Bayern geht gegen Junkies vor: Zahl der Drogentoten in München verdoppelt sich


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  • Die Zahl der Rauschgiftopfer hat sich in München mehr als verdoppelt: Laut Szenekennern wegen der harten Gangart, mit der die bayerische Politik gegen Junkies vorgeht.
  • Der Drogenbericht der Deutschen Aidshilfe stützt die Theorie, dass die Drogenpolitik Mitschuld trage an der hohen Opferzahl: Zum Beispiel indem sie sich weigert, Fixerstuben einzurichten.


Von Andreas Glas|Süddeutsche.de

Hierher also hat ihn das Leben geführt. An einen Ort, an den nur diejenigen kommen, bei denen etwas gewaltig schief gelaufen ist: in einen Hinterhof in Schwabing, ins Café der Suchthilfe Condrobs. Thomas Stiller ist ein alter Mann, obwohl er doch erst Mitte vierzig ist. Faule Zähne, fahle Haut, rote Augen. Er ist seit 30 Jahren süchtig. Er hat erst gekifft, dann Pillen geschmissen, dann angefangen zu spritzen. „Klassische Drogenkarriere“, sagt Stiller.

Er wolle die Schuld nicht den anderen geben, nicht seinen Eltern und nicht dem Staat. Er sei eben „ein Stück weit wahnsinnig“ gewesen als Teenager, als die Sache mit den Drogen losging. Er sagt aber auch, „dass die Drogenpolitik meinen Wahnsinn tatkräftig unterstützt hat“ und diese Politik endlich aufhören müsse. Dass Schluss sein muss, bevor auch noch Nummer 22 abkratzt.

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