Drogenbekämpfung: eine halbe Milliarde Dollar für Blackwaters Nachfolger


Mohnfeld in Afghanistan; Bild: US Marine Corps; gemeinfrei
Der Opiumanbau in Afghanistan floriert trotz der großen Summen, die das Pentagon an Sicherheitsfirmen überweist, um Anbau und Handel einzudämmen.


Von Thomas Pany|TELEPOLIS

Zwei trostlose, zermürbende Kriege haben auf jeden Fall einen Gewinner, wie die der jüngste Bericht des US-Rechnungsprüfers für den Wiederaufbau in Afghanistan (Special Inspecteur General for Afghanistan Reconstruction, SIGAR) ausweist, nämlich die Sicherheitsfirma Academi, vor der Umbennung 2011 unter dem Namen Blackwater bekannt.

Nach dem Einmarsch der internationalen Truppen unter Führung der USA in Afghanistan, um die Taliban von der Macht zu vertreiben, stand der Krieg gegen den Drogenanbau im Land weit oben auf der Agenda des „neuen Afghanistans“, das auf der Basis des Militäreinsatzes zu errichten geplant war. Inwieweit es den Besatzern in den letzten 13 Jahren geglückt ist, dem seit einigen Jahrzehnten von Kriegen heimgesuchten Land Konstruktives zu geben, ist noch nicht ausdiskutiert. Die SIGAR-Berichte zum Wiederaufbau der letzten Jahre lieferten meist Anlass zu Diskussionen (Scheitert Afghanistan nach dem Abzug der Nato-Kampftruppen endgültig?) und Verwunderung über das Wie und das Ausmaß an verschwendeten Geldern in Milliardenhöhe (All Time High beim Schlafmohnanbau in Afghanistan).

Auch der jüngste SIGAR-Bericht ist keine Ausnahme. Auf Seite 11 des PDF-Dokuments erfährt man, wie Spencer Ackerman hinweist, dass das Unternehmen Academi Training Center, Incorporated vom amerikanischen Verteidigungsministerium von 2002 bis September 2013 Verträge für CN(Counter Narcotics)-Tätigkeiten im Wert von 569 Millionen Dollar erhalten hat. Das macht knapp 32 Prozent das CN-Gesamtbugdet aus. Dessen Höhe wird mit 1,8 Milliarden Dollar angegeben. An zweiter Stelle wird Northrop Grumman genannt, mit Verträgen im Wert von 250 Millionen, also mit beträchtlichem Abstand.

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