Grenze zu IS-Gebiet: „Wer will kann rüber“


Schmuggler haben leichtes Spiel am Grenzübergang im südosttürkischen Akcakale. Foto: dpa
Die Türkei versichert, sie gehe gegen westliche Dschihadisten vor, die nach Syrien wollen. Doch die Grenze zum IS-Gebiet ist schlecht gesichert. Schmuggler überwinden sie in wenigen Minuten – unter den Augen der Polizei.


Frankfurter Rundschau

Ahmed Ali steht am Grenzübergang im südosttürkischen Akcakale. Auf der syrischen Seite, in Tell Abjad, herrscht die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Aus Tell Abjad kommt Ahmed, dort will er jetzt wieder hin. Einen Ausweis hat der 18-Jährige nicht, und der Übergang ist nur für Flüchtlinge geöffnet, die zurück nach Syrien wollen. «Ich gehe hin und her», sagt Ahmed. «Ich gehe illegal.» Wann er das nächste Mal nach Tell Abjad wolle? «Ich gehe jetzt», sagt der Schmuggler dem deutschen Reporter in Akcakale. «Du kannst zuschauen.»

Prompt geht Ahmed mit einem Freund los, der einen Drahtschneider hat. Beide laufen weg vom Grenzübergang Richtung Osten, wo eine Armeestellung zu sehen ist. «Was macht Ihr?», ruft ein Grenzpolizist, es wirkt, als sei der müde Protest vor allem der Anwesenheit des Reporters geschuldet. Zumindest bewegt sich der Polizist keinen Deut, obwohl Ahmed und sein Freund weiterlaufen, parallel zum Grenzzaun.

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