„Passiert nie wieder“: PKK entschuldigt sich bei Deutschland

Cemil Bayık, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0
PKK-Mitgründer Cemil Bayik hat sich für Gewalttaten in den 1990er-Jahren entschuldigt. Die Organisation habe sich gewandelt.


Die Presse

Der hochrangige Kommandant und PKK-Mitgründer Cemil Bayik hat sich für Gewalttaten seiner Organisation in den 1990er-Jahren in Deutschland entschuldigt. Damals waren Autobahn-Blockaden und Selbstverbrennungen Mittel der verbotenen kurdischen PKK. „Ich möchte mich im Namen der PKK beim deutschen Volk entschuldigen“, so Bayik.

„So etwas wird nie wieder passieren“, sagte der operative PKK-Führer den Sendern WDR und NDR, wie tagesschau.de am Donnerstag berichtete. Die Organisation habe sich gewandelt, versicherte Bayik.

Die Suche nach der Weltformel ist keinen Groschen Einsatz wert

Bild aus der Bauzeit des LHC. ©CERN
Bild aus der Bauzeit des LHC.
©CERN
Praktisch nichts davon, was die Physiker im CERN beschäftigt, hat mit der Wirklichkeit zu tun – nichts mit der Welt, in die wir hineingeboren wurden.


Von Rudolf Taschner|Die Presse

Es ist bemerkenswert, dass ein reines Wissenschaftsthema – die neuerliche Inbetriebnahme des Kernteilchenbeschleunigers des CERN bei Genf – mit einem langen Artikel auf der Titelseite der „Presse“ vom letzten Dienstag prangt. Noch bemerkenswerter ist der Leitartikel zu diesem Thema von Thomas Kramar, weil er nicht, wie bei vielen Wissenschaftsjournalisten üblich, treuherzig den euphorischen Ankündigungen der dort beschäftigten Forscher Glauben schenkt und diese folgsam eins zu eins verbreitet, sondern weil er eine wohldurchdachte kritische Stellungnahme zu dem teuren Monsterprojekt des Europäischen Kernforschungszentrums formuliert hat, die eine Bestätigung und Verschärfung verdient.

Denn der „Aufbruch ins dunkle Universum“, mit dem die CERN-Leute protzen, ist das viele Geld, das diese Reise kostet, bestimmt nicht wert. Big Science wie diese spiegelt Laien – Politikern wie Steuerzahlern, die dafür zahlen wollen oder müssen – eine aus Wortgeklingel bestehende Welt vor, bei der es um die scheinbar fundamentalen Fragen über die Schöpfung geht: Gibt es nur ein Universum, gibt es davon mehrere? Gibt es davon gar unendlich viele? Aber praktisch nichts davon hat mit der Wirklichkeit zu tun – nichts mit der Welt, in die wir hineingeboren wurden. Es ist buchstäblich abstract nonsense.

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Katholische Kirche: Beim Segen endet die Toleranz

Stefan Kaufmann (links) hat mit Rolf Pfander eine eingetragene Lebensgemeinschaft. Foto: dpa
Bischof Gebhard Fürst verweigert dem Stuttgarter CDU-Kreischef Stefan Kaufmann einen Dankgottesdienst, in dem dieser seine eingetragene Partnerschaft feiern wollte. Kaufmanns Partner ist daraufhin aus der Katholischen Kirche ausgetreten.


Von Erik Raidt und Ingmar Volkmann|Stuttgarter Zeitung.de

Bei Stefan Kaufmann steht das Telefon nicht mehr still. Nachdem bekannt geworden ist, dass die Katholische Kirche dem CDU-Kreisschef einen Dankgottesdienst für seine eingetragene Partnerschaft verweigert, stürzen sich Medienvertreter aus ganz Deutschland auf den Stuttgarter Bundestagsabgeordneten (CDU). Dabei hatte sich der bekennende Christ Kaufmann den Segen seiner Kirche so sehr gewünscht: Im Mai wollte Kaufmann die Liebe zu seinem Partner Rolf Pfander öffentlich bekunden. „Den Dankgottesdienst hatten wir mit Pfarrer Anton Seeberger, der uns begleitet, bereits ausgearbeitet“, sagt Kaufmann. Es habe sich um eine Zeremonie gehandelt, die der Pfarrer der Innenstadtgemeinde St. Konrad laut Kaufmann gut hätte vertreten können. „Das hat scheinbar jemand mitbekommen und der zuständigen Diözese Rottenburg-Stuttgart Bescheid gegeben. Von dort kam dann ein striktes Verbot“, sagt der Bundestagsabgeordnete.

