Initiativen zur Hirnforschung: Mehr Systematik ist angesagt

Bild: BB
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In den letzten Jahren haben die USA, Europa, Japan und Israel neue Initiativen zur Hirnforschung lanciert. Auch die Chinesen wollen ein Projekt starten. Doch von einem Wettrennen kann keine Rede sein.


Von Lena Stallmach|Neue Zürcher Zeitung

In den letzten Jahrzehnten hat die Hirnforschung eine riesige Sammlung von Daten hervorgebracht und unzählige Hypothesen und Theorien entwickelt. Doch eine allumfassende, breit akzeptierte Theorie des Gehirns gibt es nicht. Aber es wurden wichtige Erkenntnisse gewonnen, die auch zu einem besseren Verständnis von Erkrankungen des Gehirns beitragen. Doch habe dieser Erkenntnisgewinn kaum zu medizinischen Fortschritten geführt, sagte Patrick Aebischer, der Rektor der ETH Lausanne, vergangene Woche am «Brain Forum» in Lausanne. Vertreter von nationalen und internationalen Hirnforschungs-Initiativen sprachen sich dort dafür aus, mehr System in die Forschung zu bringen und Daten konsequent öffentlich zugänglich zu machen.

Immer noch Neuland

Das «Brain Forum» wurde vor zwei Jahren von dem Unternehmer Walid Juffali gegründet und soll Hirnforscher, Mediziner, Ingenieure und Investoren zusammenbringen, um die Erkenntnisse aus der Forschung schneller nutzbar zu machen. Psychische Erkrankungen und die mit der Alterung der Menschheit zunehmende Last der Demenz-Erkrankungen stellen ein immer drängenderes Problem für die Gesellschaft dar. Dies scheint viele Regierungen und private Investoren davon zu überzeugen, die Hirnforschung vermehrt zu fördern. Und so wurden in den letzten Jahren mehrere internationale und nationale Initiativen lanciert: in Europa, den USA, Kanada, Israel und Japan. Die chinesische Regierung begutachtet derzeit einen entsprechenden Vorschlag.

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„Weltmaschine“ beschleunigt wieder Teilchen

Bild aus der Bauzeit des LHC. ©CERN
Bild aus der Bauzeit des LHC.
©CERN
Der größte Teilchenbeschleuniger der Welt ist nach einer umfassenden Modernisierung seit Ostersonntag wieder in Betrieb. In dem unterirdischen Ringtunnel zwischen Frankreich und der Schweiz sollen Protonen aufeinanderprallen – mit mehr Energie als je zuvor.


Hamburger Abendblatt

In den Zerfallsprodukten suchen Forscher nach bislang unentdeckten Bausteinen unseres Universums. Den Neustart des Large Hadron Colliders (LHC) am Europäischen Kernforschungszentrum (Cern) verfolgten Forscher und Physikbegeisterte in einem Live-Blog im Internet.

„Alles hat hervorragend geklappt“, sagte Cern-Generaldirektor Rolf-Dieter Heuer, 66, in der Nähe von Genf. Zuvor hatte um 10.41 Uhr der erste und um 12.27 Uhr der zweite Teilchenstrahl den 27 Kilometer langen LHC-Ring passiert. „Das Herz des Cern schlägt jetzt wieder im Rhythmus des LHC“, sagte der Stuttgarter Physiker. Die Modernisierungsarbeiten der „Weltmaschine“ dauerten über zwei Jahre.

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Zürich brachte jüdischen Bücherschatz vor den Nazis in Sicherheit

Bücherverbrennung auf dem Opernplatz in Berlin am 10. Mai 1933. Bild: wikimedia.org/Bundesarchiv, Bild 102-14597 / CC-BY-SA
Die jüdische Bibliothek in Zürich ist einmalig. In ihr werden Hunderte Bücher, Manuskripte und Briefe aufbewahrt, die vor den Bücherverbrennungen von 1933 verschont blieben. Nun feiert sie ihr 75-Jahr-Jubiläum mit einem Buch, das die Geschichte des Bestandes und die ihrer Stammkunden zeigt.


