Und wieder kreisen Protonen in der Weltmaschine

Bild aus der Bauzeit des LHC. ©CERN
Bild aus der Bauzeit des LHC.
©CERN
Wichtiger Meilenstein beim Neustart des Teilchenbeschleunigers: Nach einem Kurzschluss haben die Cern-Forscher die Maschine wieder flott bekommen.


Von Ralf Nestler|DER TAGESSPIEGEL

Auf dem Weg zum Neustart des Teilchenbeschleunigers LHC haben die Wissenschaftler einen wichtigen Fortschritt erzielt. Erstmals nach zwei Jahren Wartungspause kreisen wieder Protonen in dem 27 Kilometer langen Ring. Das teilte das europäische Kernforschungszentrum Cern in Genf am Sonntagvormittag mit. In wenigen Wochen könnten die ersten Experimente  beginnen – wenn alles glatt geht.

Bei einem Magneten hatte es einen Kurzschluss gegeben

Der Neustart hatte sich zuletzt verzögert. Ursprünglich sollten die Elementarteilchen bereits am 25. März erste Runden in den Beschleuniger drehen.

Doch wenige Tage zuvor kam es bei einem der Magneten, die die Teilchen auf Kurs halten, zu einem Kurzschluss. Ein Metallspan war in der Anlage auf eine Leitung gelangt, eine langwierige Reparatur drohte. Denn viele Teile des LHC-Rings werden bis auf wenige Grad über dem absoluten Nullpunkt heruntergekühlt, damit es zur Supraleitung kommt – die wiederum den Magneten erst die nötige Leistung ermöglicht.

weiterlesen

Dodo Müller: Eine Glaubenskongregation wird es immer geben

Gerhard L. Müller links im Bild
Gerhard L. Müller links im Bild
Der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, macht sich um den Fortbestand der von ihm geleiteten Kurienbehörde keine Sorgen. Eine Glaubenskongregation werde es „in irgendeiner Form“ trotz aller möglicher Reformen immer am Vatikan geben, „weil das Lehramt des Papstes für die Universalkirche seine wichtigste Mission darstellt“, sagte Müller der „Welt am Sonntag“.


kathweb

Angst, dass später einmal einer seiner Nachfolger die Dinge anders sehen könnte, hat der Kurienkardinal laut eigenem Bekunden nicht. „Auch in 500 Jahren wird man noch sagen, dass sich die Welt dem Schöpfungswillen Gottes verdankt. Dass sie Ausdruck seiner Liebe und seiner Güte ist.“ Auf dem „Weg zum Heil“ könne die Kirche nicht irren, weil sie den Beistand des Heiligen Geistes und die Zusage seiner Gnade habe. „Wer das nicht annimmt, vermutet hinter dem kirchlichen Agieren einen verdeckten Machtanspruch oder mangelnde Aufgeklärtheit.“

Zugleich räumte Müller ein, dass manches, was in der Kirche geschehe, begleitet sei von „aller Dialektik des Menschlichen“. Hinzu komme: „Unsere Kongregation ist nicht von Gott eingesetzt.“ Das seien nur die Bischöfe und der Papst. „Aber der Papst übt den Primat aus, indem er das Kardinalskollegium heranzieht zur Mitarbeit, besonders auch in der Form der Kardinalskongregationen der römischen Kurie.“

weiterlesen

Kulturrassismus: Die Christen sind die Sprosse einer anderen Menschheit

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Franziskus vor dem Segen ‚Urbi et Orbi’: Die wahre Kraft ist die Kraft Gottes, die seine Gerechtigkeit in sich trägt. Absage an alle Gewalt


kath.net

Heilige Messe auf dem Petersplatz mit Papst Franziskus. Zehntausende von Gläubigen hatten sich seit dem frühen Morgen unter strömendem Regen eingefunden, um zusammen mit dem Papst das Osterfest zu feiern. Wie jedes Jahr haben niederländische Blumenzüchter die Stufen zum Papstaltar und den Vorplatz des Petersdoms mit einem reichen Blütenschmuck dekoriert. Nach der Messe richtete der Papst seine traditionelle Osterbotschaft „Urbi et Orbi“ an die Stadt und den Erdkreis.