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Wissenschafter machen Fehler – Esoteriker nicht

Symbolbild, Bild: brightsblog
Symbolbild, Bild: brightsblog
Die Wissenschaft lebt von Fehlern. Das ist kein Mangel, sondern eine grosse Stärke und eine Garantie für die beständige Erarbeitung von neuem Wissen. Und ganz nebenbei hilft es uns dabei, Wissenschaft von Esoterik zu unterscheiden.


Von Servan|NZZ Campus

Wie unterscheidet man Wissenschaft von Esoterik? Laut dem Philosophen Karl Popper ist eine Aussage nur dann wissenschaftlich, wenn wir sie so formulieren, dass sie überprüft und – zumindest theoretisch – widerlegt werden kann. Das ist das berühmte «Falsifikationsprinzip».

Widerlegbar bedeutet in diesem Zusammenhang nicht, dass jede Aussage auch tatsächlich widerlegt wird. Es heisst bloss, dass sie überprüfbar sein muss.

Lichtnahrung

Ein Beispiel: Wenn ich sage: «Kein Mensch kann sich von Licht ernähren», dann handelt es sich eindeutig um eine widerlegbare Aussage. Es braucht mir nur irgendjemand irgendeine Person zu zeigen, welche ausschliesslich Licht als Nahrungsquelle nutzt, und ich werde anerkennen, dass meine oben gemachte Aussage falsch war.

Wenn ich jedoch sage: «Menschen können sich von Licht ernähren, wenn sie den richtigen Geisteszustand erreicht haben», dann stelle ich eine Behauptung auf, die nicht widerlegbar ist. Egal, wie viele Studien zeigen, dass es so etwas wie Lichtnahrung nicht gibt – ich kann immer behaupten, dass die Teilnehmer der entsprechenden Studien eben «nicht die richtige geistige Einstellung» an den Tag gelegt hätten.

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„Scientology ist eine großartige Kirche“: John Travolta verteidigt die umstrittene Sekte gegen Dokumentarfilm

„Scientology ist eine großartige Kirche“: John Travolta verteidigt die umstrittene Sekte gegen Dokumentarfilm | John Travolta kontert Kritik an Scientology
Ein neuer Dokumentarfilm über Scientology schlägt in den USA große Wellen: Mehr als fünf Millionen Zuschauer haben „Going Clear: Scientology and the Prison of Belief“, der seit März auf dem US-Bezahlsender HBO läuft, bisher gesehen.


Von Christoph Löbel|The Huffington Post

Schonungslos legt der Film die zweifelhaften Methoden der in den USA als Kirche anerkannten Sekte offen und beschuldigt diese des psychischen und körperlichen Missbrauchs von Mitgliedern sowie der Bedrohung und Einschüchterung von Aussteigern.

Scientology gerät schwer in die Schusslinie

Das Entsetzen ist auf Grund der heftigen Anschuldigungen im Gegensatz zu früheren Enthüllungen dieses Mal besonders groß. Experten gehen davon aus, dass der Film das milliardenschwere Imperium der Sekte schwer erschüttern könnte.

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Dutzende Salafisten bei Abou-Nagies Hartz-IV-Prozess

Abou-Nagie in seiner Wohung in Köln, 2009. Bild: stupipedia.org 😉
Im Hartz-IV-Prozess gegen den radikalen Prediger Ibrahim Abou-Nagie haben sich seine Anhänger geweigert, aufzustehen und ihre Kopfbedeckungen abzunehmen. Nach einer Drohung folgten sie dem Gericht.