Von Judith Wipfler|SRF

Wie gestaltet man ein Buch über eine Bibliothek? Die Bibliothekarinnen Yvonne Domhardt und Kerstin Paul haben die Aufgabe grandios gelöst. In «Quelle lebender Bücher» baten sie prominente Stammgäste der Gemeindebibliothek der ICZ (Israelitische Cultusgemeinde Zürich) um persönliche Lese-Lebensgeschichten. Das Buch erscheint zum 75-Jahr-Jubiläum.

Jiddische Frauenliteratur, Krimis, Familienlexika

Die Autorin Vivianne Berg etwa beschreibt ihre Entdeckung der jiddischen Frauenliteratur, die als «wertlos» bezeichnet wurde. Die ICZ-Bibliothek jedoch hat ihr die «Frauenbibel» ans Herz gelegt. Der Architekt und Synagogenforscher Ron Epstein bekennt, dass er sein Judentum von a-z in dieser Bibliothek kennengelernt hat. Judith Stofers Interesse an Jerusalem wurde durch die Krimis von Batya Gur noch befeuert, und Bettina Spoerri findet ihr Vokabular in Nathalia Ginzburgs «Familienlexikon».

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Einblicke in verfehlte Integrationspolitik

Bild. pro Medienmagazin
Die sozialen Bedingungen in den Randzonen französischer Städte sind schwierig. Eine ZDF-Dokumentation zeigt am Mittwoch, dass dort auch radikaler Islamismus ein Rolle spielt.


pro Medienmagazin

Das ZDF widmet sich am Mittwoch, dem 8. April, in zwei Sendungen den sozialen Problemen in den Vororten französischer Großstädte, den sogenannten Banlieues. Aus ihnen stammt nach ZDF-Angaben ein Teil der französischen Dschihadisten. ZDF-Korrespondentin Susanne Freitag berichtet ab 22.15 Uhr zunächst in einem Beitrag des „auslandsjournal“ über die „ungelösten Probleme als Folge einer verfehlten Integrationspolitik“ in den französischen Ballungsräumen. Ab 0.45 Uhr folgt zum gleichen Thema eine 45-minütige Dokumentation unter dem Titel „Frankreichs Vorstädte zwischen Revolte und Religion“. Seit rund zehn Jahren verfolgt Korrespondentin Freitag die Probleme in den „vergessenen Vorstädten“ und berichtet sporadisch über die soziale Situation dort.

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Der Brontosaurus kehrt zurück

Brontosaurus excelsus gehört offenbar doch zu einer eigenen Gattung © thinkstock
Gute Nachricht für alle Dinosaurier-Fans: Nach gut 100 Jahren der „Verbannung“ aus der wissenschaftlichen Sprache kehrt der Brontosaurus zurück. Denn Paläontologen haben den Fall im Kontext neuer Fossilienfunde noch einmal aufgerollt. Sie kommen zu dem Schluss: Der Brontosaurus ist doch eine eigene Gattung und nicht bloß eine Apatosaurus-Art. Damit könnte die berühmte „Donnerechse“ ihr Comeback erleben.


scinexx

Den Brontosaurus kannte früher jedes Kind – er stand geradezu ikonisch für die langhalsigen Riesen-Dinosaurier. Seine Geschichte begann im Jahr 1877, als der Paläontologe Othniel Charles Marsh bei Ausgrabungen im Westen der USA das unvollständige Skelett eines langhalsigen, ziemlich großen Dinosauriers fand. Er taufte ihn Apatosaurus ajax, die „täuschende Echse“.

Die „Donnerechse“ wird berühmt

Zwei Jahre später stieß das Grabungsteam bei Como Bluff in Wyoming auf ein weiteres, noch größeres Skelett. Aufgrund der Größenunterschiede entschied sich Marsh, den neuen Dino einer eigenen Gattung zuzuordnen: Brontosaurus excelsus – die „noble Donnerechse“. Das Fossil wurde rekonstruiert und als erstes Sauropoden-Skelett überhaupt im American Museum of Natural History in New York ausgestellt.

