Auf dem Weg zum erbkrankheitsfreien Kind


Die für die künstliche Befruchtung angewandte intrazytoplasmatische Spermieninjektion. Bild: Eugene Ermolovich/CC-BY-SA-3.0
Britische Reproduktionsmediziner sind dem Ziel nähergekommen, mittels künstlicher Befruchtung Kinder ohne Risiken für angeborene Krankheiten zu erzeugen. Die Reproduktionsmediziner vom Centre for Reproductive and Genetic Health haben ein neues Verfahren zur Kartierung der Gene (Karyomapping) angewendet, um die Embryonen vor dem Einsetzen in die Gebärmutter einem Gentest zu unterziehen und jene auszusortieren, bei denen die Gefahr bestand, dass das Kind an der Neuronalen Muskelatrophie erkrankt.


Von Florian Rötzer|TELEPOLIS

Karyomapping gilt als genaue und zuverlässige Methode, um ein ganzes Genom auf das Risiko zu monogenetischen Erbkrankheiten zu untersuchen. Das sind Erkrankungen, bei denen nur ein Gen einen Defekt aufweist. In dem berichteten Fall wäre das Kind einem hohen Risiko von 50 Prozent ausgesetzt gewesen, an der Neuralen Muskelatrophie zu erkranken, da die 26-jährige Mutter bereits leichte Symptome der Erkrankung zeigte. Für die Mutter war nach eigenem Bekunden das Risiko zu hoch, da bereits ihr Vater daran schwer erkrankt ist und nicht mehr selbständig gehen kann. Und sie wollte auch nicht warten, bis das Kind 16 Wochen alt ist, um es einem Gentest zu unterziehen und es dann womöglich abzutreiben.

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