Dodo Lütz kritisiert Sterbehilfe-Debatte


Manfred_Lütz

Der Psychiater und Theologe Manfred Lütz warnt vor einer argumentativen Schieflage in der Sterbehilfe-Debatte. Der oftmals benutzte Begriff der Selbstbestimmung – als Basis für ein Recht auf Selbsttötung im Falle einer schweren und unheilbaren Krankheit – führe in die Irre, schreibt Lütz in einem Gastkommentar für die „Zeit“-Beilage „Christ & Welt“ (Mittwoch).


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Der Chefarzt des Kölner Alexianer-Krankenhauses nennt es „philosophisch eher fraglich, ob man die Entscheidung, sich selbst zu töten oder töten zu lassen, überhaupt als einen Ausdruck von Selbstbestimmung verstehen kann“. Die Voraussetzung für Selbstbestimmung sei, dass dieses Selbst existiere. „Bestimmt man sich selbst, wenn man das Selbst, das da bestimmt, vernichtet?“, fragt Lütz.

Der erste Artikel des Grundgesetzes lege fest, dass die Würde des Menschen unantastbar sei, so der Mediziner. „Bemerkenswerterweise kann dieser Artikel noch nicht einmal einstimmig vom Parlament aufgehoben werden aus der Überzeugung heraus, dass jeder Mensch diese Würde von sich aus hat, dass sie ihm also von niemandem zugesprochen oder abgesprochen werden darf, nicht von einem Parlament, ja noch nicht einmal von sich selbst“.

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2 Comments

  1. Ich vermisse bei diesen (studierten) Religioten das Erkennen der Realität, man diskutiert einen nicht existenten Zustand. Selbsttötung und Sterbehilfe machen keine gesunden Menschen, die ohne Probleme ihren Alltag abwickeln und vielfach das Leben genießen

    Dispute mit den intoleranten Religioten sind so nutzlos wie mit Dementen oder Alzheimer Kranken zu argumentieren, sie können oder dürfen die Thematik nicht verstehen Demenz macht friedliche Menschen überraschend schnell aggressiv und rücksichtslos, sie prügeln auf Dritte ein, mauern Nachbarn Türen und Fenster zu, erschießen Nachbarn weil der Rasenmäher zu laut ist, verbreiten frei erfundene Gerüchte, blockieren Gerichte mit nutzlosen Klagen, rufen zur Vernichtung aller „Unwürdigen“ auf, schlagen Familienmitgliedern ihre Stahlkrücke auf den Kopf usw.

    Nach ersten leichten Gehirnausfällen sind Demente in wenigen Jahren nicht mehr gesellschaftsfähig, ein geschlossenes Heim ist ihre letzte Station vor dem Tod. Dort werden sie mit Neuroleptika ruhig gestellt, wer die Medikamente nicht verträgt bekommt frische Pampers und wird zum Schutz der Insassen an einen Stuhl gefesselt. Im Tagessraum des Heims sitzen Dutzende lebende Mumien und mit leerem Gesichtsausdruck und warten auf den Tod. Den Religioten gilt das Dahinsiechen als „Altern in Würde“, die RKK nennt das Elend Sterbender eine unverzichtbare Solidarität mit den Qualen des allerliebsten Jesulein – Hallelujah.

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  2. Bestimmt man sich selbst, wenn man das Selbst, das da bestimmt, vernichtet?

    Gegenfrage: Wer wenn nicht man selbst bestimmt, wenn man sich selbst tötet (oder jemand anderen dazu auffordert/darum bittet zu assistieren, wenn man selbst handlungsfähig ist)?

    Natürlich bestimmt man selbst. Das Selbst existiert, solange man lebt. So lange besteht seine Entscheidung fort. Erst mit dem (Hirn) Tod endet das Selbst und findet sodann die Erfüllung des wahrhaft letzten Willens.

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