„Die Welt schlägt vor, sich um jeden Preis durchzusetzen, zu wetteifern, sich zur Geltung zu bringen… Doch die Christen sind durch die Gnade des gestorbenen und auferstandenen Christus die Sprosse einer anderen Menschheit, in der wir versuchen, einander zu dienen, nicht arrogant, sondern verfügbar und respektvoll zu sein.“

weiterlesen

Martin Buber: Ein Mittler zwischen verhärteten Fronten

Auch zu Lebzeiten geehrt: Der Philosoph Martin Buber. (dpa / picture alliance / ANP)
Martin Buber ist einer der großen Denker des Judentums gewesen. Zu seinem 50. Todestag erscheint die Biografie, die der Theologe Karl-Josef Kuschel verfasst hat. Und er würdigt Buber als jemanden, dem es gelungen sei, den interreligiösen Dialog neu zu entfachen.


Karl-Josef Kuschel im Gespräch mit Maike Albath|Deutschlandradio Kultur

Er sei einer der ganzen großen Denker des Judentums deutscher Sprache gewesen, der es gerade zu seinem 50. Todestag verdient habe, an sein Vermächtnis zu erinnern, so begründet es Karl-Josef Kuschel, dass er eine Biografie über Martin Buber geschrieben hat.

Der jüdische Religionsphilosoph wurde 1878 in Wien geboren und starb 1965 in Jerusalem – wuchs aber bei den Großeltern im galizischen Lemberg auf. Seine theologische Programmatik entwickelte er aus den Erzählungen der osteuropäischen Chassidim – und das zu einer Zeit, in der das Ostjudentum intellektuell verachtet worden war. Aus diesen Quellen habe er die Erneuerung des Judentums vorangetrieben, resümiert der Professor für katholische Theologie, der lange Jahre Ko-Direktor des Instituts für ökumenische und interreligiöse Forschung an der Universität Tübingen war.

Und Buber sei auch dadurch zu einer epochalen Figur geworden, weil im Verhältnis von Juden und Christen vorgedacht hätte, was heute noch das Niveau des Dialogs ausmache: einzigartige Versuche, die lange verhärteten Fronten des Antijudaismus wie der Polemik gegenüber dem Christentum zu überwinden. Dialog habe für den jüdischen Gelehrten auf Begegnung beruht, auf Tiefenerfahrungen, die existenziell verändern und geistig erweitern würden, nicht aber auf „Vergegnungen“, bei denen sich verschiedene Religionen träfen, sich aber nichts zu sagen hätten.

weiterlesen

Assyrische Kirche: Leiden wie Christus

© FACELLY/SIPA Karakosch: Ein Gottesdienst, bevor die irakische Stadt im August 2014 vom „Islamischen Staat“ erobert wurde. Karakosch ist heute eine Geisterstadt.
Einst hatte die assyrische Kirche Mesopotamiens eine größere Verbreitung als andere christliche Kirchen. Den langen Exodus beschleunigt nun der Terror des IS.


Von Rainer Hermann|Frankfurter Allgemeine

Am Donnerstag vor Palmsonntag verstarb das Oberhaupt der Assyrischen Kirche des Ostens, Katholikos-Patriarch Mar Dinkha IV. Die Kirche, die ihre Blüte in Mesopotamien erlebt hatte, ist eine der drei großen Kirchentraditionen; sie hatte in der Frühzeit des Christentums von allen die größte Verbreitung. Zu Beginn der drei Traditionen stehen große Namen: Paulus, der Evangelist Markus und der Apostel Thomas. Paulus hatte seine Missionsreisen in Antiochien begonnen, sie führten ihn nach Kleinasien und bis nach Rom. Der Evangelist Markus brachte das Christentum nach Alexandrien und Nordafrika. Der Apostel Thomas hingegen reiste nach Osten, nach Mesopotamien und von dort weiter nach Indien, wo er im Jahr 72 den Märtyrertod starb.

