Ägyptische IS-Verbündete veröffentlichten Enthauptungsvideo

Bild: nationalreview.com
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Ägyptische Jihadisten haben ein Video veröffentlicht, das die Ermordung eines Soldaten und eines zweiten nicht identifizierten Mannes zeigt. Die Aufnahme wurde von der Jihadistengruppe Ansar Beit al-Maqdess veröffentlicht, die dem „Islamischen Staat“ (IS) die Treue geschworen hat.


derStandard.at

Auf dem Sinai verschleppt

In dem Video, das in der Nacht auf Samstag im Internet veröffentlicht wurde, ist zunächst ein ägyptischer Soldat zu sehen, der vor der Kamera erklärt, dass er am 2. April bei einem Angriff auf einen Außenposten der Armee auf der Sinai-Halbinsel verschleppt worden sei. Anschließend wird gezeigt, wie ein unbekannter Mann enthauptet wird, bevor der Soldat durch einen Kopfschuss getötet wird.

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Homosexuellen-Verbände: „Vatikan gleicht Uganda“

Headquarter des Konzerns.
Headquarter des Konzerns.
Der offen homosexuell lebende Diplomat Laurent Stefanini wurde vom Vatikan nicht als neuer französischer Botschafter akkreditiert.


Die Presse

Italienische Homosexuellenverbände attackieren den Vatikan, der die Akkreditierung des offen homosexuell lebenden Diplomaten Laurent Stefanini als neuen französischen Botschafter beim Heiligen Stuhl ablehnt. „Keine Überraschung, sondern viel Wut: Der Vatikan gleicht Uganda“, kritisierte der Chef des Homosexuellenverbands Arcigay, Flavio Romani.

„In Uganda werden Schwulen und Lesben in Gottes Namen von fanatischen Kirchen verfolgt, die von Rechtsextremisten inspiriert sind. Im Vatikan werden Homosexuelle trotz ihrer Qualitäten abgelehnt“, so Romani. Stefanini sei Opfer von „Diskriminierung“. „Wer einen Menschen aufgrund seiner sexuellen Orientierung ablehnt, stellt sich auf das Niveau derjenigen, die heilige Kriege führen“, so Romani.

Als „rassistisch“ bezeichnete der Präsident des Homosexuellenverbands Gaynet Italia, Franco Grillini, die Position des Vatikans bezüglich des französischen Diplomaten. Dabei habe Stefanini sogar die Unterstützung des Erzbischofs von Paris, Kardinal Andre Vingt-Trois, so Grillini.

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Tück: Religionen können Wahrheitsanspruch nicht aufgeben

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Mit einem Plädoyer, den interreligiösen Religionsdialog als Friedensdialog zu intensivieren, ohne den je eigenen Wahrheitsanspruch aufzugeben, endete am Freitagabend in Wien eine internationale Tagung über Lessings Ringparabel. Der Wiener Dogmatiker und Tagungsinitiator Jan-Heiner Tück zeigte in seinem Abschlussvortrag auf, dass ein solcher Dialog durchaus zentrale und heute aktuelle Motive aus Lessings Ringparabel aufgreifen könne, aber doch darüber hinaus gehen müsse: Eine Verflüssigung des Wahrheitsanspruchs in einen moralischen Wettstreit oder in eine „performative Theologie“, wie sie der Ägyptologe Jan Assmann am Vorabend empfohlen hatte, sei nur bedingt hilfreich und greife zu kurz, so Tück.


kathweb

Wo Lessing mit seiner Ringparabel Partei gegen „eingefleischte Vorurteile und doktrinale Ignoranz“ ergreife ohne die religiösen Eigenheiten aufzugeben, wo er für Toleranz gegenüber Andersgläubigen werbe, eine kritische Infragestellung der eigenen Religion empfehle, könne man in Papst Franziskus durchaus einen würdigen Verfechter Lessings sehen. Schließlich trete auch Franziskus dafür ein, „Vorurteile und negative Stereotypen über andere Religionen abzubauen“, „Juden und Muslime in ihrem Selbstverständnis ernst zu nehmen“ und „die Schatten der christlichen Schuldgeschichte selbstkritisch aufzuarbeiten“, so Tück.