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Kurden nehmen deutschen Jesiden-Kommandeur fest

Foto: ezidipress.com Jesiden-Kommandeur Heydar Schascho wurde auf offizielle Anordnung der kurdischen Autonomieregierung verhaftet
Heydar Schascho befehligt im Nordirak rund 3000 Jesiden im Kampf gegen den IS. Jetzt ist der Oberkommandeur mit deutscher Staatsbürgerschaft von kurdischen Sicherheitskräften festgenommen worden.


Von Robert Tannenberg|DIE WELT

Der Lage zwischen Kurden und Jesiden im Nordirak droht zu eskalieren. Regierungskräfte haben den Oberkommandeur der jesidischen „Verteidigungseinheit Shingal“ (HPS), Heydar Schascho, festgenommen. Das bestätigte ein Sprecher der kurdischen Autonomieregierung am Montagabend. Zuvor hatte jesidische Nachrichtenportal „Ezidipress“ von der Festnahme berichtet.

Schascho ist deutscher Staatsbürger, der Großteil seiner Familie lebt in Niedersachsen. Innerhalb der HPS führt er rund 3000 jesidische Widerstandskämpfer im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) an. Nach offiziellen Angaben soll sich Schascho nun „für die Gründung einer illegitimen Miliz“ vor Gericht verantworten. Zwar befehligt Schascho Tausende Jesiden in der HPS, die Gründung der Einheit im Sommer 2014 ist allerdings seinem Onkel Kassim Schascho zuzuschreiben.

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Kirchenaustritte, Ostern und christliche Weicheier

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Christen wollen keine Christen mehr sein. Gunnar Schupelius fragt sich, wo das enden wird?


Von Gunnar Schupelius|BZ

Diese Ostertage wirkten wie gemalt. Das Wetter glich der Beschreibung von Stefan Zweig in seinem Buch „Die Welt von Gestern“, in dem er sich an den Sommer 1914 erinnert: „seidenblau der Himmel, weich die Luft“.

Am Ostersonntag verbreitete die Sonne eine unerwartete Wärme. Die Blätter des Rosenstrauches auf meiner Terrasse rollten sich in zwei Tagen um einen Zentimeter aus.

Die Kirchen, so schien es mir, waren gut besucht. Am Karfreitag fand ich mich am Friedrich Wilhelm Platz in Friedenau unter vielen Menschen wieder. In der Osternacht konnte man im Berliner Dom kaum noch einen Sitzplatz bekommen. Am Ostersonntag saßen wir eng gedrängt in der Grunewaldkirche. Familiengottesdienst! Pfarrer Jochen Michalek gelang es, Erwachsene und Kinder anzusprechen, ohne dass es banal wirkte. Wir gingen mit dem Gefühl aus der Kirche, dass es immer einen Neuanfang gibt. Diese Botschaft ist Teil des Osterglaubens, der im Mittelpunkt des Christentums steht. „Jetzt gibt es keine bösen Menschen mehr“, teilte mir mein vierjähriger Sohn mit.

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USA: Kardinal O’Malley warnt vor Todesstrafe

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Angesichts zweier aktueller Gerichtsprozesse in den USA, bei denen ein Todesurteil zu erwarten ist, haben Bischöfe die Ablehnung der katholischen Kirche gegenüber der Todesstrafe bekräftigt. Die Todesstrafe sei immer ein „Angriff auf die Unverletzbarkeit des Lebens“, zitierten die Bischöfe von Massachusetts, darunter auch der Bostoner Kardinal Sean Patrick O’Malley, in einer Erklärung vom Montag (Ortszeit) Papst Franziskus. Der mutmaßliche Bostoner Marathon-Bomber Dzokhar Zarnajew, für dessen Leben sie sich einsetzen, stelle „keine Gefahr mehr dar und wird nie wieder in der Lage sein, Schaden anzurichten“, so die Bischöfe.


