Dial 911 for Murder


Polizei in Ferguson am 22. September bei Protesten nach den tödlichen Schüssen auf den unbewaffneten Michael Brown. Bild: Loavesofbread/CC-BY-SA-4.0
„Der Skandal fängt an, wenn die Polizei ihm ein Ende bereitet“, schrieb Karl Kraus. Die Polizeikräfte der USA bereiten leider vielen Menschenleben ein Ende – und hier beginnt der Skandal: Allein im März 2015 wurden 115 Menschen, die meisten unschuldig, von US-Polizisten getötet. Diese Zahlen veröffentlichte der Watchblog „Killed By Police“, der sich größtenteils auf Medienberichte beruft.


Von Patrick Spät|TELEPOLIS

Andere Internetseiten wie das Cato Institute oder Gun Violence Archive kommen auf ähnliche Daten. Offizielle Zahlen vonseiten der US-Behörden gibt es nicht. Das FBI kommt in einer verkürzten Statistik auf durchschnittlich 400 Todesopfer pro Jahr. Genannt werden jedoch nur diejenigen Opfer, deren Tötung durch Polizeibeamte aus Sicht der Behörde „legitimiert und gerechtfertigt“ sei („Justifiable Homicide“). Zudem werden in der FBI-Statistik beispielsweise Bundespolizisten, FBI-Agenten und Beamte der DEA (Drug Enforcement Administration) ausgeklammert.

Laut dem Watchblog „Killed By Police“ waren im Jahr 2013 in den USA 767 Menschen Opfer von tödlicher Polizeigewalt; im Jahr 2014 betrug die Zahl der Todesopfer 1.099 Menschen. Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 wurden in den USA über 5.000 Menschen von Polizisten getötet, was geradezu wie ein Krieg gegen die eigene Bevölkerung anmutet.

Zum Vergleich: 2013 kamen in Deutschland 9 Menschen durch Polizeigewalt ums Leben. Was freilich nicht heißt, dass die Polizei in Deutschland harmlos wäre. Im Gegenteil: Auch hierzulande ist Polizeigewalt ein großes Problem.

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