Homosexualität: „Wir kriegen dich wieder hin“


Ist Homosexualität eine Krankheit? Spezielle Therapien, mit denen Homosexuelle geheilt werden sollen, stehen auch in Deutschland in der Kritik Foto: San Diego Shooter | flickr | CC BY-NC-ND 3.0
Ein junger Christ in den USA sollte mithilfe einer speziellen Therapie von seinem Schwulsein geheilt werden. Evangelikale und ihr Umgang mit Homosexualität in den USA kommen in einer Reportage in der Schweizer Tageszeitung Tages-Anzeiger nicht gut weg.


pro Medienmagazin

James Guay vertraut seinem Vater, Pastor einer evangelikalen „Megachurch“ am Rande von Los Angeles, im Alter von 16 Jahren an, dass er auf Männer steht. Schon lange hatte der Junge aus tiefgläubigem Elternhaus mit seiner homosexuellen Neigung gerungen – mit seinem christlichen Glauben war sie nicht vereinbar. Der Vater habe laut Tages-Anzeiger gepredigt, „dass Homosexuelle so schlimm sind wie Mörder oder Kinderschänder und dass ihnen ewige Verdammnis droht“. Im Gebet habe James Guay Gott angefleht, nicht mehr schwul zu sein.

Der Pastor sei nach dem „Coming-out“ des Sohnes nicht zornig gewesen, eher liebevoll und besorgt. „Lass und daran arbeiten“, habe James Guays Vater gesagt, „wir kriegen dich schon wieder hin.“ Ein christlicher Psychologe in Los Angeles habe ihn mit einer „Konversionstherapie“ heilen wollen – Homosexualität sei schließlich nur die Folge schädlicher Einflüsse, so der Mediziner. Der junge James war begeistert von der Aussicht, geheilt zu werden: „Ich war so glücklich, dass ich eine Kur gefunden hatte und dass ich nicht mehr allein war“, zitiert ihn der Tages-Anzeiger. Ihn habe die Hoffnung beseelt, bald ein normaler Teenager zu sein und ein Christ, der Gott gefällt.

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