten Gründe, warum die Kirche von dieser Tradition Abschied nehmen sollte», so der frühere Regensburger Bischof.

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Kirche begrüßt Vorschlag zum Werteunterricht in Luxemburg

Themenbild.Bild: katholisches.info
Themenbild.Bild: katholisches.info
Die katholische Kirche in Luxemburg hat einen Vorschlag der Regierung für den geplanten Werteunterricht begrüßt. Es sei gut, dass in dem Papier auf das Erbe jüdischer und christlicher Religionen sowie des philosophischen Humanismus verwiesen werde, heißt es in der am Montagabend veröffentlichten Stellungnahme der Kirche. Der Bezug zur Geschichte und Kultur sei unabdingbar.


kathweb

Die Kirche begrüßte zudem einen „schülerzentrierten und lebensweltlichen Ansatz des künftigen Faches“ sowie die Wissensvermittlung aus dem Bereich der Religionen. Schüler bräuchten „eine Einführung in die lebendigen Denk- und Lebenswelten der Religionen, die sowohl ihre lebensfördernden als auch ihre gefährlichen Potenziale darstellt“, heißt es.

Die luxemburgische Regierung hatte am Montag ein Rahmenpapier zum neuen Schulfach „Leben und Gesellschaft“, dem sogenannten Werteunterricht, vorgestellt. Dieser soll zukünftig den Religionsunterricht ersetzen.

Luxemburg will in den kommenden 20 Jahren eine schrittweise Trennung von Staat und Kirche vornehmen und damit das Staat-Kirchen-Verhältnis in dem traditionell katholischen Großherzogtum neu regeln.

150 Parlamentarier sorgen sich um Bluttest auf Down-Syndrom

Schema des Genoms bei freier Trisomie 21. Bild: wikimedia.org/PD
Parlamentarier aus allen Fraktion befürchten steigenden Druck, Trisomie 21-Kinder abzutreiben – Hüppe: „Die Praxis, dass Kinder mit Behinderung unter der medizinischen Indikation bis zur Geburt abgetrieben werden, hat mit Inklusion nichts zu tun.“


kath.net

Der Bluttest zur vorgeburtlichen Feststellung des Down-Syndroms (Trisomie 21) bereitet 150 Abgeordneten aus allen vier Fraktionen im Deutschen Bundestag Sorgen: Sie haben eine 18 Fragen umfassende „Kleine Anfrage“ an die Bundesregierung gestellt. Hintergrund sind die Beratungen des Gemeinsamen Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen über eine Erprobung des Bluttests. Ergebnis könnte seine Aufnahme in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen sein. Dann würden sie die Kosten erstatten. Aktuell wird diese Blutuntersuchung auf freiwilliger Basis durchgeführt. Der Preis liegt bei mindestens 485 Euro. Die Abgeordneten befürchten, dass die Möglichkeit, sehr früh und „risikoarm“ zu testen, auch die gesellschaftliche Erwartung erzeugen könnte, dieses Angebot zu nutzen. Damit erhöhe sich der Druck, ein „perfektes“ Kind zu gebären. Eltern könnten bei einer Entscheidung für ein behindertes Kind künftig immer mehr in Erklärungsnot geraten. Verwiesen wird auf Dänemark. Dort werde der Bluttest seit 2005 allen Schwangeren angeboten. Seitdem habe sich die Zahl der mit Down-Syndrom geborenen Kinder halbiert. Die Abgeordneten wollen unter anderem wissen, wie sich die Zahl der mit Trisomie 21 lebend geborenen Kinder in Deutschland während der vergangenen 15 Jahre entwickelt hat und worin der medizinische Zweck der Blutuntersuchung bestehe. Nach eigenen Angaben handelt es sich seit der Deutschen Einheit 1990 um die erste Kleine Anfrage, die von allen Bundestagsfraktionen getragen wird.

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Keine Waldmeister-Limo für Schwule

Oft müssen Schwule als vermeintliche Trendsetter für neue Partygetränke herhalten – jetzt gibt es mal eine Brause nur für Heteros Bild: Werbefoto TMW Kern GbR
Zwei Zwillingsbrüder aus dem Allgäu wollen ihr neues Erfrischungsgetränk „Phantasia“ nicht an Gay-Bars verkaufen.