Anders als Lessing fuße diese Begegnung „auf Augenhöhe“ bei Franziskus jedoch nicht auf einer Transformation der Wahrheitsfrage, sondern auf einem Bezeugen der Wahrheit „in Demut und in konkreten Taten“. So könne sei die Kirche Lessing tatsächlich „in Vielem“ gefolgt, „in dem Punkt aber, den christologischen Universalitätsanspruch zurückzunehmen, wird die Kirche ihm nicht folgen können, wenn sie weiterhin die Kirche Jesu Christi bleiben will“. Dies sei letztlich auch das Anliegen des päpstlichen Schreibens „Evangelii Gaudium“.

Dieser Weg einer dialogischen Öffnung zu den anderen Religionen ohne Absentierung des eigenen Wahrheitsanspruchs sei bereits vom Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-65) eingeschlagen und von den Päpsten Johannes Paul II. und Benedikt XVI. in Form der Weltgebetstreffen in Assisi konsequent weiterentwickelt worden, so Tück. Auch wenn die zentralen Konzilstexte „Lumen Gentium“, „Nostra Aetate“ oder „Gaudium et spes“ durchaus noch „Reste eines Heilsexklusivismus“ aufwiesen, so enthielten sie doch zugleich auch jene „Momente einer Selbstrelativierung“ und einer Würdigung der Heilswege der anderen biblischen Religionen, wie sie sich bereits bei Lessing finden lassen. Von dieser Wende zeuge laut Tück etwa die sprachliche Kehrtwende von „Häretikern“ und „Schismatikern“ hin zu „getrennten Brüdern“ sowie die Anerkennung der Religions- und Gewissensfreiheit durch das Konzil.

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EKD-Botschafterin Käßmann würdigt Luthers Einschulung

Margot-KässmannDie Reformationsbotschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, hat am Jahrestag der Einschulung Martin Luthers die Bedeutung des Reformators für die Bildung hervorgehoben.


evangelisch.de

Bildungsgerechtigkeit und Bildungsteilhabe seien hochaktuelle Themen, die Luther als Erster öffentlich gemacht habe, sagte sie am Samstag in der Lutherstadt Mansfeld in Sachsen-Anhalt. Luther habe sich vehement für eine öffentliche Bildung eingesetzt, die allen Bürgern offenstehen sollte. Der Reformator (1483-1546) wurde vor 527 Jahren eingeschult.

Luther sei die Einrichtung der Volksschulen als „Schulen für alle“ zu verdanken, betonte die EKD-Botschafterin für das 500. Reformationsjubiläum 2017 in einem Gottesdienst in der St. Georgskirche. In Mansfeld wird seit 2004 jährlich am Wochenende nach Ostern mit einem Fest an die Einschulung Luthers erinnert. Luthers Familie war nur wenige Monate nach dessen Geburt von Eisleben nach Mansfeld gezogen. Anfang 1488 wurde Martin Luther als Vierjähriger in die Mansfelder Lateinschule aufgenommen. 2017 jährt sich der Thesenanschlag Luthers an der Schlosskirche in Wittenberg zum 500. Mal. Der 31. Oktober markiert den Beginn der Reformation.

Naturwissenschaft versus Judentum: Maimonides und das Lob der Vernunft

Statue des Gelehrten Mosche Ben Maimon, genannt Maimonides oder auch Rambam in Córdoba (Spanien) (Imago / Leemage)
Der Gelehrte Mosche Ben Maimon, auch Maimonides genannt, war nicht nur Rabbiner, Toragelehrter und Philosoph, sondern auch Arzt und Wissenschaftler. Er musste also schon im 12. Jahrhundert die scheinbare Dichotomie zwischen Wissenschaft und Glauben überwinden.