kathweb

Die Kirchenvertreter betonen ihr Mitgefühl für die Angehörigen der drei Toten sowie für die mehr als 260 Verletzten des Terroranschlags vom 15. April 2013. Der Prozess gegen Zarnajew sei eine „schmerzhafte Erinnerung an das Leid so vieler Menschen“. So schrecklich das Verbrechen auch gewesen sei, so sehr müsse die Gesellschaft aber Abstand von der Todesstrafe nehmen und einen besseren Weg finden, mit dem Täter umzugehen. Kirchenvertreter in Massachusetts hatten zuletzt kritisiert, Gegner der Todesstrafe würden vom Einsatz als Geschworene ausgegrenzt.

Im Fall des Boston-Bombers beraten die Geschworenen seit Dienstag, ob der Angeklagte in den 30 Anklagepunkten schuldig gesprochen wird. Auf mehrere davon steht die Todesstrafe. Obwohl der Bundesstaat Massachusetts die Kapitalstrafe abgeschafft hat, kann Zarnajew dazu verurteilt werden, weil der Prozess vor einem Bundesgericht nach US-Bundesrecht geführt wird.

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Das sind die gefährlichsten Drogen der Welt

Bild. HuffPo
Der britische Drogenforscher David Nutt, bis 2009 wichtigster Berater der britischen Regierung in Drogenfragen, hat zusammen mit zahlreichen Experten aus verschiedenen Ländern ein System entwickelt, um die Gefahren von Drogen umfassend einzuschätzen und miteinander zu vergleichen.


Von Jörg Böckem|THE HUFFINGTON POST

Im Jahr 2013 versammelte er 40 Experten aus 20 europäischen Ländern, um 20 verschiedene psychoaktive Substanzen im Hinblick auf ihr Gefahrenpotenzial bewerten zu lassen. Die Wissenschaftler arbeiteten 16 unterschiedliche Gefahrenkriterien heraus.

Die wichtigste Unterscheidung in dieser Liste von Gefahren besteht darin, das Risiko für die User selbst und für andere, also die Gesellschaft oder das direkte soziale Umfeld, getrennt zu betrachten. Das erweitert den Blick vom Einzelnen auf die anderen Menschen, die direkt und indirekt betroffen sind.

Die gleiche Betrachtungsweise gilt natürlich auch, wenn man den Nutzen dieser Substanzen einschätzt – nur wurde das noch nie getan. Eine interessante Perspektive ergibt sich, wenn man die Gefahren für einen selbst und für andere zusammenfasst und die Ergebnisse für die einzelnen Drogen einander gegenüberstellt.

Hier fällt auf, dass die Experten die Gefahren von Alkoholkonsum für andere als enorm hoch bewerten – verglichen etwa mit dem Konsum von Ecstasy. Nach Ansicht dieser Gruppe von Experten ist Alkohol mit Abstand die gefährlichste Droge. Eine Einschätzung, die angesichts von Schlägereien, Vergewaltigungen, Sachbeschädigungen und nicht zuletzt Autounfällen unter Alkoholeinfluss nachvollziehbar ist.

Eine weitere Gefahrendimension ist das »relative Risiko«. Hier haben die Wissenschaftler die Gefahren von Alkohol, Cannabis und Co. miteinander verglichen. Ein Element bei diesem Vergleich ist die Sterblichkeitsrate – wie viele User sterben an den Folgen des Konsums der jeweiligen Droge?

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Francis S. Collins: Etwas Kreationismus gefällig?