DIE WELT

Beim Betrugsprozess gegen den salafistischen Hassprediger Ibrahim Abou-Nagie ist es im Amtsgericht Köln fast zum Eklat mit zwei Dutzend Anhängern gekommen. Mehrere Strenggläubige weigerten sich zunächst, beim Eintritt des Schöffengerichts aufzustehen und ihre Kopfbedeckungen abzunehmen.

Erst als ein Justizbeamter drohte, dass sie den Saal verlassen müssten, folgten sie den Anordnungen des Gerichts. Unter den Besuchern befand sich auch der deutsche Konvertit Sven Lau.

Vor dem Prozess hatte Abou-Nagie seine Anhänger in einem YouTube-Video um Beistand im Gerichtssaal gebeten. Abou-Nagie ist bekannt, seit Jahren tritt er als radikaler Prediger der Salafistenszene auf. Der Prozess im Kölner Justizgebäude findet deshalb unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen statt.

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Präses Diener: Evangelikale haben oft ein Toleranzproblem

Der Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz und Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, Pfarrer Michael Diener. Foto: idea/kairospress
Der Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz und Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes (Vereinigung Landeskirchlicher Gemeinschaften), Michael Diener (Kassel), hat unterschiedliche theologische Standpunkte in gewissen Grenzen als ein Geschenk bezeichnet. Er sprach am 8. April beim GemeindeFerienFestival SPRING im nordhessischen Willingen über „Toleranz in evangelikalen Gemeinden“.


idea.de

Auch wenn eine allgemeine Aussage nicht möglich sei, so hätten diese im Vergleich zu anderen Gemeinden „in der Tendenz“ öfter ein Toleranzproblem. Diener: „Das Problem für viele fromme Menschen ist, dass sie Pluralität als Angriff auf ihre eigene Glaubensüberzeugung sehen anstatt als Bereicherung.“ Pluralität auszuhalten sei so lange schwierig, bis man anfange, es als von Gott gewollte Vielfalt zu sehen. Diener: „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht jegliche Pluralität ablehnen. Ich empfinde beispielsweise Geschwister, die die Glaubenstaufe stark machen, als Geschenk.“ Pluralität sei dabei kein grenzenloser Pluralismus, nehme aber ernst, dass Gottes Wort von unterschiedlichen Menschen unterschiedlich empfangen und ausgelegt werde. Das Lesen der Bibel sei immer auch kulturell geprägt: „Das dürfen wir nicht mit der Identität des christlichen Glaubens gleichsetzen.“ So lehnten manche Denominationen Alkohol strikt ab, andere wiederum die Frauenordination. Christen sollten sich die Frage stellen, welche Standpunkte auf kulturelle Prägungen zurückzuführen und welche grundlegende Glaubensüberzeugungen seien.

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Türkischer Präsident Erdogan schickt Schwiegersohn ins Rennen

erdogan-sultan

Konzernchef Berat Albayrak wird bereits als kommender Wirtschaftsminister gehandelt


derStandard.at

Als die türkische Polizei an einem Dezembermorgen 2013 ausrückte, um drei Ministersöhne und vermögende Geschäftsmänner im Dunstkreis der Regierung festzunehmen, griff auch das Ehepaar Albayrak zum Telefon. Esra, die älteste Tochter des heutigen Präsidenten Tayyip Erdogan, und ihr Ehemann Berat instruierten Berats Sekretär, einen Papiershredder zu kaufen, den zweiten an diesem Tag: „Kauf einen guten, einen großen, beeil dich und bring ihn her“, sagten sie laut in dem damals angeblich abgehörten Telefongespräch.

Nun steht Berat Albayraks Name auf der Kandidatenliste der Regierungspartei für die Parlamentswahlen in zwei Monaten. Erdogan schickt seinen Schwiegersohn ins Rennen.

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Inferno am Tambora brachte Europa ein „Jahr ohne Sommer“

Loch im Berg. Beim Ausbruch des Tambora auf der indonesischen Insel Sumbawa wurde der Gipfel vollständig weggesprengt. Der Krater ist bis heute gut zu erkennen. – Foto: AFP/Nasa
Vor 200 Jahren brach der indonesische Vulkan aus. Die stärkste Eruption der Neuzeit hatte weitreichende Folgen. In Europa gab es Missernten, Hungersnöte und Krisen.


