Haus von Sektenführer durchsucht


justiz_grossDie Polizei hat mit einem Großaufgebot das Haus eines mutmaßlichen Sektenführers in Hanau durchsucht und Unterlagen beschlagnahmt. Ziel der Aktion ist es unter anderem den Tod eines vierjährigen Jungen aufzuklären.


Von Gregor Haschnik und Frank Sommer|Frankfurter Rundschau

Mit einem großen Aufgebot haben Polizisten am Donnerstag und Freitag das Haus der mutmaßlichen Sektenführer in Hanau durchsucht. Wie die Staatsanwaltschaft der FR bestätigte, wird in zwei Angelegenheiten ermittelt: Zum einen geht es um den Tod eines Vierjährigen, der in der Gruppe lebte und 1988 laut Akte an erbrochenem Haferschleim erstickt ist. Da es keine Hinweise auf Fremdverschulden gegeben habe, wurde der Junge nicht obduziert. Mehrere Informanten hatten der FR berichtet, das Kind sei für besessen gehalten und misshandelt worden. Oberstaatsanwalt Jürgen Heinze betont, dass die mutmaßlichen Anführer in diesem Fall nicht Beschuldigte, sondern Zeugen seien. Die Ermittler wollen nun die genauen Umstände des Todes klären. Die Hausdurchsuchung wurde angeordnet, weil eventuell aufschlussreiche Unterlagen hätten beseitigt werden können.

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