Francis S. Collins, Bild: wikimedia.org/PD
Wie ein Genetiker vom Atheisten zum Christen wurde – Papst Benedikt XVI. hat den evangelikalen Christen 2009 in die Päpstliche Akademie der Wissenschaften aufgenommen.


kath.net

Einer der weltweit renommiertesten Genetiker hat sich in seinem Leben vom Atheisten zum evangelikalen Christen gewandelt. Der US-Amerikaner Francis S. Collins, Direktor der Nationalen Gesundheitsinstitute in Bethesda (Bundesstaat Maryland), leitete von 1993 an das Humangenomprojekt zur vollständigen Entschlüsselung des menschlichen Erbgutes. Die Forschung öffnete ihm die Augen für die Großartigkeit und Komplexität des DNS-Moleküls, dem Träger der Erbinformation. Man könne nur staunen, dass im Zellkern „Gottes Software“ des Lebens sitze, so Collins. Im Jahr 2012 erschien in Deutschland sein Buch „Gott und die Gene.

Ein Naturwissenschaftler entschlüsselt die Sprache Gottes“. Doch bis zu dieser Erkenntnis war es für den heute 64-Jährigen ein langer Weg. Er wuchs in einer wenig religiösen Familie auf. Bis zum Universitätsstudium verstand er sich als Gottesleugner. Der Glaube erschien ihm als eine irrationale und emotionale Angelegenheit. Doch die Begegnung mit sterbenskranken Patienten ließ ihn ins Grübeln kommen. Beim Nachforschen habe er mit Erstaunen festgestellt, dass es gute Gründe für die Existenz Gottes gebe. Seine Annahme, dass es keinen Gott gebe, schien ihm schließlich als die am wenigsten plausible.

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Wer für Christen eintritt, muss auch für Muslime kämpfen

Der Terroranschlag n Kenia stürzt das Land in tiefe Trauer. (Foto: dpa)
Beim Angriff auf die Universität in Kenia mussten viele Menschen ihrer Religion wegen sterben. Christenverfolgung ist erschreckende Gegenwart. Wer ihr entgegentreten will, muss für die Glaubensfreiheit insgesamt streiten.


Von Matthias Drobinski|Süddeutsche.de

Die Mörder kamen im Morgengrauen, drangen in die Schlafsäle der Studenten ein; wer keinen Koranvers rezitieren konnte, war des Todes. Mindestens 147 Menschen ermordeten Terroristen der Al-Shabaab-Miliz auf dem Campus der Universität im kenianischen Garissa, viele von ihnen, weil sie Christen waren. Viele Tausend Kilometer weiter, in Indien, stehen Christen zu Ostern in ausgebrannten Kirchen. Seitdem der Hindu-Nationalist Narendra Modi an der Regierung ist, nimmt die Gewalt gegen sie zu. Vor zwei Wochen erst jagten sich Selbstmord-Attentäter vor zwei Kirchen in die Luft, 17 Menschen starben. Es sind furchtbare Nachrichten zum höchsten Fest der Christenheit. Das Sterben der Christen und der christlichen Kultur in Syrien, im Irak, schafft es schon gar nicht mehr in die Nachrichten. Es findet einfach statt.

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Die Cargo-Kult-Falle

Aura-Chirurgie: Ohne Blut und ohne Wirkung – Foto: Florian Aigner
Wollen Sie Ihre Aura operieren lassen? Oft verschwendet man Zeit mit nutzlosen Handlungen, weil sie auf den ersten Blick wichtig und überzeugend erscheinen.


Von Florian Aigner|futurezone.at

Silbriges Operationsbesteck liegt am Tisch bereit. Der Patient sitzt konzentriert daneben, unbetäubt, mit geschlossenen Augen. Der Chirurg nimmt das Skalpell und setzt mit sicherer Hand einen gezielten Schnitt, direkt bei der Nase, in der Luft. Niemals berührt das Skalpell die Haut, es handelt sich nämlich um Aura-Chirurgie. Hier wird nicht der Körper des Patienten behandelt, sondern seine feinstoffliche Energieausstrahlung, die aus dem Körper hinausragt.

Die Aura muss vor dem Gesicht aufgeschnitten werden, erklärt der Heiler. Danach wird sie nach links und rechts weggeklappt, aus dem Inneren der Aura wird mit der Pinzette eine energetische Blockade herausgezogen und abgeschnitten. Mit vertrauenserweckend professioneller Überzeugung hantiert der Operateur, immer bleiben die Instrumente eine Handbreit vom Körper des Patienten entfernt.