Von Roland Wengenmayr|DER TAGESSPIEGEL

Sommer 1816: Seit Wochen regnet es und Kälte liegt über der Nordhalbkugel. Missernten, Hungersnöte, Wirtschaftskrisen machen den Menschen in vielen europäischen Ländern zu schaffen. Warum es zu dem „Jahr ohne Sommer“ kam, wusste damals keiner. Über Sonnenflecken wurde diskutiert, den „Großen Kometen“ von 1811, die außergewöhnlich große Zahl von Eisbergen im Nordatlantik. Erst später stellte sich heraus, dass es maßgeblich auf einen Vulkanausbruch im April 1815 zurückzuführen war, den größten der Neuzeit.

Der Gipfel wurde vollständig weggesprengt

Am 5. April 1815 explodierte der Tambora auf der indonesischen Insel Sumbawa und sprengte die obersten 1500 Meter seines Gipfels komplett weg.

Der Himmel war von Asche verdunkelt, der Vulkan tobte weiter. Berichten zufolge stiegen am 10. April Flammensäulen empor, vereinigten sich und verwandelten den Berg in ein Inferno aus „flüssigem Feuer“. Dann jagten pyroklastische Ströme über die Insel. So bezeichnen Vulkanologen tödlich-heiße Mischungen aus Gas und feiner Asche, die mit mehreren hundert Kilometern pro Stunde vom Vulkan herunterrasen und weit ins Umland vordringen. Der Kommandant eines englischen Seglers, der einige Tage später die verwüstete Insel erreichte, berichtete von Tausenden von Toten, die Überlebenden seien von der Explosion taub gewesen.

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Kamel Daoud: „Religion bringt uns nicht Frieden, sondern Gewalt“

foto: nacerdine zebar / gamma-rapho/laif Kamel Daoud schreibt nicht nur für eine algerische Tageszeitung eine Kolumne, er setzt das Werk von Albert Camus als Aufklärer fort. Für ihn ist es undenkbar, Algerien zu verlassen
Mit Waffen könne man gegen den radikalen Islamismus nichts ausrichten, sagt der algerische Autor Kamel Daoud


Interview Jan Marot|derStandard.at

STANDARD: Wie beschreiben Sie Ihre Lage angesichts der Fatwa, die im vergangenen Dezember gegen Sie ausgesprochen worden ist?

Kamel Daoud: Ich versuche mein Leben so normal wie nur möglich fortzusetzen, wenngleich ich zugebe, sehr viele Vorsichtsmaßnahmen getroffen zu haben. Die Fatwa hindert mich keineswegs daran, weiterhin zu schreiben und zu arbeiten. Ich versinke keinesfalls in Angst. Ich arbeite und reise viel. Aber es ist für alle schwer. In gewisser Weise existiert eine Fatwa gegen die ganze Welt.

STANDARD: Haben Sie je daran gedacht, ins Exil zu gehen und aus Algerien auszuwandern?

Daoud: Nein, niemals. Algerien ist mein Lebensmittelpunkt. Zwar bin ich oft in Frankreich, was mit meiner Arbeit zu tun hat, doch sollte ich eines Tages die Entscheidung treffen, aus Algerien auszuwandern, dann werde ich diese nur treffen, wenn ich es so will.

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Bayern geht gegen Junkies vor: Zahl der Drogentoten in München verdoppelt sich

getty
  • Die Zahl der Rauschgiftopfer hat sich in München mehr als verdoppelt: Laut Szenekennern wegen der harten Gangart, mit der die bayerische Politik gegen Junkies vorgeht.
  • Der Drogenbericht der Deutschen Aidshilfe stützt die Theorie, dass die Drogenpolitik Mitschuld trage an der hohen Opferzahl: Zum Beispiel indem sie sich weigert, Fixerstuben einzurichten.