Zwei dieser drei Kirchentraditionen hielten sich über zwei Jahrtausende. Bestand hat, was auf Paulus zurückgeht: Rom ist unverändert Sitz der katholischen Kirche. In der Nachfolge des Evangelisten Markus ist der koptische Papst weiter der Patriarch von Alexandrien, auch wenn er seinen Sitz nilaufwärts nach Kairo verlegt hat. Im Osten aber ging die Zahl der Christen immer weiter zurück, so dass sie heute vor dem Ende stehen.

weiterlesen

Katholische Kirche in Polen: Rückwärts in die Zukunft

Monumentale Statue von Johannes Paul II. im polnischen Czestochowa. Foto: rtr
Der Tod von Johannes Paul II. jährte sich am 2. April zum zehnten Mal. Die katholische Kirche in Polen verliert seither an Anhängern, auch weil sie nicht im Sinne von Papst Franziskus agiert.


Von Jan Opielka|Frankfurter Rundschau

Es ist bereits die siebte Messe an diesem Tag in der Kirche zur Kreuzerhebung im polnischen Gliwice. Es ist Palmsonntag, früher Abend, doch auch an normalen Sonntagen ist diese Zahl der Gottesdienste die Regel. Nicht nur in dieser Kirche, und nicht nur in dieser Stadt Polens. Heute ist das Gotteshaus zwar nicht berstend voll, aber alle Bänke sind besetzt. Während zwei Geistliche am Altar den Kreuzweg Jesu nacherzählen, warten im hinteren Teil der Kirche Gläubige vor zwei Beichtstühlen auf die leise lösenden Worte der Priester. Als einer der beiden zum Ende der Messe den Beichtstuhl verlässt, schließt er leise dessen Tür, schaut sich um und geht dann auf eine ein paar Meter entfernt stehende junge Frau zu. „Wollen sie auch?“, scheint er zu fragen, während er auf den Beichtstuhl weist. Die Frau schüttelt den Kopf.

Die polnische Religiosität ist fast schon sprichwörtlich, sie ist deutlich ausgeprägter als in Deutschland – und nimmt dennoch recht rapide ab. In den letzten, beinahe vier Jahrzehnten maßgeblich befördert und geprägt hat sie Papst Johannes Paul II. Als der weltweit wohl bekannteste Pole am 2. April 2005 starb, schien in den Folgetagen das Leben im Land stillzustehen.

weiterlesen

Naomi Klein: „Wir müssen unser System verändern“

© Ullstein
Die Emissionen müssen sinken, die Marktmacht muss beschnitten werden: Naomi Klein über Klima und Kapitalismus – und über die Frage, weshalb sie sich nicht gegen die Gewalt bei den Blockupy-Kundgebungen ausgesprochen hat.


Von Anne Ameri-Siemens|Frankfurter Allgemeine

Nach der Lektüre Ihres 700-Seiten-Buchs ist man überwältigt von den katastrophalen Folgen des Klimawandels, ist schockiert und besorgt, will sich sofort dagegen engagieren. Zugleich kommen Sie zu dem Fazit, dass alle bisherigen Strategien mehr oder weniger versagt haben. Wo fängt man also an?

Sie möchten von mir eine Art Zehn-Punkte-Plan?

Egal, wie viele. Sie schreiben, dass uns nur noch zehn Jahre bleiben, um das Ruder herumzureißen und treten gleichzeitig dafür ein, dass sich weltweit eine soziale Massenbewegung formen muss, die, um das Klima zu retten, einen tiefgreifenden Wandel von Wirtschaft sowie politischer und gesellschaftlicher Kultur vorantreibt.

Die Erderwärmung nimmt dramatisch zu. Was mit dem Klima, mit unserer Umwelt geschieht, ist Realität und an der Beschaffenheit unserer Welt können wir nichts verändern. Also müssen wir unser System verändern.

weiterlesen

Religionsfreiheit ist nicht nur für die „Guten“ da

Themenbild
Themenbild
Von allen Seiten hagelt es Kritik für das Kopftuchurteil. Doch dass Religionsfreiheit für alle da ist, müssen wir aushalten, meint unsere Kolumnistin.


