NRW: Bistümer machen Profit mit Schulden-Steuerzahler kommt für Zinsen auf


Kölner Dom. Foto: FJK71 aus der deutschsprachigen Wikipedia. Lizenz: CC BY-SA 3.0
Steuerzahler muss für Darlehenszinsen aufkommen, während Kapital geparkt wird.
Darlehen sind derzeit aufgrund des niedrigen Zinsniveaus relativ günstig. Für das Erzbistum Köln und das Bistum Münster sind sie sogar ein gutes Geschäft – aber nur, weil sie sich 94 Prozent der Zinsen vom Steuerzahler zahlen lassen.


Von Peter Mühlbauer|TELEPOLIS

Damit ist – wohlgemerkt – nicht der katholische Kirchensteuerzahler gemeint (der seine Glaubensgemeinschaft mit monatlich acht oder neun Prozent seiner Einkommensteuerlast finanziert), sondern jeder Steuerzahler in Nordrhein-Westfalen und in den vier Länderfinanzausgleichs-Zahlerländern Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Hamburg.

Dem Humanistischen Pressedienst (HPD) zufolge gäbe es sowohl in Köln als auch in Münster Eigenkapital, das man für den Schulbau einsetzen könnte. Doch dieses Eigenkapital legt man in beiden Bistümern lieber zinsbringend an und nimmt für den Schulbau Millionendarlehen auf. In Köln waren zum Beispiel rund 2,4 Milliarden Euro in festverzinslichen Kapitalanlagen und Rentenfonds angelegt, während bei einer kirchlichen Bank zwei Schulbaudarlehen über etwa 2,2 Millionen Euro liefen. Eines davon wurde am 30. März 2015 getilgt, das andere läuft noch zwei Jahre.

Der Grund für diese Praxis sind Zinsfinanzierungszusagen des Landes Nordrhein-Westfalen, wie sie der im Februar offengelegte Finanzbericht des Erzbistums Köln für das Jahr 2013 auf Seite 23 explizit nennt.

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