Mit Kippa, immer und überall?


»Die Kippa auf dem Kopf signalisiert: Es gibt keinen Grund, sich zu verstecken.« Rabbiner Avichai Apel, ©Thinkstock
Ja, als Ausdruck des Stolzes – meint Rabbiner Apel. Nein, sie ist nur Symbol – findet Rabbiner Rothschild


Jüdische Allgemeine

PRO
Wenn ich auf den Straßen von Dortmund unterwegs bin und dabei wie gewöhnlich meine Kippa trage, werde ich oft von Nichtjuden angehalten. Sie grüßen mich auf Hebräisch mit »Schalom«, und sie alle vermitteln mir die gleiche Botschaft: »Fürchtet euch nicht – es gibt keinen Grund, sich zu verstecken!« Und wenn ich andere Juden treffe, dann gibt meine Kippa ihnen sofort einen Grund zum Stolz, zur Freude und zur Identifikation mit ihrem eigenen Judentum.

In der Vergangenheit gab es Juden in Deutschland, die sich das Motto zu eigen machten: »Sei Jude in deinem eigenen Haus, aber wenn du das Haus verlässt, sei ein Deutscher.« Im Deutschland des 21. Jahrhunderts hat diese Einstellung ihre Gültigkeit verloren. Jeder Mensch hat das Recht, sein Leben so zu leben und das auch öffentlich zu zeigen, auf welche Art und Weise er es möchte, solange er das Recht jedes Mitbürgers achtet, seinen Glauben zu praktizieren, und keinen Druck oder Zwang auf andere ausübt.

In der heutigen Zeit ist die Kippa zu einem Symbol für das jüdische Volk geworden, zu einem Erkennungszeichen unter Juden. An der Art der Kippa können wir erkennen, zu welcher jüdischen Gruppierung ein Mensch gehört oder gehören möchte.

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