Von Yael Kornblum|Deutschlandradio Kultur

In den vergangenen Wochen wurden an dieser Stelle verschiedene Aspekte der Problematik „Naturwissenschaft versus Judentum“ beleuchtet. Einer der bekanntesten Juden ist nach wie vor der Gelehrte Mosche Ben Maimon, genannt Maimonides oder auch Rambam, nach den Initialien seines Namens.

Er lebte im 12. Jahrhundert im arabisch besetzten Spanien, war ein Universalgenie. Denn er war nicht nur Rabbiner, Toragelehrter und Philosoph, sondern war auch Arzt und Wissenschaftler. Besonders beschäftigte er sich mit der Astronomie. Somit musste er täglich die scheinbare Dichotomie zwischen Wissenschaft und Glauben überwinden. Im 42. Psalm heißt es:

„Und was ist der Weg, der dazu führen wird, Ihn zu lieben und zu fürchten? Wenn ein Mensch Seine großartige und wundervolle Arbeit und Kreaturen betrachtet und so nur einen kleinen Teil Seiner Weisheit, die unvergleichlich und unendlich ist, erhaschen kann, so wird er Ihn sofort lieben, preisen, verherrlichen.“

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Stanislaw Tillich und Facebook – zu viele rechte Pöbeleien

Stanislaw Tillich will sich nicht mehr von Pegidisten beleidigen lassen. Foto: REUTERS
Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich legt seine Facebook-Seite still: Er hat genug von rechten Pöbeleien.


Von Bernhard Honnigfort|Frankfurter Rundschau

Irgendwann ist bei jedem Schluss, auch bei Stanislaw Tillich, dem sächsischen Ministerpräsidenten. Seit sieben Jahren regiert der 56-Jährige von Dresden aus das Land. Mit überschäumendem Temperament einerseits oder übertriebener Pimpeligkeit andererseits hat er sich keinen Namen gemacht. Tillich, ein treuer Jünger Merkels, steht eher für einen ruhigen, sachlichen, manchmal ermüdenden Ton.

Aber was zu viel ist, ist zu viel. Bei Tillich war’s der 31. Januar, als Oberkante Unterlippe erreicht war und er endgültig die Nase voll davon hatte, beschimpft, bedroht, beleidigt und auf primitivste Weise angepöbelt zu werden. Seit jenem Sonnabend im Winter lässt er seine Facebook-Seite ruhen, er schreibt nichts mehr, Faxen dicke. Tillichs sozialmediales Schweigegelübde, das erst jetzt in Dresden bemerkt und bekannt wurde, hat mit Pegida zu tun, der Wutbürgerbewegung aus selbst ernannten Rettern des Abendlandes, die seit Mitte Oktober meist montags gegen die angeblich drohende Islamisierung durch die vergleichsweise ausländerlose sächsische Landeshauptstadt ziehen, befeuert und angeführt von einem verurteilten Drogenhändler und Einbrecher namens Lutz Bachmann.

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‚Sieg des gesunden Menschenverstandes über christliche Ammenmärchen‘

Lord of the World, Originalausgabe 1907, Bild. wikimedia.org/PD

Die von Robert Hugh Benson (1871-1914) vorausgesehene Entwicklung der Technik und die politischen und antireligiösen Zukunftsbilder waren beim Erscheinen des Buches eine Sensation. Seine Visionen zeigen jedoch erstaunliche Wiedererkennungsmerkmale in Anbetracht der Schreckensregime des Nationalsozialismus und des Kommunismus.

kath.net

Benson beschreibt den „Herrn der Welt“ als Antichrist, der in einem als freiheitlich propagierten System über alle Länder der Erde herrscht. Julian Felsenburg, dieser neue Weltherrscher, schreckt im Kampf gegen die Kirche auch nicht vor der Vernichtung Roms, des Papstes und der letzten Christen zurück.