Von Barbara John|DER TAGESSPIEGEL

Das jüngste Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Kopftuch hat viel Kritik aufgewirbelt. Aus kirchlichen Kreisen heißt es, das Kreuz, Kernsymbol des christlichen Glaubens, sei 1995 aus deutschen Klassenzimmern verbannt worden, während zwanzig Jahre später das muslimische Kopftuch mit dem „Segen“ eben dieses Gerichts Einzug in die Schule hält. Ein Skandal! Aber das ist längst nicht alles an empörter Urteilsschelte. Da sind noch die kemalistisch orientierten Akademikerinnen mit türkischen Wurzeln, die Karlsruhe beschuldigen, die Integration junger muslimischer Frauen ohne Kopftuch zu erschweren.

Und schließlich beklagen sich auch die Atheisten, denen die negative Religionsfreiheit – Religion in jeder Form muss raus aus den Schulen – als das höchste Gut erscheint, das es zu wahren gilt.

weiterlesen

Wiesbaden: Freireligiöse Gemeinde wird zu Humanistischer Gemeinschaft

welthumanistentagUmbenennung soll Verwechslungen mit Freikirchen verringern. Hessische Humanisten begrüßen klares Bekenntnis.


diesseits.de

Schon seit Monaten hatte es lebhafte Diskussionen in den freireligiösen Gemeinden gegeben, wie sich diese auf die sich verändernden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen einstellen und weltanschaulich deutlicher profilieren könnten. Vor kurzem nun hat die Vollversammlung einer der sieben Gemeinden in Hessen den ersten Schritt gewagt und die Umbenennung in Humanistische Gemeinschaft Wiesbaden beschlossen. Auch in der neuen Verfassung der Wiesbadener Gemeinschaft, die den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts besitzt, ist deutlich der Bezug zum Humanismus als undogmatische und säkulare Weltanschauung verankert. Mit dem Abschied vom Begriff Religion soll aber nicht nur sich verändernden Rahmenbedingungen und den heutigen Überzeugungen der Mitglieder Rechnung getragen werden. Der neue Name soll auch dazu beitragen, dass die Angehörigen der Gemeinschaft seltener mit den Anhängern evangelikaler Freikirchen verwechselt werden, die ebenfalls in vielen Regionen des Landes präsent sind. Letztere vertreten nicht nur von den undogmatischen und humanistischen Überzeugungen der Freireligiösen deutlich abweichende Weltbilder, sondern besitzen aufgrund ihrer christlich-konservativen und teilweise radikal-fundamentalistischen Vorstellungen und Positionen insbesondere in kirchenfernen Teilen der Bevölkerung ein schlechtes Ansehen.

weiterlesen

Feuerameisen übernehmen kämpfend Krokodilnester

Rote Feuerameise (Solenopsis invicta), Bild: wikimedia.org/
Die argentinischen Feuerameisen gelten in vielen Ländern als gefürchtete Plagegeister. Beobachtungen aus ihrer Heimat zeigen nun: Sie machen auch vor großen Gegnern nicht halt.


Von Daniel Lingenhöhl|Spektrum.de

Feuerameisen schätzen die Nester von Kaimanen: Sie sind warm und luftfeucht – und sie liefern veritable Nahrung frei Haus. Für die Kaimane hat das allerdings einen Preis, warnt eine Studie im Journal of Herpetology: Bis zu einem Viertel der Kaimanbabys einer Brutsaison im nördlichen Argentinien könne den Attacken zum Opfer fallen, schätzen Biologen um Carlos Ignacio Piña vom Institut für Angewandte Zoologie in Santa Fe. In ihrem Untersuchungsgebiet besiedelten die Feuerameisen (Solenopsis invicta) rund 50 Prozent der Brutplätze von Breitschnauzenkaimanen (Caiman latirostris). Dabei vertrieben sie die Mütter, die aktive Brutpflege betreibt, durch ihre schmerzhaften Stiche, so dass diese sich nicht mehr um die Jungtiere kümmern konnten. Sobald die Kleinen aus ihren Eiern zu schlüpfen beginnen, dringen die Ameisen durch die Risse in der Schale ein, töten und zerlegen die kleinen Kaimane.