Von Andreas Glas|Süddeutsche.de

Hierher also hat ihn das Leben geführt. An einen Ort, an den nur diejenigen kommen, bei denen etwas gewaltig schief gelaufen ist: in einen Hinterhof in Schwabing, ins Café der Suchthilfe Condrobs. Thomas Stiller ist ein alter Mann, obwohl er doch erst Mitte vierzig ist. Faule Zähne, fahle Haut, rote Augen. Er ist seit 30 Jahren süchtig. Er hat erst gekifft, dann Pillen geschmissen, dann angefangen zu spritzen. „Klassische Drogenkarriere“, sagt Stiller.

Er wolle die Schuld nicht den anderen geben, nicht seinen Eltern und nicht dem Staat. Er sei eben „ein Stück weit wahnsinnig“ gewesen als Teenager, als die Sache mit den Drogen losging. Er sagt aber auch, „dass die Drogenpolitik meinen Wahnsinn tatkräftig unterstützt hat“ und diese Politik endlich aufhören müsse. Dass Schluss sein muss, bevor auch noch Nummer 22 abkratzt.

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Wenn die Kirche wegen ehemaliger Muslime zu klein wird…

DerverzweifelteJesus

Während die meisten landeskirchlichen Gemeinden schrumpfen, wächst die Gemeinde der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) in Leipzig.


Von idea-Redakteur Matthias Pankau|kath.net

Die St. Trinitatis-Gemeinde der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) in Leipzig erlebt das, was in der EKD seit Jahren angestrebt und was nahezu gebetsmühlenartig wiederholt wird: Sie wächst gegen den Trend – wenn auch auf niedrigem Niveau. 160 Mitglieder hat die Gemeinde derzeit, etwa ein Drittel davon sind Konvertiten – ehemalige Muslime, die Christen geworden sind, vor allem Iraner. Begonnen hat diese Entwicklung vor 15 Jahren, und zwar ganz unspektakulär – mit Deutschunterricht. Anders als heute gab es damals für Asylbewerber noch keine Möglichkeit, Deutschkurse zu besuchen. So stellte die Gemeinde ihre Räume zur Verfügung und gab den Männern und Frauen Sprachunterricht, wobei sie die Luther-Bibel als Textbuch benutzte. Auf diese Weise lernten sie nicht nur die Sprache, sondern erfuhren zugleich etwas über die Grundlagen des christlichen Glaubens. Wenig später baten die ersten Kursteilnehmer darum, getauft zu werden. Bald brachten sie Freunde und Bekannte mit, die sich ebenfalls für das Christentum interessierten.

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Obama fordert Ende der Umerziehung Homosexueller

Obama Hope
Obama Hope
  • US-Präsident Obama fordert ein Ende von Konversionstherapien für Homosexuelle und Transgender.
  • Er antwortet damit auf eine aktuelle Petition, die bisher 120 000 Unterzeichner fand.
  • Die Petition ist nicht die erste dieser Art, für Aufmerksamkeit hatte insbesondere der Tod einer Teenagerin im Januar gesorgt.

Süddeutsche.de

Obama fordert Ende von Konversionstherapien

US-Präsident Barack Obama spricht sich gegen Umerziehungstherapien für Transgender und Homosexuelle aus. Er unterstütze Bestrebungen, ein Gesetz gegen die sogenannte Konversionstherapie zu erlassen, schreibt seine Beraterin Valerie Jarrett auf der Webseite des Weißen Hauses.

Aktivisten hatten eine entsprechende Petition dort eingestellt, die bisher mehr als 120 000 Menschen unterzeichnet haben. „Als Teil unseres Einsatzes zum Schutz der Jugend Amerikas unterstützt diese Regierung Anstrengungen, den Einsatz von Konversionstherapien bei Minderjährigen zu verbieten“, schrieb Jarrett in einer offiziellen Reaktion des Weißen Hauses. Die Veröffentlichung lehnt die Behandlungen als gefährlich und weder medizinisch noch moralisch zulässig ab.