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Dodo Matussek: Die Zehn Gebote neben der Scharia zur Wahl stellen?

Matthias_MatussekMatthias Matussek: „Christlich die Überzeugung, dass Männer, die sich küssen, nicht an Kränen aufgehängt werden und Frauen, die sich in einen anderen Mann vergucken, nicht gesteinigt werden sollten – aber wir erinnern uns nicht mehr“.


kath.net

„Christlich ist unsere Herkunft, unsere Tradition, christlich ist unser Menschenbild („Die Würde des Menschen ist unantastbar“), christlich ist unsere Bildung, christlich ist unsere gesamte Anthropologie inklusive der gleichen Rechte für Frauen, die erkämpft wurde, christlich auch die Aufklärung seit Thomas von Aquin, christlich die Überzeugung, dass Männer, die sich küssen, nicht an Kränen aufgehängt werden und Frauen, die sich in einen anderen Mann vergucken, nicht gesteinigt werden sollten – aber wir erinnern uns nicht mehr.“ Darauf wies Matthias Matussek in einem Kommentar in der Tageszeitung „Die Welt“ hin. Er setzte sich darin mit dem alljährlichen Protest gegen das Tanzverbot an Karfreitag auseinander. „Interessant ist jedoch, wie sehr unser religiöses Selbstverständnis als Christen in einer ‚säkularen und religiös vielfältigen Gesellschaft‘ (Jusos) zur Debatte steht. Unsere Islamverbände lachen sich schief. Und die Muslime weltweit verstehen nur Bahnhof.“ Denn „früher hatten sie es doch noch mit wehrhaften Christen zu tun, die das Kreuzzeichen machen, nun stoßen sie in unserer trägen Spätgesellschaft in Watte. Pardon: in Zuckerwatte“, in „eine ignorante, seelisch erloschene Gleichgültigkeit, die im Ernst keinen Respekt verdient“.

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BuPräs Lebensabschnittsbegleiterin warnt vor ‚No-Go-Areas‘ für Juden

Bild: bb
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Daniela Schadt: Neben „traditionellem“ gibt es einen islamisch motivierten Antisemitismus – Ebenso inakzeptabel sei, dass gewaltbereite Rechtsextremisten gewählte Mandatsträger bedrohten oder einschüchterten.


kath.net

Vor so genannten „No-Go-Areas“ für Juden, also Vierteln, in die sich jüdische Bürger nicht mehr trauen können, hat die Lebensgefährtin von Bundespräsident Joachim Gauck, Daniela Schadt, gewarnt. „Dagegen müssen wir alle Stellung beziehen”, sagte sie der „Neuen Osnabrücker Zeitung”. Sie sei in großer Sorge, weil viele Juden in Berlin und anderswo es nicht mehr wagten, öffentlich die Kippa zu tragen. Davor hatte nach den Anschlägen von Paris und Kopenhagen unter anderem der Zentralrat der Juden gewarnt. In der deutschen Hauptstadt gab es im vergangenen Jahr laut Polizei 192 antisemitische Vorfälle. Wie Schadt sagte, kann sie sich nicht daran gewöhnen, dass Polizisten jüdische Einrichtungen bewachen müssten: „Es ist furchtbar und sehr traurig, dass es in Deutschland inzwischen neben einem traditionellen Antisemitismus auch noch eine neue Form des Antisemitismus gibt, einen islamistisch motivierten etwa auch bei einem Teil von jüngeren Muslimen.”

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Wissenschaftstheorie: Frontalangriff auf die wissenschaftliche Methode

scienceSpekulative Theorien bedürfen laut einigen Forschern keiner experimentellen Überprüfung, um als wissenschaftlich zu gelten. Dieser Ansatz untergräbt die Wissenschaft, kritisieren George Ellis und Joe Silk.