weiterlesen

Einkreisungsängste in Riad

Kingdom Centre, Riad, Saudi-Arabien, 2007. Foto: BroadArrow/CC BY-SA 3.0
Mit Pakistan, Ägypten und der Türkei versucht Saudi-Arabien eine sunnitische Allianz gegen Iran aufzubauen. Probelauf ist die Allianz gegen die jemenitischen Houthi-Rebellen


Von Martin Hoffmann|TELEPOLIS

Im saudischen Königshaus hat man sich schon seit Monaten auf eine Einigung in den Atomverhandlungen zwischen den westlichen Mächten und dem Iran vorbereitet – und hinter den Kulisse an einer Achse zur Eindämmung des Rivalen gearbeitet. Doch die Allianz mehrheitlich sunnitischer Staaten droht nicht nur den Jemen in einen offenen Bürgerkrieg zu stürzen, sondern auch die konfessionelle Polarisierung der Region noch weiter zu verschärfen.

Aus der Perspektive des saudischen Königshauses war die Machtübernahme der Houthi-Rebellen im Jemen nur die Spitze des Eisberges. Schon seit geraumer Zeit sieht sich das saudische Königshaus von wachsendem iranischen Einfluss umzingelt. Im nördlichen Nachbarland Irak unterhält die schiitisch dominierte Regierung trotz der Kooperation mit der internationalen Koalition gegen IS auch gute Beziehungen nach Teheran. Einheiten der iranischen revolutionären Garden kämpfen dort aufseiten der schiitisch dominierten irakischen Armee gegen die Milizen des IS (Irak: „Erst Tikrit, dann Mosul und Falludscha“) – und werden dadurch indirekt zu Verbündeten des Westens.

Aus saudischer Perspektive ist dabei keinesfalls gegeben, wer von beiden das kleinere Übel ist. Auch wenn die Dschihadisten auch die Monarchien am Golf auf ihrer Feindesliste führen, scheint der wachsende Einfluss des Irans die Herrscher in Riad stärker zu verunsichern als die visuell aufbereiteten Blutorgien des IS.

weiterlesen

Freiburger Erzapostel Burger warnt vor Sterbehilfe

Stephan_BurgerErzbischof Burger in Osternachtspredigt: Schwerkranke und Sterbende dürften nicht dem Zwang ausgesetzt werden, ihr Dasein rechtfertigen zu müssen. Vielmehr gelte: „Die Botschaft von Ostern ist die Botschaft vom Leben.“


kath.net

Vor einer einseitigen Betrachtung des Lebens, die die dunklen Seiten ausklammert, hat der Freiburger Erzbischof Stephan Burger (Foto) gewarnt. Schwerkranke und Sterbende dürften nicht dem Zwang ausgesetzt werden, ihr Dasein rechtfertigen zu müssen, sagte der Erzbischof von Freiburg in einer Osterpredigt im Freiburger Münster. Die Botschaft von Ostern sei eine andere: „Die Botschaft von Ostern ist die Botschaft vom Leben.“

„Beihilfe zum geräuschlosen Abschied aus der Mitte der Lebenden“

Suizid und Beihilfe zur Selbsttötung können nach Überzeugung von Erzbischof Burger keine Lösung zum Überwinden des Leids sein: „Der Tod würde so in ein künstlich herbeigeführtes Ereignis verwandelt, das kranken Menschen, die keine Aussicht auf Heilung mehr haben, einen geräuschlosen Abschied aus der Mitte der Lebenden ermöglichen soll. Dahinter steht ein Menschenbild, das einseitig an den Idealen von Unabhängigkeit, Selbstbestimmung, Leistungsfähigkeit und Gesundheit orientiert ist. “

weiterlesen

Tröglitz: „Keiner hier will Asylbewerber, niemand“

Behörden gehen von Brandstiftung aus: Das Dach der geplanten Flüchtlingsunterkunft in Tröglitz ist fast komplett abgebrannt. Seit Wochen demonstrieren Rechtsradikale gegen das Heim. Quelle: N24
40 Flüchtlinge sollen in Tröglitz untergebracht werden, der Bürgermeister trat bereits wegen rechter Anfeindungen zurück. Nun wurde das Flüchtlingsheim angezündet. Manche Anwohner freuen sich darüber.


