Slavoj Žižek „Blasphemische Gedanken“


Der gebürtige Slowene Slavoj Žižek vor der Frankfurter Skyline (Archivbild).
Slavoj Žižek sorgt mit seinem neuen Buch erneut bewusst für Verwirrung. „Blasphemische Gedanken“ heißt es, aber schon der Titel stimmt und stimmt doch nicht.


Von Arno Widmann|Frankfurter Rundschau

Der Titel stimmt und stimmt nicht. „Blasphemische Gedanken“ mögen es in den Augen der Gläubigen sein. Der gläubigen Muslime und derer, die an die Werte des Westens glauben.

Für Slavoj Žižek sind es einfach Gedanken, die ihm durch den Kopf gehen, wenn er etwa an den Schleier und das Schleierverbot denkt. Es sind Gedanken. Keine Argumentation. Žižek stellt sich nicht vor seine Leser und erklärt ihnen etwas. Er setzt sich hin und schreibt. Dabei fallen ihm Dinge ein, Lesefrüchte, Erinnerungen fliegen ihm zu. Wir Leser sind dabei. Wir kommen mit seinem Tempo nicht mit. Wir stolpern, finden übertrieben, was er da tut, lachen über unsinnig Erscheinendes und werden dann wieder gepackt von einer Assoziation. Wer etwas beigebracht bekommen möchte, der ist falsch bei Žižek. Wer dabei sein möchte, wie einer in Stemmschwüngen denkt, der hat seinen Spaß an dem slowenischen Philosophen.

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