Nur zwei Kardinäle entkommen diesem gnadenlosen Bombardement Roms. Sie wählen im Verborgenen einen neuen Papst und berufen ein Konzil ein. Durch einen Verrat wird auch dieser letzte Aufenthalt des neuen Papstes bekannt. Felsenburgh holt zum letzten Vernichtungsschlag aus. Während der Papst und seine Getreuen sich dem letzten Kampf stellen, verfinstert sich die Sonne und Gott greift ein.

„‚Irkutsk – 14. April – Gestern – wie gewöhnlich – Aber – Gerüchte – Abfall – von – Sufi – Partei – weitere – Truppenansammlungen – Felsenburgh – Ansprache – Buddhisten – Anschlag auf – Lama – letzten – Freitag – Anarchisten – am – Werk – Felsenburgh – reist wie – vorgesehen – Moskau – er …‘, da, das ist alles“, schloss Oliver resigniert. „Wie üblich, wieder einmal unterbrochen.“
Die junge Frau schlug die Beine übereinander.
„Ich verstehe überhaupt nichts“, sagte sie. „Wer ist denn dieser Felsenburgh?“
„Mein liebes Kind, das fragt sich die ganze Welt. Man weiß über ihn nur, dass er im letzten Augenblick in die amerikanische Abordnung aufgenommen wurde. Der Herald brachte letzte Woche seinen Lebenslauf, der aber schon dementiert wurde. Fest steht nur, dass er ein ziemlich junger Mann ist, von dem man bis jetzt noch nichts gehört hat.“
„Nun, dafür hört man jetzt von ihm“, bemerkte Mabel.
„Ich weiß, es scheint, als ob er die ganze Angelegenheit allein geregelt hätte. Von den anderen hört man kein Wort. Wir haben Glück, dass er auf unserer Seite steht.“
„Und was hältst du davon?“
Oliver starrte wieder aus dem Fenster.
„Das ist so eine Sache“, sagte er. „Dabei erscheint es mir nur seltsam, dass kaum jemand etwas zu bemerken scheint. Sie übersteigt wahrscheinlich jede Einbildungskraft. Zweifellos hat der Osten während der letzten fünf Jahre für einen Überfall auf Europa gerüstet. Nur Amerika haben wir es zu verdanken, dass dieser Angriff bis jetzt noch nicht erfolgt ist, und dies war der letzte Versuch, den Osten zur Vernunft zu bringen. Warum aber Felsenburgh sich in den Vordergrund gespielt hat …“, brach er plötzlich ab. „Er muss zumindest ein guter Sprecher sein. Das ist mindestens das fünfte Mal, dass er zu einer solchen Menge gesprochen hat. Vielleicht ist er nur der amerikanische Dolmetscher. Herr Jesus, ich möchte wissen, wer er ist.“
„Wie heißt er mit Vornamen?“
„Julian, glaube ich. So stand es zumindest in einer Nachricht.“
„Aus welcher Quelle stammte sie?“
Oliver schüttelte den Kopf.
„Es war ein Privatunternehmen“, sagte er. „Die europäischen Agenturen haben ihre Arbeit eingestellt. Alle Sender werden Tag und Nacht bewacht. Flugschiffe patrouillieren alle Grenzen. Das Reich will anscheinend diese Angelegenheit ohne uns erledigen.“
„Und wenn es schiefgeht?“
„Meine liebe Mabel, wenn die Hölle losbricht …“, er hob resignierend die Hände.
„Und was tut die Regierung?“
„Sie arbeitet Tag und Nacht, wie übrigens auch das übrige Europa. Es wäre furchtbar, wenn es zum Krieg käme.“
„Und warum sollten sie sich davon abhalten lassen?“
„Vielleicht aus zwei Erwägungen heraus“, sagte Oliver langsam, „einmal haben sie vielleicht Angst vor Amerika, und andererseits hält sie vielleicht ihre Religion davon ab. Wenn sie nur verstehen wollten, dass die Welt heute mehr denn je zusammenarbeiten muss. Aber diese verfluchten Religionen …“

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Tiere segnen – ist das evangelisch?