Von Sven Eichstädt|DIE WELT

Am Tag danach scheint die Sonne über dem Süden von Sachsen-Anhalt. Hier, in der vom Braunkohleabbau geprägten Region um Zeitz im Burgenlandkreis, hat es in der Nacht zu Samstag einen Brandanschlag auf eine künftige Asylbewerberunterkunft gegeben.

Das Attentat geschah in Tröglitz, jenem Dorf, in dem erst vor kurzem der ehrenamtliche Bürgermeister Markus Nierth zurückgetreten war, weil er sich von Politik und Polizei nicht ausreichend geschützt sah gegen rechtsextreme Demonstrationen vor seinem Wohnhaus. Nierth hatte dafür geworben, dass Tröglitz ab Mai 40 Flüchtlingen Zuflucht gewährt.

weiterlesen

Theologie: Pseudowissenschaft unter Denkmalschutz

Zurück ins Leben. Am dritten Tag ist Jesus auferstanden von Toten – so steht es in der Bibel, so malte es Albrecht Bouts (1473-1549). Ob die meisten Theologen wirklich glauben,… – Foto: mauritius images
An zahlreichen staatlich finanzierten Universitäten wird Theologie betrieben. Eine Wissenschaft ist sie allerdings nicht – aus mehreren Gründen. Ein Einwurf.


Von Heinz-Werner Kubitza|DER TAGESSPIEGEL

Die Theologie ist eigentlich ein Kuriosum an modernen Universitäten. Während andere Fachbereiche einen klar abgegrenzten Forschungs- und Lehrbereich haben, ist bei den Theologen nicht einmal klar, ob es den zentralen Gegenstand, der ihrer Wissenschaft Theologie den Namen leiht, ob es diesen Theos überhaupt gibt. Während andere Fachgebiete seit der Aufklärung und dem Entstehen eines modernen wissenschaftlichen Denkens die Welt real verändert haben, wird es in der Theologie schon als Innovation gefeiert, wenn von Zeit zu Zeit ein alter Holzweg mit viel verbalem Aufwand wieder freigeräumt und eine neue „Schule“ gegründet wird.

Wenn die Theologie ihren Gegenstand auch nicht nachweisen kann, so gibt es sie dafür gleich doppelt, nämlich als katholische und als evangelische Theologie – an insgesamt 31 Fachbereichen an deutschen Universitäten.

Eine Wissenschaft mit konfessionellem Vorbehalt. Auch das ist eigentlich höchst kurios. Theologie ist ein Relikt, eine „gläubige Wissenschaft“, eine Wissenschaft, die unter Denkmalschutz steht. Doch ist sie überhaupt eine Wissenschaft?

weiterlesen

Bischöfe kritisieren Gewinnstreben – für den gläubigen Pöbel

Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki fordert anlässlich des Osterfestes eine größere Solidarität der Europäer mit Flüchtlingen. Foto: dpa
Zu Ostern rufen die beiden großen Kirchen zu Gottvertrauen und Zuversicht auf. Zugleich mahnen sie Solidarität mit den Schwachen an und kritisieren übertriebenes Gewinnstreben.


Frankfurter Rundschau

Die Botschaft von der Auferstehung Christi ermutige zum Einsatz für Gerechtigkeit, erklärte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm. Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Marx, kritisierte, dass sich die westlichen Gesellschaften einseitig am ökonomischen Profit orientierten.