Von George Ellis und Joe Silk|Spektrum.de

Im vergangenen Jahr nahm eine Debatte in der Physik eine beunruhigende Wende: Nicht alle fundamentalen Theorien lassen sich anhand von Beobachtungen überprüfen und so fordern einige Wissenschaftler, das Vorgehen in der theoretischen Physik anzupassen. Sei eine Theorie nur ausreichend elegant und aussagekräftig, so ihr Appell, müsse diese nicht experimentell überprüft werden – das bricht mit jahrhundertealter philosophischer Tradition, nach der wissenschaftliche Erkenntnis sich erst durch empirische Befunde bewähren muss. Wir kritisieren den neuen Ansatz scharf, denn wie der Wissenschaftstheoretiker Karl Popper bereits feststellte: Jede wissenschaftliche Theorie muss falsifizierbar sein.

Unter den Befürwortern des „Eleganz-genügt-Prinzips“ finden sich vor allem Stringtheoretiker. Denn die Stringtheorie sei angeblich die einzige Möglichkeit, die vier physikalischen Grundkräfte zu vereinigen, und so müsse sie zumindest ein Fünkchen Wahrheit enthalten – auch wenn sie auf zusätzlichen Dimensionen fußt, die wir niemals erfassen können. Auch einige Kosmologen würden gerne auf die experimentelle Überprüfung von ästhetischen Hypothesen verzichten, wenn sich diese in einem nicht erfassbaren Rahmen abspielen, wie beispielsweise das kaleidoskopische Multiversum (bestehend aus unzähligen Universen), die „Viele-Welten-Deutung“ der Quantenmechanik (in der Messungen parallele Realitätszweige hervorrufen) und Konzepte von einer Zeit vor dem Urknall.

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Aus dem Leben eines Taugenichts

Bild: brightsblog
Bild: brightsblog
Benedikt XVI. ist laut Bischof Gänswein bei guter Gesundheit. Regelmäßigen Besuch empfange der emeritierte Papst aber nicht. Gerüchte über Strömungen im Vatikan gegen Franziskus bestritt Gänswein.


DIE WELT

Nach Angaben von Kurienerzbischof Georg Gänswein befindet sich der emeritierte Papst Benedikt XVI. in guter gesundheitlicher Verfassung. „Der Kopf ist glasklar. Die Beine machen da und dort etwas Schwierigkeiten. Beim Gehen nimmt er dann den Rollator, der etwas Stabilität gibt, und damit geht es ganz gut“, sagte Gänswein in einem am Ostersonntagabend ausgestrahlten Interview des österreichischen Senders ORF. Gänswein ist Präfekt des Päpstlichen Hauses und zugleich Privatsekretär von Benedikt XVI. Der emeritierte Papst wird am 16. April 88 Jahre alt.

Gänswein bekräftigte, dass Benedikt XVI. keine wissenschaftlichen Arbeiten mehr verfassen werde, „weil er dafür nicht mehr die Kraft hat und nicht mehr diesen inneren Schwung, den er bräuchte“. Benedikt XVI. führe aber eine große private Korrespondenz. „Er liest sehr viel, er betet sehr viel. Er hört Musik. Er spielt auch Klavier. Es wird ihm nicht langweilig. Ich glaube, er weiß mit der Zeit etwas Gutes anzufangen.“

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Omas Gurken

Bild: Frankfurter Rundschau
Die alten Schweinrassen sind gar nicht so alt, und Curry kannte man im Mittelalter auch noch nicht in Europa. Warum bloß lassen wir uns so gern was einreden, wenn es ums Essen geht?


Von Hilal Sezgin|Frankfurter Allgemeine

Ausgerechnet Wiesenhof! Bereits etliche Male stand das Unternehmen wegen seiner Tierhaltung in der Kritik; Mitte März stellte es auf einer Food-Fachmesse drei überraschend neue Produkte vor: „Veggie Crispy-Schnitzel“, „Veggie Crispy-Sticks“ und „Veggie-Sticks“, rein pflanzlich auf der Basis von Gemüse und Weizenprotein. Sicher ist dies auch ein Erfolg der Tierrechtler und Journalisten, die wiederholt siechende Tiere im Innern von Ställen gefilmt hatten – wohl kaum ein Markenname hat sich so zwiespältig ins Gedächtnis der Konsumenten eingebrannt.