HP evangelisch.de. Screenshot: BB
HP evangelisch.de. Screenshot: BB
Normalerweise kommen Menschen zu Heinrich Bedford-Strohm, damit er sie segnet. Manchmal sind es aber auch ein Ochse, drei Kälber, fünf Schafe, zwei Esel und mehrere Hühner. Zusammen mit dem katholischen Stiftsprobst Günther Mandl feierte der Ratsvorsitzende der EKD und bayrische Landesbischof am 22. März den ökumenischen Gottesdienst zur Bauernwallfahrt im bayrischen Altötting. Dort legte er auch Tieren die Hand auf.


Von Irmela Büttner|evangelisch.de

Der Segen für die Tiere solle zum Ausdruck bringen, dass auch die „außermenschliche Schöpfung eine Würde hat und Segen verdient“, sagte Bedford-Strohm. Tiere seien für den Menschen nicht einfach nur Besitz und Sachwert, sondern ein Mitgeschöpf.

Tiere zu segnen ist in der katholischen Kirche völlig normal, wie Gottesdienste in Tauberbischofsheim, Kaiserslautern, Landau oder Stuttgart zeigen. In der evangelischen Kirche jedoch sind Tiersegnungen alles andere als selbstverständlich. Die Meinungen gehen auseinander. „Menschen, die Tiere halten, zu segnen ist gut, die Tiere direkt zu segnen, dem stehen wir eher skeptisch gegenüber“, sagt Stephan Krebs, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau.

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Frei Betto: Fidel Castro will Gedanken über Gott neu fassen

Januar 1998: Fidel Castro empfängt Johannes Paul in Havanna – EPA
Fidel Castro will offenbar seine literarischen Ausführungen über Gott und Religion überarbeiten. Das berichtete der Befreiungstheologe Frei Betto laut brasilianischer Presse. Bei einem Treffen am vergangenen Mittwoch habe ihm Castro eine Neufassung des autobiografischen Buches „Nachtgespräche mit Fidel“ vorgeschlagen.


Radio Vatikan

Der brasilianische Dominikaner Frei Betto, ein langjähriger Vertrauter Castros, hatte das Buch 1985 auf der Basis ausgedehnter Gespräche mit dem Revolutionsführer geschrieben. Er habe Castro jetzt in dessen Privathaus besucht und sei überrascht von seiner Vitalität gewesen. Die jahrzehntelange Freundschaft der beiden habe es ermöglicht, dass Castro derart ausführlich über Gott und Religion sprach, was sonst ein Tabuthema für ihn sei.

Betto galt während der diplomatischen Eiszeit mit Kuba als Verbindungsmann zwischen der kommunistischen Regierung und dem Heiligen Stuhl. Kenner der diplomatischen Welt sagen, der Dominikaner habe den historischen Kuba-Besuch von Papst Johannes Paul II. 1998 mit vorbereitet, der das jahrzehntelange Schweigen zwischen Havanna und Rom beendete. Kuba und der Heilige Stuhl haben heute reguläre diplomatische Beziehungen.

 

Heiner Bielefeldt: «Die Burka ist furchtbar, aber das Burka-Verbot ist falsch»

Burqua Burka
Burka (CC-by-sa/2.0/en by Rockin‘ the Khuff)
Bei Konflikten um Kopftuch, Burka oder Satire setzt Heiner Bielefeldt nicht auf staatlichen Zwang, sondern auf Debatte und Aufklärung.


Mit Heiner Bielefeldt sprach Michael Meier|Der Bund

Sie kommen gerade aus dem ­Libanon zurück. Zwingt Sie 
Ihr UNO-Mandat, ständig zu reisen? Müssen Sie Konflikte schlichten?
Um Gottes willen, nein. Die Reise in den Libanon war eine Inspektionsreise: Es gehört zu meinem UNO-Mandat, dass ich sogenannte «fact finding missions» unternehme. Das sind Reisen mit dem Ziel, ein umfassendes Bild der Situation der Religionsfreiheit in einem Land zu zeichnen. Im Libanon gibt es einen sehr speziellen religionspolitischen Pluralismus, eine komplizierte konfessionelle Balance, die jetzt unter Druck gerät. Im Mittleren Osten sind starke Kräfte am Werk, die alle Spuren religiöser Vielfalt auslöschen wollen. So halten sich im Libanon derzeit 1,2 Millionen syrische Flüchtlinge auf.