QUEER.DE

Zu Update springen: Volker Beck schaltet Antidiskriminierungsstelle ein

Geschäft ist Geschäft, sollte man denken – nicht jedoch für die TMW Kern GbR aus Füssen im Allgäu. Das junge Erfrischungsgetränke-Unternehmen der beiden Brüder Thomas und Markus Kern will seine neue Waldmeister-Brause „Phantasia“ nicht an Schwule verkaufen. „Homosexuelle gehören leider nicht in unsere Zielgruppe“, stellte Geschäftsführer Markus Kern in einer E-Mail klar.

Bei der Akquise war der Limo-Hersteller noch nicht so wählerisch. So bekam etwa auch die „Boots Westernbar“ in Stuttgart ein unangefordertes Angebot. Thomas Drewitz, Inhaber der beliebten Schwulen- und Lederkneipe, zeigte sich angetan, sah eine mögliche Alternative zur Apfelschorle und forderte „zu Testzwecken einen Karton à 24 Dosen“ an. Außerdem schrieb er: „Bitte legen Sie ca. 20 Pappaufsteller dem Paket bei, damit wir gut die Werbetrommel für Ihr Produkt rühren können!“

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Sterbehilfe: Meinungen von Kirche und Gesellschaft gehen auseinander

Bild: letzte-hilfe.de
Bild: letzte-hilfe.de
Bei der Diskussion um die Sterbehilfe prallen weltliche und christliche Wertesysteme aufeinander. Die Kirche positioniert sich deutlich dagegen.


Von Stefanie Schoene|Augsburger Allgemeine

Ignatz Meszaros ist fest im Glauben verwurzelt, seine Haltung zur Selbsttötung klar: „Meine Frau ist seit sechs Jahren sehr schwer krank. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieses Leben ausgelöscht wird. Gott hat es ihr geschenkt, es zu nehmen, wäre gegen seinen Plan.“ Von der Informationsveranstaltung „Sterben nach Plan?“ des Diözesanrats der Katholiken erhofft er sich eine klare Stellungnahme der Kirche zu Freitod und Sterbehilfe.

Die Beihilfe zur Selbsttötung – also das Gift besorgen – ist bisher eine straffreie Form der Sterbehilfe, weil die Haupttat, der Suizid, nicht strafbar ist. Voraussetzung: Der Sterbewillige muss die Kontrolle haben, also das Gift selbst einnehmen. Die Helfer riskieren auch nicht mehr, wegen unterlassener Hilfeleistung belangt zu werden, weil sie keine Rettung versucht haben. 2010 sprach ein Gericht einen Notarzt von der Rettungsverpflichtung bei einem eindeutig autonomen Freitod frei.

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Juden, Christen, Muslime und der eine Gott

„Apa Abraham“: Das Tafelbild des Bischofs Abraham von Hermonthis aus dem späten 6. Jahrhundert stammt aus einem ägyptischen Kloster nahe Luxor… Foto: Staatliche Museen zu Berlin | Markus Hilbich
Seit Wochen skandieren bundesweit Tausende auf den Straßen, der Islam passe nicht zur „jüdisch-christlichen Tradition“ des Abendlandes. Die Staatlichen Museen zu Berlin steuern nun dagegen – mit einer Ausstellung über das Miteinander der Weltreligionen in der Geschichte. Trotz dieser weltpolitischen Brisanz geht es in der Ausstellung aber nicht vorrangig um die politischen Beziehungen zwischen Juden, Christen und Muslimen. Neben religiösen Themen steht vor allem das alltägliche Miteinander im Fokus. Die Direktorin des Ägyptischen Museums und Papyrussammlung, Friedericke Seyfried, will auf diesem Weg zeigen, dass das Miteinander der drei Religionen im Mittelalter sehr gut funktionierte. Zwar habe es Konflikte zwischen den Religionsgruppen bis hin zu Verfolgungen gegeben. Deren Nebeneinander verlief aber überwiegend harmonisch, so Seyfried bei der Vorstellung der Ausstellung.


pro Medienmagazin

„Die friedliche Koexistenz der Weltreligionen ist ein Thema von großer Aktualität“, findet Michael Eissenhauser, Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin. Deshalb eröffnet das Bode-Museum in Berlin am 2. April die Gemeinschaftsausstellung „Ein Gott – Abrahams Erben am Nil. Juden, Christen und Muslime in Ägypten von der Antike bis zum Mittelalter“. Über 250, teilweise noch nie gezeigte Objekte aus Ägyptens reichem kulturellen Erbe sollen das zumeist friedliche, zum Teil aber auch durch Konflikte belastete Nebeneinander der drei Buchreligionen und ihre Geschichte in den jeweiligen Kontext setzen. In Ägypten haben Judentum, Christentum und Islam die längste gemeinsame Tradition.