Doch Wiesenhof steht nicht allein da unter den deutschen Fleischunternehmen. „Wir werden die erste und gleichzeitig die letzte Generation sein,’ die jeden Tag Fleisch auf dem Teller hat. … Auf lange Sicht lässt sich die Weltbevölkerung mit der derzeitigen Ernährungseinstellung nicht ernähren.“ Diese Sätze stammen nicht etwa von einem Veganer, sondern von einem der bekanntesten deutschen Wursthersteller: Seit dem vergangenen Jahr bietet die Rügenwalder Mühle auch vegetarische Schinkenspicker und Frikadellen an. Leider sind sie noch nicht vegan, sondern enthalten Hühnereiweiß; angeblich bastelt man weiter dran. Und wirbt auf der Website stolz: „Wir wissen noch, wie man richtig gute Wurst macht.“

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Britische Kommunen müssen Lagerung von Atommüll hinnehmen

Der Sellafield-Nuklearkomplex. Foto: Simon Ledingham. Lizenz: CC BY-SA 2.0
Am 7. Mai wird in Großbritannien ein neues Unterhaus gewählt. Das alte Parlament löste sich deshalb letzte Woche formell auf. Vorher verabschiedete es noch ein Gesetz, über das sonst wahrscheinlich länger öffentlich diskutiert worden wäre.


Von Peter Mühlbauer|TELEPOLIS

Dieses Gesetz hat zum Inhalt, dass britische Kommunen es hinnehmen müssen, wenn man bei ihnen radioaktiven Müll aus Kraftwerken, Waffen und Krankenhäusern lagert. Die Kompetenz dafür liegt zukünftig in den Händen des Energieministeriums. Die Kommunen dürfen dieses Energieministerium zwar beraten, können aber Entscheidungen nicht verhindern.

Dazu, dass diese Gesetzesvorlage der regierenden Tories und Liberaldemokraten das Parlament passierte, trug auch die (eigentlich oppositionelle) Labour Party bei: Ihre Abgeordneten enthielten sich bei der Abstimmung weitgehend – was von britischen Medien als Zeichen dafür interpretiert wird, dass eine Labour-geführte Regierung die Rechtslage so belassen wird.

Der Tory Zacharias Goldsmith, einer der wenigen Abgeordneten, die gegen das Gesetz stimmten, hält den Zeitpunkt der Abstimmung für maßgeblich für deren Ausgang: Gegenüber dem Guardian meinte er, dass die meisten MPs nicht einmal wussten, worüber sie gerade entscheiden. Hätte es eine Debatte gegeben, dann wäre seiner Ansicht nach durchaus ein anderer Ausgang der Abstimmung denkbar gewesen.

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Iran plant Aufhebung des Stadionverbots für Frauen

Bild: APA/EPA/ABEDIN TAHERKENAREH
Es habe verschiedene Sitzungen mit Vertretern des Innen- und Sportministeriums gegeben, sagte Vizepräsidentin Schahindocht Molawerdi am Montag.


Die Presse

Auch der Nationale Sicherheitsrat, der letztendlich eine Aufhebung befürworten müsste, wurde informiert. Aber das Thema sei bisher weder auf der Tagesordnung des Sicherheitsrats noch sei irgendeine Entscheidung getroffen, so die Vizepräsidentin laut der Nachrichtenagentur ISNA. Wegen des Verbots kann der Iran keine Kontinental-Meisterschaften ausrichten.

Von ermutigenden Berichten aus dem Iran sprach FIFA-Präsident Joseph Blatter. „Ich hoffe, Frauen dort bald in Fußball-Stadien zu sehen“, schrieb der Chef des Weltverbandes im Kurznachrichtendienst Twitter.