Jeder kann überall angegriffen werden oder selbst zuschlagen


In dem Buch „The Futur of Violence“ wird die angeblich neue (Un)Sicherheitslage vorgestellt, die durch bereits vorhandene technische Möglichkeiten am Entstehen ist.


Von Florian Rötzer|TELEPOLIS

Man erinnert sich an die Panik 2001, als nach den Selbstmordanschlägen mit den zu Waffen verwandelten Passagierflugzeugen Briefe bei Medienvertretern auftauchten, die Anthraxpulver enthielten. Es war der wohl spektakulärste Angriff mit biologischen Waffen. Ziel war es vermutlich gar nicht, möglichst viele Menschen zu töten, sondern vor allem Aufsehen zu erregen. Es starben 5 Menschen. Nicht sicher ist, ob der Täter tatsächlich gefunden wurde. Der Verdächtige hat sich vermutlich selbst getötet.

Aber man muss sich nur vorstellen, was möglich wäre, wenn Angreifer keine Briefe auf dem Postweg verschicken, sondern viele kleine Drohnen verwenden würden, um das Anthrax über große Flächen einer belebten Großstadt zu verteilen. Die Mittel wären einfach verfügbar, schreiben Benjamin Wittes und Gabriela Blum in ihrem gerade erschienen Buch „The Future of Violence: Robots and Germs, Hackers and Drones—Confronting a New Age of Threat“, in dem sie vorstellen, was mit der jetzt oder künftig praktisch allen Menschen verfügbaren Technik angerichtet werden könnte. Es droht eine Welle an Gewalt über die Gesellschaften hereinzubrechen, die auch von einzelnen Menschen ausgehen kann, die sich bislang als Selbstmordattentäter einspannen ließen oder als Amokläufer mit Schusswaffen bis zum eigenen Tod möglichst viele Menschen mit sich reißen wollten. Die neuen Bedrohungen seien nicht nur möglich, sie sind letztlich unvermeidbar.

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