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Illegale Arznei MMS: Wirkt der Stopp des gefährlichen „Heilmittels“?

Bild. Pinterest
Bild. Pinterest
Eine Bundesbehörde hat MMS als bedenkliches, nicht zugelassenes Arzneimittel eingestuft. Damit ist der Verkauf ab sofort illegal – doch die Hintermänner machen weiter. Selbst eine Esoterikmesse, auf der MMS beworben wird, kann stattfinden.


SpON

Dieses „Wunder“ ist gefährlich: Seit Monaten wird ein vermeintliches Heilmittel über das Internet beworben und über dubiose Online-Shops verkauft: „Miracle Mineral Supplement„, kurz MMS. Es wurde erfunden von Jim Humble. Der frühere Scientologe erklärt, sein Mittel helfe gegen allerhand Leiden gleichzeitig – Alzheimer, Krebs, MS, Autismus.

Nicht nur Behörden in Amerika, Kanada und Frankreich warnen vor MMS. Unerwünschte Wirkungen des Mittels sind Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall, Verätzungen der Speiseröhre sowie Atemstörungen durch Schäden an roten Blutkörperchen. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat vor Kurzem zwei MMS-Präparate als zulassungspflichtige und bedenkliche Arzneimittel eingestuft – damit ist der Verkauf ab sofort illegal. Trotzdem geht der Verkauf von MMS-Präparaten im Netz weiter. Auch eine Esoterikmesse, die im April in Kassel stattfinden soll, und auf der laut Programm für MMS geworben wird, darf stattfinden.

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„Neue Homöopathie“ können Sie sich sonst wo hinmalen

Malen Sie sich einfach ein „S“ auf die Stirn. – Foto: Florian Aigner
Für die „neue Homöopathie“ braucht man keine Zuckerkügelchen. Ein Stift genügt – vorausgesetzt, es stört Sie nicht, dass die Wirkung ausbleibt.


Von Florian Aigner|futurezone

Wenn jemand mit seltsamen Streifen am Gesicht herumläuft, dann ist er eventuell ein Anhänger altertümlicher Riten. Vielleicht ist er auch einfach nicht besonders gut darin, sich nach dem Essen die Tomatensoße abzuwischen. Es kann allerdings auch sein, dass es sich um einen Anhänger der neuen Homöopathie handelt.

Der Wiener Techniker Erich Körbler hat nämlich vor Jahrzehnten mit Hilfe seiner Wünschelrute herausgefunden, dass man praktisch alle Krankheiten ganz einfach heilen kann. Man muss sich nur geometrische Symbole auf die Haut malen. Diese Idee, die heute als „neue Homöopathie“ verkauft wird, ist so verquer, dass man sie schon fast wieder charmant finden muss. Mit der gewöhnlichen Homöopathie hat sie eigentlich wenig gemeinsam – bloß den Glauben, mit Effekten zu heilen, die es wissenschaftlich betrachtet gar nicht gibt.

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Der „Vater des Todesengels“: Ein Schiiten-Rambo gegen den IS

Bild. Abu Azrael/Facebook
Bild. Abu Azrael/Facebook
Ein irakischer Schiit und Elitesoldat macht im Krieg gegen den „Islamischen Staat“ im Nordirak derzeit große mediale Karriere. „Abu Azrael“, wie man ihn nennt, symbolisiert aber auch die wachsende Macht des Iran.


Von Wolfgang Greber|Die Presse

„Sag: Der Engel des Todes, der über euch eingesetzt ist, wird euch (wenn eure Frist abgelaufen ist) abberufen. Hierauf werdet ihr zu eurem Herrn zurückgebracht werden.“

(Koran Sure 32, Vers 11)

Er ist mittelgroß, sehr muskulös und breitschultrig. Sein Kopf ist glattrasiert, das Gesicht mit den dunkelgrünen, tiefliegenden Augen unter buschigen Augenbrauen markant eckig und von einem dichten, ja wuscheligen schwarzen Bart umrahmt.