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Wer hat die MH17 abgeschossen?

Bild: heise.de
Noch ist alles offen, das Untersuchungsteam blockiert die Veröffentlichung von Dokumenten, was Misstrauen erregt.


Von Florian Rötzer|TELEPOLIS

Der Abschuss der Passagiermaschine MH17 über der Ostukraine ist weiterhin ungeklärt. Klar ist, dass die Maschine abgeschossen wurde, wie das geschehen ist und vor allem von wem, ist umstritten. Die niederländische Behörde Dutch Safety Board hat zwar einen vorläufigen Bericht veröffentlicht, in dem sie von einem Abschuss ausgeht, aber sie hält sich seitdem zurück und erklärt, sie würde allen Hinweisen nachgehen.

Nach Medienberichten gebe es für die Gemeinsame Untersuchungsgruppe (JIT) aus Belgien, Australien, der Ukraine, Malaysia und der Niederlande, starke Vermutungen, dass die MH17 von einer BUK-Rakete abgeschossen wurde, die von den Separatisten gefeuert worden sein soll. Man geht Hinweisen und Fotos nach, nach denen ein BUK-System auf einem Lastwagen in die Nähe des Abschussorts gebracht und danach wieder Richtung Russland abtransportiert worden sei. Dazu gebe es vom ukrainischen Geheimdienst abgehörte Gespräche zwischen Separatisten, Emails, ein Skype-Gespräch und ein VK-Posting aus denen hervorgehe, dass die Separatisten vermutlich versehentlich die Passagiermaschine abgeschossen haben.

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Russisch-orthodoxe Kirche macht mobil für Putin und das Vaterland

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Die russische Bevölkerung leidet weiter unter Sanktionen und Gegensanktionen zwischen ihrer Heimat und der EU. Nun schaltet sich auch die Kirche des Landes ein. Mittels Gebeten für die Bauern soll die heimische Lebensmittelindustrie angekurbelt werden.


Von Boris Reitschuster|FOCUS ONLINE

  • Lebensmittel werden knapp und teuer
  • Kirche plant „Anti-Sanktions-Gottesdienste“
  • Kritiker bezeichnen sie als „Hilfsorganisation des Kreml“

Auf seine Kirche kann sich Wladimir Putin verlassen: Das „Patriarchat von Moskau und ganz Russland“ setzt jetzt auf Hilfe von ganz oben im Kampf gegen die Folgen der „antirussischen Sanktionen“ – und will dafür Gottesdienste abhalten lassen. Ab Mitte April sollen die Gläubigen in Moskau nach Angaben des Moskauer Wirtschaftsinformationsdienstes RBC für Bauern und die Landwirtschaft beten – und damit für den „Importersatz“: Dieses Wort ist in Russland in aller Munde, seit die Regierung die Einfuhr von vielen Lebensmitteln aus der EU verboten hat.

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Videomacher von North Charleston: Gott hat mir Mut gegeben

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Der Handyfilmer bei der Erschießung eines Schwarzen in North Charleston ist nach eigener Aussage nur wegen seines Glaubens an die Öffentlichkeit gegangen.


kath.net

Der 23-jährige Feidin Santana, dessen Video zeigt, wie ein weißer Polizist den Schwarzen Walter Scott von hinten erschießt, sagte im Interview des TV-Senders MSNBC (Donnerstag Ortszeit), seine Religion habe ihm die Kraft gegeben, sich zu melden. Auch dass er Augenzeuge des Geschehens wurde, hält der Einwanderer aus der Dominikanischen Republik nicht für Zufall. Gott habe ihn «aus einem Grund an diesen Ort geführt».