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Opfer kirchlichen Missbrauchs: „Hölle kann nicht schlimmer sein“

Bild: WAZ
Bild: WAZ
Folterähnliche Bestrafungen, unbezahlte Arbeit, Vergewaltigung: Eine 62-Jährige berichtet von ihrer Kindheit in einem Tiroler Heim


Von Katharina Mittelstaedt|derStandard.at

Sonja Graf will nicht mehr schweigen. Das hat sie lange genug. Nun soll die Welt von ihrer Geschichte erfahren, sagt sie. Von dem Ekel und Schrecken, der Gewalt, dem Missbrauch, der Ausbeutung: von den 14 Jahren ihres Lebens im Tiroler Landeskinderheim Martinsbühel – und wie Staat und Kirche danach mit ihr umgingen. „Sie hatten keine Skrupel, jetzt habe ich keine mehr“, sagt Graf, zupft eine Zigarette aus der vollen Schachtel vor ihr und beginnt zu erzählen.

Mit sieben Jahren, so ist es auch den Akten zu entnehmen, kam Sonja Graf nach Martinsbühel, ein Benediktinerinnenkloster mit angeschlossenem Mädchenheim und Sonderschule. Ihre Mutter hatte 15 Kinder, von denen bis auf zwei alle fremdversorgt wurden, ihr Vater war zur Zeit ihrer „Inhaftierung“, wie sie die Unterbringung in Martinsbühel nennt, bereits im Altersheim.

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Rätsel der Mondkatastrophe gelöst?

Der Mond entstand wahrscheinlich bei einer Kollision der jungen Erde mit einem marsgroßen Protoplaneten. © Hagai Perets
Zwillings-Kollision: Der Mond ist der Erde in seiner Zusammensetzung ähnlicher als er sein dürfte. Denn er entstand aus den Trümmern einer Kollision der Erde mit einem Protoplaneten. Doch von diesem anderen Objekt findet sich in ihm keine Spur – so dachte man jedenfalls. Jetzt haben Forscher dafür eine Erklärung gefunden: Der Protoplanet war eine Art kleinerer Zwilling der Erde, wie sie im Fachmagazin „Nature“ berichten. Deshalb war seine Zusammensetzung so identisch.


scinexx

Unser Mond verdankt seine Existenz einer kosmischen Katastrophe: Vor rund 4,5 Milliarden Jahren entstand er bei einer Kollision der Erde mit einem marsgroßen Protoplaneten – so die gängige Theorie. Bei diesem Treffer wurde der Impaktor komplett zerstört, seine Trümmer sammelten sich zusammen mit kleineren Anteilen von irdischem Krusten- und Mantelgestein in einer Umlaufbahn um die Erde. Aus diesen bildete sich dann der Mond, der damit zu rund drei Vierteln aus Gesteinsmaterial des einstigen Protoplaneten bestehen müsste.

Zu ähnlich für die Theorie?

Doch diese Theorie hat einen Haken: Mond und Erde sind sich zu ähnlich. Die Isotopen-Zusammensetzungen einiger Elemente, darunter Silizium, Chrom, Wolfram und Titan, sind nahezu identisch. Normalerweise aber hat jeder Himmelskörper im Sonnensystem seine eigene, typische Isotopensignatur, selbst Asteroiden. „Das stellt das Giant-Impakt-Modell der Mondentstehung vor erhebliche Schwierigkeiten“, erklären Alessandra Mastrobuono-Battisti vom Israel Institute of Technology in Haifa und ihre Kollegen.

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Eine Frau flüchtet mit ihren Kindern: Mein Mann, der Salafist

stern TV begleitete Kerstin Wenzel noch einmal an die Schauplätze ihres Martyriums.© stern TV
Kerstin Wenzel wurde mit ihren vier Kindern von ihrem syrischen Ehemann in den Arabischen Emiraten festgehalten. Mehr als acht Jahre wurden sie misshandelt und terrorisiert. Dann gelang die Flucht.


stern.de

Ich hatte das Gefühl, ich bin lebendig begraben“, sagt Kerstin Wenzel über die schlimmste Zeit ihres Lebens. Sie und ihre vier Kinder wurden mehr als acht Jahre lang von ihrem syrischen Ehemann terrorisiert, erniedrigt und misshandelt. Er zwang sie zu einem Leben unter radikalen islamistischen Regeln. Ihr Gefängnis war eine Hochhauswohnung im arabischen Emirat Sharjah. „Ich durfte nicht mal aus dem Fenster gucken. Ich durfte mich nicht auffällig bewegen“, erzählt die inzwischen 46-Jährige.