Man sieht ihn mit Militärgewand und Stiefeln. In Wüstengegenden, zerschossenen Gassen, auf Panzern, in Geländewagen. Umgürtet mit Patronentaschen, mit Sturmgewehren amerikanischen Typs, russischen RPG-Panzerfäusten, arabischen Krummsäbeln, mit Messern, gegen das jenes von Crocodile Dundee mittelgroß wirkt. Einmal sogar mit einer enorm großen Schusswaffe, die auffällig dem schweren, panzerbrechenden Scharfschützengewehr „HS. 50“ der österreichischen Firma Steyr Mannlicher ähnelt. (Am Ende dieser Geschichte finden Sie eine Diashow.)

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Ägypterin verkleidet sich 43 Jahre lang als Mann

Der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi überreicht Sisa Abu Daooh die Auszeichnung. (Foto: AFP)
  • Eine verwitwete Ägypterin hat sich jahrzehntelang als Mann verkleidet, um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können – dafür wurde die 64-jährige Sisa Abu Daooh nun von Präsident Abdel Fattah al-Sisi mit einem Orden geehrt.
  • Die Frau nahm die mit 50 000 ägyptischen Pfund (6000 Euro) dotierte Auszeichnung als „vorbildliche, arbeitende Mutter“ im Präsidentenpalast in Kairo entgegen. Dabei trug sie ihre Arbeitskleidung: ein Männergewand und einen Turban.


Süddeutsche.de

Sisa Abu Daooh war im sechsten Monat schwanger als ihr Mann starb. Ihre Familie drängte die junge Frau, schnellstmöglich wieder zu heiraten. Doch die junge Mutter traf eine mutige Entscheidung: Sie zog statt der Nikab den Turban an und verkleidete sich nach der Geburt ihrer Tochter als Mann, um in Luxor arbeiten und ein selbstbestimmtes Leben führen zu können.

„Wenn eine Frau auf ihre Weiblichkeit verzichtet, ist das hart“, sagte Sisa Abu Daooh, „Aber ich hätte alles für meine Tochter getan. Und es war der einzige Weg, um Geld zu verdienen. Was hätte ich denn sonst machen können? Ich kann weder lesen noch schreiben. Meine Familie hat mich nicht zur Schule geschickt. Dieser war also der einzige Weg.“

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Gehört der Islam zur CDU?

cdu_carlik

FAS: Die Union will sich mehr für Muslime öffnen – Merkel hat sich innerhalb kürzester Zeit zu einer Integrationsfigur für Migranten entwickelt – Bosbach, der Merkel widersprochen hatte, werde seit zwei Monaten mit Bürgerbriefen überschüttet.


kath.net

Die Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzende Angela Merkel hat mit ihrer Aussage, dass der Islam zu Deutschland gehört, viel Widerspruch in ihrer Partei hervorgerufen. Dennoch arbeitet Merkel mit dem CDU-Generalsekretär Peter Tauber daran, die Partei für Migranten zu öffnen und hat dabei vor allem Muslime im Blick. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS). „Wenn Merkel sagt, der Islam gehört zu Deutschland, heißt das auch ein wenig: Der Islam gehört zur CDU“, schreibt Mehmet Ata in dem Beitrag unter dem Titel „Die neue Migrantenpartei“. Darin wird Tauber mit den Worten zitiert: „Wir reden in allen Parteigliederungen darüber, wie wir Muslime noch besser ansprechen können.“ Dazu erstellt die Partei einen Leitfaden, der im Frühsommer veröffentlicht werden soll. Demnächst wird das CDU-Präsidium erstmals den Zentralrat der Muslime und andere islamische Verbände empfangen.

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Wien: Scientology stellt in staatlichem Palais aus

Scientology

Einer Frontgruppe der vom Verfassungsschutz beobachteten Bewegung wird für eine Anti-Psychiatrie-Schau das Wiener Palais Palffy zur Verfügung gestellt. Die Eröffnungsrede hielt der frühere Gerichtspräsident Demel


Von Michael Matzenberger|derStandard

Es ist ein edles Ziel, das sich die „Bürgerkommission für Menschenrechte“ gesetzt hat. Wie sein internationaler Dachverband ,“Citizens Commission on Human Rights“ (CCHR), bezeichnet sich der Verein als „gemeinnützige Organisation, die sich weltweit für die Menschenrechte in der Psychiatrie einsetzt“. Angeprangert wird vor allem, dass Kindern in reiner Gewinnabsicht Psychopharmaka verordnet werden.

