Wie der Geist entsteht


Bild: BB
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Das Geheimnis des Bewusstseins gilt vielen als das größte Rätsel überhaupt – als äußerste Grenze menschlichen Strebens nach Erkenntnis. Hirnforscher, Psychologen und Philosophen versuchen trotzdem, sich ihm zu nähern.


Von Hartmut Wewetzer|DER TAGESSPIEGEL

Fledermäuse beginnen in der Dämmerung ihren Flatterflug. Und Sie sind dabei. Sie sind eine Fledermaus. Sie steigen in den Himmel auf und kreisen über den Häusern, um ihre Beute zu orten. Nein, Sie sind nicht Batman. Sie sind eine echte Fledermaus. Sie haben ein Fledertier-Bewusstsein und ein Bio-Echolot, mit dem Sie Ihre Beute orten, Fliegen und andere Insekten, die durch die Abendluft treiben. Die Nacht werden Sie in Ihrem Versteck verbringen, kopfüber von der Gemäuerdecke hinabhängend.

Natürlich werden wir Menschen uns niemals wirklich in eine Fledermaus hinein versetzen können. Aber ein reizvolles Gedankenexperiment ist es trotzdem.

Es stammt von dem amerikanischen Philosophen Thomas Nagel. 1974 veröffentlichte er den Aufsatz „Wie ist es, eine Fledermaus zu sein?“. Der Essay sollte die aufstrebende Gilde der Hirnforscher provozieren. Schickte die sich doch an, seelische Prozesse mit den Mitteln der Naturwissenschaft aufzuklären. Dabei machten sie sich sogar daran, dem Bewusstsein selbst sein Geheimnis zu entreißen.

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