Kerstin Wenzel hatte den Syrer Mohamed M. 1991 während ihres Studiums in Greifswald kennengelernt. Damals war er ein „lustiger Student“, sympathisch und weltoffen. Der junge Moslem lebte liberal, besuchte mit seiner Verlobten Partys, trank Alkohol. Das glückliche Paar heiratete in einer kleinen Moschee in Köln, denn Kerstin Wenzel war zum Islam konvertiert. Eine standesamtliche Hochzeit bei ihren Eltern in Norddeutschland machte ihr Glück vollkommen. Doch Mohamed M. begann sich zu verändern, verbrachte viele Stunden in der Moschee. Er kleidete sich anders – und verlangte von seiner Frau, dass sie ein Kopftuch trägt. Weil sie sich weigerte, wurde er gewalttätig. Kerstin Wenzel verzieh ihm den Übergriff, blieb bei ihm und bekam in wenigen Jahren zwei Jungen und zwei Mädchen. „Als die Kinder klein waren, war er ein ganz toller Vater“, sagt sie. „Solange sie keinen eigenen Willen hatten, solange sie gemacht haben, was der Papa sagt. Und mich hat er erst mal in Ruhe gelassen.“ Trotzdem wurde sie weiterhin gezwungen, ein Kopftuch zu tragen.

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Glaubenskongregation: Hier legt der Vatikan fest, was die Wahrheit ist

Gerhard L. Müller links im Bild
Gerhard L. Müller links im Bild
Gerhard Ludwig Müller ist der Chefdogmatiker des Vatikans. Er urteilt über Richtig und Falsch im Glauben. Doch nun bedrohen interne Machtkämpfe seine Arbeit. Ein Besuch in der Glaubenskongregation.


Von Lucas Wiegelmann|DIE WELT

Da an diesem Nachmittag nicht mehr so viele Touristen auf dem Petersplatz unterwegs sind, kann Kardinal Müller den Bettler schon von Weitem sehen. Unter einem makellos blauen Himmel sonnt sich die Kuppel des Petersdoms. Müller, der mit seinen Riesenbeinen sonst so schnell geht, wie andere joggen, verlangsamt seinen Schritt. Er hat seine feine schwarze Soutane mit dem leuchtend roten Zingulum, dem Stoffgürtel angelegt sowie sein silberfarbenes Alltags-Brustkreuz gegen ein goldenes getauscht. Bei der nächsten Sitzung muss er ein bisschen repräsentieren.

Wenn er in diesem Aufzug an einem Obdachlosen vorbeirauscht, steht er da als Geizkragen. Drückt er ihm ein paar Münzen in die Hand, heißt es: so ein Heuchler. Es gibt Momente, in denen ein Kardinal nur verlieren kann. Müller zögert kurz. Dann geht er an dem Bettler vorbei. Alles, nur kein Heuchler sein. Nicht er.

Sein und Schein, Wahrheit und Irrtum, damit beschäftigt sich die katholische Kirche seit ihrer Gründung. Und das ist Müllers Auftrag.

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Das Kreuz mit der Liebe im Pfarrhaus

hailmary

Ein katholischer Pfarrer hat sich von seiner Gemeinde in Leoben verabschiedet, um die Frau, die er liebt, zu heiraten. Die Kirchgänger reagierten voll Verständnis. Die Amtskirche bleibt auf Kurs – und misst mit zweierlei Maß.


Von Colette M. Schmidt, Markus Rohrhofer|derStandard.at

„Eigentlich bin ich mit Leib und Seele Pfarrer. Trotzdem werde ich mich ab 31. 8. 2015 sehr verändern. Ich habe nämlich eine Beziehung, auch schon seit Jahren, mit Nora Musenbichler.“ Es war nicht leicht für Maximilian Tödtling, das beim Gottesdienst am Ostermontag in der Pfarrkirche Leoben-Donawitz zu sagen.

