Bischöfe kritisieren Gewinnstreben – für den gläubigen Pöbel


Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki fordert anlässlich des Osterfestes eine größere Solidarität der Europäer mit Flüchtlingen. Foto: dpa
Zu Ostern rufen die beiden großen Kirchen zu Gottvertrauen und Zuversicht auf. Zugleich mahnen sie Solidarität mit den Schwachen an und kritisieren übertriebenes Gewinnstreben.


Frankfurter Rundschau

Die Botschaft von der Auferstehung Christi ermutige zum Einsatz für Gerechtigkeit, erklärte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm. Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Marx, kritisierte, dass sich die westlichen Gesellschaften einseitig am ökonomischen Profit orientierten.

Bedford-Strohm sagte, die Osterbotschaft lasse auf ein Leben nach dem Tod hoffen. «Gegen das Dunkel von Ungerechtigkeit und Gewalt setzten wir das feste Vertrauen, dass am Ende alle Tränen abgewischt werden und alles Ungerechte zurechtgerückt werden wird.» Das gebe jetzt schon Kraft, für Gerechtigkeit und die Überwindung von Gewalt einzutreten.

Auch der von den Nazis ermordete Theologe Dietrich Bonhoeffer habe «im tiefsten Dunkel» an die Auferstehung geglaubt. «Wer Ostern kennt, kann nicht verzweifeln», zitierte der Ratsvorsitzende Bonhoeffer. Der lutherische Pfarrer und Widerstandskämpfer wurde vor am 9. April vor 70 Jahren, kurz nach Ostern, im KZ Flossenbürg hingerichtet.

weiterlesen