Religionsfreiheit ist nicht nur für die „Guten“ da


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Von allen Seiten hagelt es Kritik für das Kopftuchurteil. Doch dass Religionsfreiheit für alle da ist, müssen wir aushalten, meint unsere Kolumnistin.


Von Barbara John|DER TAGESSPIEGEL

Das jüngste Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Kopftuch hat viel Kritik aufgewirbelt. Aus kirchlichen Kreisen heißt es, das Kreuz, Kernsymbol des christlichen Glaubens, sei 1995 aus deutschen Klassenzimmern verbannt worden, während zwanzig Jahre später das muslimische Kopftuch mit dem „Segen“ eben dieses Gerichts Einzug in die Schule hält. Ein Skandal! Aber das ist längst nicht alles an empörter Urteilsschelte. Da sind noch die kemalistisch orientierten Akademikerinnen mit türkischen Wurzeln, die Karlsruhe beschuldigen, die Integration junger muslimischer Frauen ohne Kopftuch zu erschweren.

Und schließlich beklagen sich auch die Atheisten, denen die negative Religionsfreiheit – Religion in jeder Form muss raus aus den Schulen – als das höchste Gut erscheint, das es zu wahren gilt.

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