Er sei „nah am Wasser gebaut“, gab der beliebte 45-jährige Dechant zu, dem an diesem Tag immer wieder die Tränen kamen. Seine Gemeinde reagierte mit stehenden Ovationen. Die Frau, mit der er sein Leben künftig ohne Versteckspiel teilen will, die er heiraten wird, ist die engagierte Koordinatorin der Vinzi-Werke und damit seit Jahren die rechte Hand des bekannten Grazer Armenpfarrers Wolfgang Pucher.

Die Diözesanleitung sei sehr verständnisvoll gewesen, betonte Tödling, nach seinem Laisierungsverfahren könnte er wieder in kirchlichen Dienst treten.

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Homosexualität: „Wir kriegen dich wieder hin“

Ist Homosexualität eine Krankheit? Spezielle Therapien, mit denen Homosexuelle geheilt werden sollen, stehen auch in Deutschland in der Kritik Foto: San Diego Shooter | flickr | CC BY-NC-ND 3.0
Ein junger Christ in den USA sollte mithilfe einer speziellen Therapie von seinem Schwulsein geheilt werden. Evangelikale und ihr Umgang mit Homosexualität in den USA kommen in einer Reportage in der Schweizer Tageszeitung Tages-Anzeiger nicht gut weg.


pro Medienmagazin

James Guay vertraut seinem Vater, Pastor einer evangelikalen „Megachurch“ am Rande von Los Angeles, im Alter von 16 Jahren an, dass er auf Männer steht. Schon lange hatte der Junge aus tiefgläubigem Elternhaus mit seiner homosexuellen Neigung gerungen – mit seinem christlichen Glauben war sie nicht vereinbar. Der Vater habe laut Tages-Anzeiger gepredigt, „dass Homosexuelle so schlimm sind wie Mörder oder Kinderschänder und dass ihnen ewige Verdammnis droht“. Im Gebet habe James Guay Gott angefleht, nicht mehr schwul zu sein.

Der Pastor sei nach dem „Coming-out“ des Sohnes nicht zornig gewesen, eher liebevoll und besorgt. „Lass und daran arbeiten“, habe James Guays Vater gesagt, „wir kriegen dich schon wieder hin.“ Ein christlicher Psychologe in Los Angeles habe ihn mit einer „Konversionstherapie“ heilen wollen – Homosexualität sei schließlich nur die Folge schädlicher Einflüsse, so der Mediziner. Der junge James war begeistert von der Aussicht, geheilt zu werden: „Ich war so glücklich, dass ich eine Kur gefunden hatte und dass ich nicht mehr allein war“, zitiert ihn der Tages-Anzeiger. Ihn habe die Hoffnung beseelt, bald ein normaler Teenager zu sein und ein Christ, der Gott gefällt.

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Wie kommt man von Blausäure auf Leben?

Andromeda Galaxie(M31) Bild: nasa/PD
Andromeda Galaxie(M31)
Bild: nasa/PD
Astrophysiker haben in einem fernen jungen Sonnensystem Moleküle entdeckt, die auch in Kometen sind.


Von Thomas Kramar|Die Presse

Blausäure (HCN) bzw. ihr Kaliumsalz, das Zyankali, sind auf Erden nicht als lebensfreundlich bekannt: Ungezählte Giftmorde wurden durch Nachweis der Cyanid-Ionen (CN–) aufgeklärt. Nun gibt genau dieses Stickstoff-Kohlenstoff-Duo (wiewohl nicht in ionisierter Form), gesichtet bei einem weit entfernten Stern, Hinweise darauf, wie dort und anderswo Chemikalien entstehen bzw. entstanden sein könnten, die unter günstigen Umständen als Bausteine des Lebens dienen können.

Astrophysiker um Karin Öberg (Cambridge, Massachusetts) konnten nämlich im Spektrum der erst entstehenden Planeten eines 455 Lichtjahre entfernten jungen Sterns genau diese C-N-Bindung (die eine Dreifachbindung ist) nachweisen, in drei Ausführungen: als HCN, als CH3CN und als HC3N. Das Erste ist die altbekannte Blausäure; das Zweite heißt Acetonitril, auch Methylcyanid, es ist sozusagen das primitivste organische Cyanid und für Chemiker ein beliebtes Lösungsmittel; das Dritte ist eine Kombination aus Blausäure und Acetylen und extrem tränenreizend.

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