Klima: Wie gefährlich ist die Erwärmung des Permafrosts?


Thermokarst Seen und ausgelaufene Seen in der Kolyma Region, Sibirien. (Foto: Alfred-Wegener-Institut/Guido Grosse)
Internationales Forscherteam untersucht in Übersichtsstudie potenzielle Quellen von Treibhausgas


Von Wolfgang Pomrehn|TELEPOLIS

Der dauerhaft gefrorene Boden in der Arktis und an ihren Rändern könnte große Auswirkungen auf das globale Klima haben. Darüber wurde auf Telepolis in den letzten Jahren schon mehrfach geschrieben (siehe zum Beispiel Vorsorge findet nicht statt, 1.700 Milliarden Tonnen Kohlenstoff in Permafrostböden gespeichert, Welche Gefahr droht vom Methan? und Löcher im Permafrost). Der Grund sind große Mengen unverwesten organischen Materials, das sich in den Böden über viele Jahrtausende angesammelt und erhalten hat. Taut der Boden im Zuge der globalen Erwärmung auf, so werden Bakterien es zu Kohlendioxid (CO2) und Methan (CH4) zersetzen und somit zusätzliche Treibhausgase freisetzen.

Ein internationales Team russischer, nordamerikanischer und westeuropäischer Wissenschaftler hat sich in einer Übersichtsstudie nun die Mühe gemacht, die drohenden Gefahren etwas einzugrenzen. Die Arbeit ist am heutigen Donnerstag im Fachmagazin Nature erschienen. Zum Beispiel konnten sie die Menge des im arktischen Permafrost gespeicherten Kohlenstoffs – des Grundbausteins der beiden erwähnten Treibhausgase – besser eingrenzen. Demnach lagern in den relativ gut erforschten Permafrost-Regionen 1330 bis 1580 Milliarden Tonnen Kohlenstoff im Boden. Weitere bis zu 400 Milliarden werden in anderen arktischen Regionen vermutet, die bisher nur schlecht untersucht sind. Entsprechend hängt an der zweiten Zahl ein dickes Fragezeichen.

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