Birkenstock, das Kopftuch für die Füße


Füße © aaron vazquez @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Ich möchte mich weder von männlichen muslimischen Theologen noch von Alice Schwarzer, Heidi Klum oder irgendwelchen neoliberalen Strippenziehern entmündigen und definieren lassen.


Von Anja Hilscher|MiGAZIN

Seit 30 Jahren trage ich Birkenstockschuhe. Seit Jahrzehnten trage ich auch ein Tuch auf dem Kopf – so wie Fereshta Ludin, “die mit dem Kopftuch”. Ihre Biographie “Die Enthüllung der Fereshta Ludin” erschien kürzlich, pünktlich zum aktuellen Urteil des Bundesverfassungsgerichtes, dem zufolge das Kopftuchtragen Lehrerinnen nun nicht mehr pauschal verboten werden kann.

Birkenstockschuhe und Kopftuch…. Ich sehe da gewisse Parallelen. Sind es harmlose Kleidungsstücke, oder sind es Symbole? Wenn ja, wofür? Beginnen wir mit den Birkenstockschuhen. Schon als ich angefangen habe, diese Sinnbilder der Ästhetik zu tragen, waren sie, wenn ich mich recht erinnere, aus der Mode gekommen. Nur Alt-68-er trugen die Dinger – damals schon. Ich fing trotzdem an, sie zu tragen. Möglicherweise aus Gründen fehlendes modischen Bewusstseins oder auch, um zu provozieren. Keine Ahnung. Mit Sicherheit aber aus einem Grund: Die Dinger sind erstens ewig haltbar und zweitens unglaublich bequem.

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