Homolka: „Das würde Hitlers Rassenwahn fortsetzen“


Walter Homolka, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0
Walter Homolka leitet das europaweit einzigartige Rabbinerseminar in Potsdam: Ein Gespräch über Orthodoxe in Wien, weibliche Geistliche, warum Abstammung unwichtig ist und Antisemitismus kein großes deutsches Problem mehr.


Von Anne-Catherine Simon|Die Presse

Die Presse: Wundern Sie sich als Reformjude, wenn Sie in Wien auf dem Karmeliterplatz zwischen so vielen streng orthodoxen Juden gehen?

Walter Homolka: Ich finde es symptomatisch, dass sich hier so eine Form von jüdischem Leben erhalten hat, aber man muss bedenken, dass das nicht das gesamte Judentum ist.

Gibt es überhaupt eine Gesprächsbasis?

Klar, aber das sind schon Unterschiede wie zwischen Katholischen und Evangelischen.

Spielt die Orthodoxie in Österreich eine sehr andere Rolle als in Deutschland?

Man lebt in Österreich doch sehr wie in einer Wagenburg. Die Debatten um das Israelitengesetz waren auch von der Orthodoxie dominiert, da hat die zuständige Ministerin Schmied gravierende Fehler gemacht hat, weil sie die Pluralität nicht beachtet hat.

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