Protestantischer Preußenprinz entschuldigt sich für Völkermord an Armeniern


Der Ururenkel des letzten deutschen Kaisers in Döttingen: Philip Kiril Prinz von Preußen ist evangelischer Pfarrer und Vater von sechs Kindern. Foto: Ufuk Arslan
Mit einem ökumenischen Bußgottesdienst in der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche ist am Sonntagabend des Völkermords an den Armeniern gedacht worden. Bei dem Genozid an der christlichen Minderheit in der Türkei waren im Jahr 1915 bis zu eineinhalb Millionen Armenier, Chaldäer und Assyrer ums Leben gekommen. Den Gottesdienst feierten der armenisch-orthodoxe Erzbischof Karekin Bekdjian und der Ururenkel des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II., Pfarrer Philip Kiril Prinz von Preußen, mit mehreren hundert Christen aus Berlin und Brandenburg.


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„Seit dem Flugzeugabsturz vom 24. März wird uns grauenvoll vor Augen geführt, wozu ein einzelner Mensch fähig ist, sofern er sich nicht von tiefstem Herzen an Jesus Christus bindet“, sagte von Preußen in seiner Predigt. Der Mensch, der sich nicht von Gottes Hand helfen lasse, sei zu den schlimmsten Dingen fähig, „sei er Copilot, Krankenpfleger, Beamter oder Reichskanzler“.

Zwischen 1915 und 1918 wurden im damaligen Osmanischen Reich zwischen 300.000 und 1,5 Millionen Armenier ermordet. Historiker sprechen vom „ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts“. Das Deutsche Kaiserreich war im Ersten Weltkrieg mit dem Osmanischen Reich verbündet und wusste auch über die Massaker und Vertreibungen Bescheid, ohne dagegen einzuschreiten.

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