Voyeurismus statt Aufklärung


Der Kopf des heiligen Apollinaris wird in der Apollinaris Kirche, Remagen, aufgewahrt. Foto: ZDF und WDR/K.P. Baum
3sat beschäftigt sich in einer Themenwoche mit dem Glauben. Die Beiträge „Heilige Knochen“ und „makro: Glaube und Profit“ bleiben allerdings zu sehr im Anekdotischen hängen, um wirkliche Denkanstöße zu geben.


Von Franziska Schuster|Frankfurter Rundschau

Es fühlt sich ein bisschen an wie eine Mischung aus der Sendung mit der Maus und einem soliden Fernsehkrimi: Joviale Moderatoren, parataktische Erläuterungen und ein Anflug ironischer Abgeklärtheit, während die präsentierten Sachverhalte illustrativ bebildert werden.

Damit das nicht zu harmlos daherkommt, streut man ein paar Vorschläge für Themen ein, vor denen sich der Zuschauer fürchten möge. Im Fall der Sendung „Heilige Knochen“ sind das die Satanisten, beim Wirtschaftsmagazin „makro“ die große Inflation.

Experten werden befragt, die belegen, dass die Angst auch wirklich berechtigt ist – das Gruseln darf ein wenig ausgekostet werden. Dann kommt auch schon das Rettungsangebot mit versöhnlichen Allgemeinplätzen. Irgendwie war es doch immer schon so: „Das Irrationale ist eher normal, doch auch das ist menschlich.“ Und man geht zur Tagesordnung über.

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