Muss ein Atheist Angst vor dem Tod haben?


Bild. Frankfurter Rundschau
Brief 8: Und was ist, wenn es kein Leben nach dem Tod gibt? Nun, jede Party ist irgendwann vorbei, schlechter wird sie dadurch nicht.


Von Markus Tiedemann|Frankfurter Rundschau

Lieber Fanatiker!

Haben dich die Argumente für ein Leben nach dem Tod überzeugt? Wenn nicht, ist die Alternative natürlich bitter: Mit dem Tod ist alles aus – Schluss, aus, vorbei!

Muss ein Atheist also Angst vor dem Tod haben? Unser Kollege Epikur war schon 300 Jahre vor Christus ganz anderer Ansicht: Wieso sollte man vor etwas Angst haben, dem man nie begegnet? Solange wir sind, ist der Tod nicht und wenn der Tod ist, sind wir nicht mehr. Genau genommen geht der Tod uns also nichts an! Todesangst wäre demnach logischer Unsinn.

Allerdings ist der Verlust des Lebens natürlich ein Ärgernis. Doch auch hier hat die Philosophie einigen Trost parat. Nach Friedrich Nietzsche ist das Leben herrlich. Die Tatsache, dass wir irgendwann sterben müssen, ändert daran gar nichts. Die Sensation ist vielmehr, dass wir überhaupt leben und diese wundervolle Welt erleben dürfen. Wenn du auf eine Party gehst, jammerst du hoffentlich auch nicht die ganze Zeit herum, nur weil die Feier irgendwann zu Ende sein wird. Die Party bleibt herrlich, auch wenn sie ein Ende hat.

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Ein Gedanke zu “Muss ein Atheist Angst vor dem Tod haben?

  1. Seit Jahrtausenden erleben Menschen den Tod, das Verwesen der Leichen und deren totale Auflösung als Wandlung im materiellen Kreislauf der Elemente. Trotzdm will die Fakten kaum jemand akzeptieren und klammert sich an Mythen vom ewigen Leben, Auferstehung und paradisischem Glück irgendwann im Nirgendwo

    Krankhafte Veränderungen des Gehirns entstehen auch durch Vererbung, Indoktrination oder Misshandlung. Bei schweren Hirnschäden ist der Zombie im Gehirn plötzlich weg, nur absurde Reflexe wie essen-mit-beten, lernen-mit-Prügel-bekommen usw. bleiben zurück.

    Minuten nach dem Herzstillstand sterben die Gehirnzellen am Sauerstoffmangel, deren elektrische Ladung verschwindet ohne sich in eine „Seele“ als himmlischer Schrottplatz zu retten. Der Zombie ist das Resultat von „Brainwash“ und reduzierten Intelligenz durch einseitige Bildung.

    Für den Neurobiologen Joseph LeDoux ist das emotional limbische Gehirn nur erstmalig prägbar, es vergisst bis zum Tod nichts mehr. Religiöser Wahn arbeitet mit emotionalen Begriffen wie Liebe, Hass, Verheißung, Glück, Wunder, Gnade, Vision usw. Bei Einfaltspinseln wirken absurde Verheißungen nachhaltiger als reale Fakten, für die man selber denken muss.

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