Zürich brachte jüdischen Bücherschatz vor den Nazis in Sicherheit


Bücherverbrennung auf dem Opernplatz in Berlin am 10. Mai 1933. Bild: wikimedia.org/Bundesarchiv, Bild 102-14597 / CC-BY-SA
Die jüdische Bibliothek in Zürich ist einmalig. In ihr werden Hunderte Bücher, Manuskripte und Briefe aufbewahrt, die vor den Bücherverbrennungen von 1933 verschont blieben. Nun feiert sie ihr 75-Jahr-Jubiläum mit einem Buch, das die Geschichte des Bestandes und die ihrer Stammkunden zeigt.


Von Judith Wipfler|SRF

Wie gestaltet man ein Buch über eine Bibliothek? Die Bibliothekarinnen Yvonne Domhardt und Kerstin Paul haben die Aufgabe grandios gelöst. In «Quelle lebender Bücher» baten sie prominente Stammgäste der Gemeindebibliothek der ICZ (Israelitische Cultusgemeinde Zürich) um persönliche Lese-Lebensgeschichten. Das Buch erscheint zum 75-Jahr-Jubiläum.

Jiddische Frauenliteratur, Krimis, Familienlexika

Die Autorin Vivianne Berg etwa beschreibt ihre Entdeckung der jiddischen Frauenliteratur, die als «wertlos» bezeichnet wurde. Die ICZ-Bibliothek jedoch hat ihr die «Frauenbibel» ans Herz gelegt. Der Architekt und Synagogenforscher Ron Epstein bekennt, dass er sein Judentum von a-z in dieser Bibliothek kennengelernt hat. Judith Stofers Interesse an Jerusalem wurde durch die Krimis von Batya Gur noch befeuert, und Bettina Spoerri findet ihr Vokabular in Nathalia Ginzburgs «Familienlexikon».

weiterlesen