Anders sieht das Ursula Caberta von der städtischen Hamburger Behörde „Arbeitsgruppe Scientology„. Caberta beschreibt CCHR als „radikalen Arm von Scientology, der vordergründig Missstände anprangert, auf diese Weise aber Menschen in die Organisation hineinzuziehen versucht.“

Der deutsche Verfassungsschutz stuft Scientology als Bewegung mit „totalitärem Charakter“ ein. Auch der Wiener Verfassungsschutz beobachtet den von L. Ron Hubbard erdachten Science-Fiction-Kult – der sich selbst als Kirche deklariert, laut Aussteigern aber wie ein repressiver Konzern agiert, Vergehen mitunter mit Straflager sanktioniert und einen Geheimdienst unterhält.

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Alternativmedizin bei Plasberg: Von Impfgegnern und Geistheilern

Bild: Centers for Disease Control/Barbara Rice (Public Domain - USGov)
Bild: Centers for Disease Control/Barbara Rice (Public Domain – USGov)
Der Plasberg-Talk über Impfgegner und alternative Heilmethoden war zwar unterhaltsam, aber wenig konstruktiv. Weil Kritik an Impfungen pauschal als Esoterik abgetan wurde, blieben wichtige Fragen offen.


Von Irene Habich|SpON

Fast schon ein kleiner Themenabend wurde ARD-Zuschauern am Montag geboten: In der Doku „Ich mach dich gesund! Scharlatane und falsche Heiler“ von Reinhold Beckmann ging es unter anderem um Therapeuten, die ihren Patienten gefährliche Kombinationen illegaler Drogen verabreichen. Der Moderator hatte auch selbst in Wallraff-Manier ermittelt: Mit versteckter Kamera ließ er sich dabei filmen, wie ihm eine Heilerin ohne Ausbildung den Knöchel verrenkte.

So richtig schockierend war das nicht, aber allemal lustig. Unter dem Motto: „Von Impfgegnern bis zu Geistheilern – alles nur Aberglaube?“ wurde anschließend in Frank Plasbergs Talk „Hart aber fair“ diskutiert. Von vornherein flog so in denselben Themen-Topf, was dort nur bedingt hineingehört. Das sollte sich auch im Laufe der Sendung nicht ändern.

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Utah führt Hinrichtung durch Erschießen wieder ein

Auf diesem Stuhl wurde im Jahr 2010 vorerst zum letzten Mal in Utah ein zum Tode Verurteilter durch Erschießen hingerichtet. Die Einschußlöcher sind an der Rückwand noch zu erkennen
In Amerika gehen die Medikamente für Giftspritzen aus. Der US-Bundesstaat Utah führt deshalb wieder die Hinrichtung durch Erschießen ein. Gegner halten die Methode für grausam und unmenschlich.


stern.de

Der US-Bundesstaat Utah führt offiziell das Erschießen als Hinrichtungsmethode wieder ein. Gouverneur Gary Herbert unterzeichnete am Montag ein entsprechendes Gesetz, dem der Senat des Bundesstaats zuvor zugestimmt hatte. Die Hinrichtung durch ein Erschießungskommando ist aber nur dann möglich, wenn die nötigen Medikamente für eine Giftinjektion nicht beschafft werden können. Zuletzt hatte es in mehreren Bundesstaaten Engpässe bei den dafür nötigen Mitteln gegeben.

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US-Evangelikale mobilisieren „Armee“ für Wahlen

Members of a Christian missionary group from California called the Bible Believers hold up a pig’s head and anti-Islam signs at the annual Arab International Festival on June 15, 2012, in Dearborn. (Photo: Niraj Warikoo/Detroit Free Press )
Bis zur US-Präsidentschaftswahl soll eine Graswurzel-Bewegung ausgehend von Priestern den Republikanern zum Sieg verhelfen.


Von Michaela Kampl|derStandard.at

David Lane hat eine Mission. „Eine Armee. Das ist das Ziel“, sagte er zur New York Times. Der bibeltreue Aktivist meint damit aber nicht eine militärisch einsetzbare Privatarmee. Lane reist derzeit durch die USA und versucht Geistliche davon zu überzeugen, sich politisch zu engagieren. Der Gründer der Organisation „American Renewal Project“ nennt auch Zahlen: 1.000 evangelikale Pastoren sollen es sein, die sich bis 2016 für ein politisches Amt bewerben. Hinter diesem Engagement steht die Überlegung Lanes, auf diese Weise eine Art evangelikale Graswurzelbewegung entstehen zu lassen, die wiederum die Präsidentschaftswahl 2016 maßgeblich beeinflussen könnte. Derzeit besonders umgarnt werden der Senator Ted Cruz aus Texas und der Gouverneur von Louisiana, Bobby Jindal – beide Republikaner. Cruz hat am Montag bekannt gegeben, für die Republikaner 2016 bei der Präsidentschaftswahl kandidieren zu wollen.

