Naomi Klein: „Wir müssen unser System verändern“


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Die Emissionen müssen sinken, die Marktmacht muss beschnitten werden: Naomi Klein über Klima und Kapitalismus – und über die Frage, weshalb sie sich nicht gegen die Gewalt bei den Blockupy-Kundgebungen ausgesprochen hat.


Von Anne Ameri-Siemens|Frankfurter Allgemeine

Nach der Lektüre Ihres 700-Seiten-Buchs ist man überwältigt von den katastrophalen Folgen des Klimawandels, ist schockiert und besorgt, will sich sofort dagegen engagieren. Zugleich kommen Sie zu dem Fazit, dass alle bisherigen Strategien mehr oder weniger versagt haben. Wo fängt man also an?

Sie möchten von mir eine Art Zehn-Punkte-Plan?

Egal, wie viele. Sie schreiben, dass uns nur noch zehn Jahre bleiben, um das Ruder herumzureißen und treten gleichzeitig dafür ein, dass sich weltweit eine soziale Massenbewegung formen muss, die, um das Klima zu retten, einen tiefgreifenden Wandel von Wirtschaft sowie politischer und gesellschaftlicher Kultur vorantreibt.

Die Erderwärmung nimmt dramatisch zu. Was mit dem Klima, mit unserer Umwelt geschieht, ist Realität und an der Beschaffenheit unserer Welt können wir nichts verändern. Also müssen wir unser System verändern.

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