Die Schule und die Religion


Ein Junge liest an einer Bonner Schule während des islamischen Religionsunterrichtes in einem Schulbuch. Der Ruf nach einem Islamunterricht an öffentlichen Schulen für muslimische Kinder ist auch in Thüringen bereits laut geworden. Foto: Oliver Berg/dpa
Der Jenaer Theologe Michael Wermke über die Rolle von Religion und Ethik im Unterricht und warum beide Fächer gestärkt werden sollten.


Thüringer Allgemeine

Professor Wermke, die Verfassung trennt aus guten Gründen Staat und Kirche. Gleichzeitig schreibt sie Religionsunterricht als ordentliches Fach vor. Warum wird dieses Trennungsgebot ausgerechnet an Schulen gebrochen?

Wir haben in Bereichen wie der Krankenhausseelsorge, in der Altenpflege, bei Kindergärten verschiedene Formen von Kooperation. Staat und Kirche kooperieren miteinander, das ist nicht ungewöhnlich. Ungewöhnlich ist, dass die Kooperation auch für die Schule gilt. Man müsste also fragen, warum Staat und Kirche auch in der Schule zusammenarbeiten.

Ihre Antwort?

Weil es im gesellschaftlichen Interesse liegt. Unser Staat beruht auf dem demokratischen Konsens der Gesamtgesellschaft, über die der Staat schützend wacht, den er aber nicht dirigierend beeinflusst. Der demokratische Staat lebt also von Voraussetzungen, die er mit seinen Mitteln allein nicht garantieren kann, sondern nur durch ein Zusammenwirken der gesellschaftlichen Kräfte, zu denen auch die Kirchen gehören. Im Religionsunterricht wird die Inanspruchnahme der Meinungs-und Glaubensfreiheit erlernt und gesichert.

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2 Comments

  1. Da kommt einiges auf die Deutschen Gutmenschen zu
    http://www.focus.de/panorama/welt/weil-schueler-keinen-bart-tragen-duerfen-muslimischer-vater-attackiert-britischen-lehrer_id_4591114.html
    Muslimischer Vater attackiert britischen Lehrer

    In Großbritannien hat ein muslimischer Vater einen Lehrer angegriffen, weil dessen Schule muslimischen Schülern das Tragen von Bärten verboten hatte. Wie die „Daily Mail“ berichtet, steigerte sich der 34-Jährige in eine „rassistische Tirade“ gegen „weiße Lehrer“ hinein und griff einen der Lehrer an.

    Das sei vor den Augen vieler Eltern geschehen, die gerade ihre Schüler abgeholt hätten. Der Mann sei festgenommen worden und sitze derzeit in Untersuchungshaft, berichtet die „Daily Mail“ weiter. Das Urteil werde voraussichtlich im Juni gesprochen.

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