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Woelki vs Blatter: 2 Mrd. Christen würden ihr Leben geben, für ihren Glauben

DerverzweifelteJesusKardinal Woelki hat FIFA-Chef Sepp Blatter die Gelbe Karte gezeigt – Blatter hatte zuvor behauptet: «Die Fifa ist einflussreicher als jede Religion.»


kath.net

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat FIFA-Chef Sepp Blatter für seine Behauptung, der Fußball-Weltverband sei einflussreicher als jede Religion, die Gelbe Karte gezeigt. «Die FIFA hat natürlich beeindruckende Zahlen vorgelegt, über 265 Millionen Kicker gibt es weltweit», sagte Woelki am Montag im Kölner domradio. Doch würden weltweit über zwei Milliarden Christen demnächst Ostern feiern und notfalls ihr Leben für ihren Glauben geben, so der Fan des 1. FC Köln. Blatter hatte zuvor wörtlich in einem Interview mit der Schweizer Sonntagszeitung geäußert: «Die Fifa ist durch die positiven Emotionen, die der Fußball auslöst, einflussreicher als jedes Land der Erde und jede Religion. »

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Israel: „Weint nicht, wenn eure Kinder demnächst sterben“

Screengrab Times of Israel
Screengrab Times of Israel
Benjamin Netanjahus deutlicher Wahlsieg hat nicht nur Medien wie Meinungsforscher überrumpelt, er hat auch das Volk gespalten. Der Wahlkampf geht einfach weiter – mit Hetzkampagnen und Beleidigungen.


Von Gil Yaron|DIE WELT

Auch knapp eine Woche nach den Wahlen haben viele in Israel sich noch immer nicht von Benjamin Netanjahus überraschendem Wahlsieg erholt. Bis zur letzten Minute waren Meinungsforscher, Journalisten und viele Politiker des gesamten politischen Spektrums sich sicher, dass dem Land ein Regierungswechsel bevorsteht. Wählerbefragungen sprachen am Wahlabend noch von einem Kopf an Kopf rennen. Das echte Wahlergebnis strafte sie alle Lügen: Netanjahu hatte haushoch gewonnen.

Doch viele Israelis sprechen nicht mehr von einem politischen, sondern einem gesellschaftlichen Kampf: dem jahrzehntealtem Ringen zwischen Aschkenasim, also Juden, deren Vorfahren aus Europa oder Nordamerika stammen, und Misrahim, deren Vorfahren aus arabischen Staaten nach Israel einwanderten. Während Aschkenasim als die alte Elite gelten, die wirtschaftlich gut situiert ist, in den Chefetagen großer Konzerne, der akademischen Welt und den Medien das Sagen hat und links wählt, gelten die Misrahim als Underdogs, die mit ihrer Stimme für rechte Parteien für ihre Gleichberechtigung kämpfen.

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Lüneburg: Sie wollte Christin werden: Jeside tötet seine Frau und ihre Freundin

Polizisten am Eingang der Wohnung, in der ein Jeside seine Ehefrau und deren Freundin ermordete dpa
In Lüneburg hat ein Jeside seine Ehefrau und deren Freundin mit einem Küchenmesser erstochen. Hinter der Tat steckt ein religiöser Hintergrund. Offenbar wollte seine Frau zum Christentum übertreten. Ermittler gehen davon aus, dass der Täter die Freundin extra einlud, um sie zu töten: Er sah in ihr die Drahtzieherin für den Wunsch der Frau zu konvertieren.


FOCUS ONLINE

Seine Frau wollte ihn verlassen und zum christlichen Glauben übertreten: Deswegen soll ein Jeside in Lüneburg die 32-Jährige und ihre Freundin erstochen haben. Zu diesem Ergebnis kam die Staatsanwaltschaft Lüneburg bei ihren Ermittlungen, wie eine Sprecherin am Montag mitteilte.

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