Bedford-Strohm sagte, die Osterbotschaft lasse auf ein Leben nach dem Tod hoffen. «Gegen das Dunkel von Ungerechtigkeit und Gewalt setzten wir das feste Vertrauen, dass am Ende alle Tränen abgewischt werden und alles Ungerechte zurechtgerückt werden wird.» Das gebe jetzt schon Kraft, für Gerechtigkeit und die Überwindung von Gewalt einzutreten.

Auch der von den Nazis ermordete Theologe Dietrich Bonhoeffer habe «im tiefsten Dunkel» an die Auferstehung geglaubt. «Wer Ostern kennt, kann nicht verzweifeln», zitierte der Ratsvorsitzende Bonhoeffer. Der lutherische Pfarrer und Widerstandskämpfer wurde vor am 9. April vor 70 Jahren, kurz nach Ostern, im KZ Flossenbürg hingerichtet.

weiterlesen

Schwimmender Giftmüll und Käfighaltung unter Wasser: Probleme der Aquakultur

Speisefische auf einem Markt. Foto:Redaktion/heise.de
Die Nachfrage nach Fisch ist in den letzten 30 Jahren enorm gestiegen. Mindestens ein Drittel der weltweiten Fischfanggebiete gelten inzwischen als überfischt. Aquakultur soll diesem Problem abhelfen. Sie schone die wilden Fischbestände, heißt es.


Von Susanne Aigner|TELEPOLIS

Jährlich werden weltweit rund 142 Millionen Tonnen Fisch und Meeresfrüchte gefangen, die Hälfte stammt aus Flüssen, Seen und Meeren, die andere Hälfte aus Aquakultur. Das Fischinformationszentrum (FIZ e. V.) gibt für den deutschen Verbrauch den Verzehr von insgesamt 1,1 Millionen Tonnen Fisch und Meeresfrüchten an, im Durchschnitt 13,7 kg Fisch (Fanggewicht) pro Kopf und Jahr (2013). Der Importfisch hat mit 1,8 Millionen Tonnen den größten Anteil am Gesamtaufkommen an Fisch und Fischereierzeugnissen auf dem deutschen Markt, die Eigenproduktion liegt bei 244.000 Tonnen.

Aus deutscher Binnenfischerei und Aquakultur kommen insgesamt rund 244.000 Tonnen Fisch. Rund 6200 Aquakulturfarmen gibt es allein in Deutschland. Hier werden Regenbogen-, Lachs- und Bachforellen, Saibling, Karpfen, Aal, Wels sowie Zander, Schlei und Hecht erzeugt.

Die 600 Fischarten, die in Zuchtfarmen gemästet werden, werden vor allem mit Fischarten wie Sardellen, Sardinen und Makrelen aus Wildbeständen gefüttert. Doch diese sind normalerweise Nahrungsgrundlage für andere Meerestiere, und nebenbei auch für viele Menschen in den ärmeren Weltregionen. Bei Raubfischen wie Lachs, Forelle oder Kabeljau liegt die verfütterte Menge an Fisch bei 1,4 kg je Kilo Körpergewicht. Um die verfütterten Fischmengen zu bestimmen, gibt es eine Kennzahl: FIFO (fish in fish out) gibt darüber Auskunft, wieviel Kilo Futterfisch nötig sind, um ein Kilo Fisch auszumästen.

weiterlesen

US-Neurologe: Andreas L. war kein Täter, sondern Opfer

Thinkstock
Seit die zweite Blackbox der abgestürzten Germanwings-Maschine ausgewertet ist, scheint die Theorie der Ermittler mit sehr großer Sicherheit bestätigt: Co-Pilot Andreas L. brachte das Flugzeug absichtlich in den Sinkflug und lenkte somit sich selbst und 149 andere Menschen in den Tod.


Von Lea Kosch|The Huffington Post

Damit ist für die meisten auch die Schuldfrage endgültig geklärt: Der Co-Pilot hat das Leben all dieser Menschen an Bord auf dem Gewissen.

„Andreas L. ist kein Täter im klassischen Sinne“

Der US-Neurologe Robert M. Sapolsky ist anderer Ansicht. Er sagt: „Nicht Andreas L. hat das getan; es war seine Krankheit.“ In einem Beitrag für die „LA Times“ vertritt der Stanford-Professor die Ansicht, dass der Pilot gar kein Täter im klassischen Sinne sei, sondern vielmehr ein Opfer.

