Mitten in Bayern: Stille als Spaßverderber


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Jugendliche haben so ihre Probleme mit den „stillen Tagen“. Karfreitag wird halt in einem katholischen Alpendorf ernsthafter begangen als in einem Multi-Kulti-Stadtteil von Berlin. Aber auch früher ging es nicht nur ruhig zu.


Von Hans Kratzer|Süddeutsche.de

Viele Jugendliche halten den Karfreitag für den schlimmsten Tag des Jahres. Nicht wegen der Kreuzigung Christi, von der Feierwütige eh keine Notiz nehmen. Vielmehr fühlen sie sich in ihrer Existenz bedroht, weil Tanz und Discomusik an diesem Tag verboten sind. Das hat der Staat so verfügt. Doch wie soll man dieses Gesetz all den jungen Leuten erklären, die Ostern nicht mehr von Weihnachten unterscheiden können, aber am Karfreitag in der Disco ihren Spaß haben wollen?

Schon schleichen sich Politiker ans junge Wahlvolk heran, darunter auch Heuchler, die von ihrer Ministrantenzeit schwärmen, aber ihre Kirche seitdem nicht mehr betreten haben. Es raunzt die Landesregierung in Baden-Württemberg gegen das Tanzverbot, die Jungliberalen liebäugeln am Karfreitag mit einer Spaßoffensive und selbst der aufgeklärte Deutsche Städte- und Gemeindebund will am Karfreitag nicht mehr nur Passionsmusik hören.

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