„Der Germanwings-Absturz hatte 150 Opfer, nicht 149“, schreibt er. Andreas L. habe aufgrund seiner Depression keinen Einfluss mehr auf seine Entscheidungen gehabt.

„Eine Depression ist wie alle psychischen Erkrankungen eine Störung. Sie bringt denjenigen in einen Zustand, bei dem das Wesen aufgrund biologischer Veränderungen nicht wiederzuerkennen ist.“

weiterlesen

Mann kommt nach 30 Jahren im US-Todestrakt wieder frei

„Die Sonne scheint“, sagte Anthony Ray Hinton nach seiner Freilassung© Bob Farley/DPA
Wieder hat sich herausgestellt, dass in den USA ein Unschuldiger in die Todeszelle geschickt wurde. 30 Jahre lang fürchtete der Mann, hingerichtet zu werden.


Von Gabriele Chwallek|stern.de

Fast 30 Jahre saß der Afroamerikaner Anthony Ray Hinton wegen Mordes in einer US-Todeszelle – jetzt ist der 58-Jährige frei. Neue Untersuchungen hatten Zweifel daran bestätigt, dass ein bei ihm gefundener Revolver die Tatwaffe war. Hinton selbst hatte stets darauf beharrt, dass er unschuldig sei. „Sie wollten mich für etwas hinrichten, was ich nicht getan habe“, sagte er am Freitag nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis in Birmingham im US-Bundesstaat Alabama.

weiterlesen

Bart: Muslimischer Vater attackiert britischen Lehrer

Von Kurt Westergaard
Von Kurt Westergaard
Weil zwei muslimische Schüler keinen Bart tragen durften, rastete ein Vater in Großbritannien aus. Er beschimpfte einen Lehrer rassistisch und griff ihn an. Allerdings ist die Schule katholisch – und der Mann nicht einmal der Vater der jungen Bartträger.


FOCUS ONLINE

In Großbritannien hat ein muslimischer Vater einen Lehrer angegriffen, weil dessen Schule muslimischen Schülern das Tragen von Bärten verboten hatte. Wie die „Daily Mail“ berichtet, steigerte sich der 34-Jährige in eine „rassistische Tirade“ gegen „weiße Lehrer“ hinein und griff einen der Lehrer an.

Das sei vor den Augen vieler Eltern geschehen, die gerade ihre Schüler abgeholt hätten. Der Mann sei festgenommen worden und sitze derzeit in Untersuchungshaft, berichtet die „Daily Mail“ weiter. Das Urteil werde voraussichtlich im Juni gesprochen.

weiterlesen

Could we get to Mars in 39 DAYS? Nasa selects companies to develop super fast deep-space engine

Nasa has selected a variety of companies to work on projects to create advanced space technologies, including a faster method of propulsion known as Vasimr (illustrated), which could apparently get to Mars in a matter of weeks, not months
  • Company in Texas has been asked to develop its revolutionary engine
  • Ad Astra’s Vasimr engine could apparently get to Mars in 39 days
  • It is one of 12 advanced technology projects to be funded by Nasa
  • Others include new types of habitation and small deep space satellites 


By Jonathan O’Callaghan|MailOnline

Nasa has selected a variety of companies to work on projects to create advanced space technologies, including faster methods of propulsion.

Other projects to be worked on include improved habitats for humans, and small satellites to explore deep space.

And one of the companies in the 12 Next Space Technologies for Exploration Partnerships (NextStep) says they have an engine that could get humans to Mars in just 39 days.

The Vasimr engine – which uses plasma as a propellant – is being developed by the Ad Astra Rocket company in Texas.

Their engine shot to fame a few years ago when it was revealed that it could drastically reduce the journey time to Mars from months to weeks – although it may require a nuclear power source.

And following the successful test of a prototype in 2013, it seems Nasa is now considering it for use on a future mission to Mars.

read more