Santana gesteht, er habe aus Sorge um sein eigenes Leben zunächst Angst gehabt, an die Öffentlichkeit zu gehen. Er sei zunächst zur Polizeiwache gegangen, dann aber umgekehrt. Statt das Video der Polizei zu übergeben, habe er sogar überlegt, es zu löschen, North Charleston zu verlassen und sich woanders eine neue Heimat zu suchen. «Ich fürchtete, mit dieser Information in meinem Besitz könnte mein Leben in Gefahr sein.»

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So perfide verführt Scientology Menschen

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Eine neue Doku zeigt die skrupellosen Machenschaften von Scientology. stern sprach mit dem Leiter der Scientology Beratungsstelle Hamburg über Methoden, Mitglieder und Gefahren der Sekte.


Ein Interview von Mirja Hammer|stern.de

Herr Napieralla, es ist bekannt, dass Scientolgy eine Organisation mit gefährlichen Praktiken ist. In Deutschland zählt sie etwa 3500 Mitglieder. Was macht die Sekte für diese Menschen attraktiv?

Von Scientology fühlen sich häufig Menschen in Lebenskrisen angesprochen, die nach Daseinserklärungen oder nach Problemlösungen suchen. Scientology verspricht den Menschen vermeintliche Hilfe, durch Kontakte, Gespräche und Kurse, sowie soziale Anerkennung – etwas, wonach wir letztlich ja alle streben. Stellen Sie sich da einen Menschen mit wenigen sozialen Kontakten vor, der zum Beispiel gerade eine Trennung hinter sich hat. Er wird von Scientology angesprochen, folgt der Einladung und wird dann von warmherzig scheinenden Menschen umschwärmt, die ihm das Gefühl geben, für ihn da zu sein. Scientologen trainieren über Jahre, wie sie andere geschickt für sich gewinnen und wie sie mit Menschen umgehen müssen, damit diese sich zunächst wohlfühlen.

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100 Jahre „Genozid“: Erdoğan begegnet Einladung aus Armenien mit Affront

erdogan-sultanEs ist ein hässlicher Streit ums Gedenken. Mit großem Aufwand erinnern die Armenier an die Massaker an ihren Bürgern vor 100 Jahren im Osmanischen Reich. Präsident Sargsjan lud auch seinen türkischen Kollegen Erdoğan als Gast ein – und ist entsetzt über dessen Antwort.


Deutsch Türkische Nachrichten

Es sollte nach einhundertjähriger Feindschaft ein neuer Versuch der Versöhnung sein. Türken und Armenier gemeinsam. Wie 2008. Damals lud der armenische Präsident Sersch Sargsjan seinen türkischen Kollegen zu einem Fußballspiel ihrer Mannschaften nach Eriwan ein. Die Fußballdiplomatie setzte sich mit einem Gegenbesuch Sargsjans in der Türkei fort. Es gab Hoffnung, dass so lange nach den Massakern an den Armeniern im Osmanischen Reich doch Dialog möglich ist. Auch die Grenzen zwischen der Türkei und dem Südkaukasusstaat sollten sich wieder öffnen. Doch der Versuch schlug fehl.

Und jetzt, da die Armenier den 100. Jahrestag des «Genozids an ihrem Volk» begehen, fühlen sie sich einmal mehr gedemütigt von dem großen Nachbarn. Schon früh schickte der 60-Jährige Sargsjan an seinen Kollegen Recep Tayyip Erdoğan eine Einladung zum nationalen Gedenktag am 24. April. An dem Tag erinnert die Hauptstadt Eriwan an die nach armenischen Angaben 1,5 Millionen Opfer der Massaker, die Türkei geht von deutlich weniger aus. Eine Antwort darauf kam nicht, wie Sargsjan kritisiert. Stattdessen schickte Erdoğan selbst eine Einladung – zu einem Gedenktag in der Türkei und ausgerechnet an dem für die Armenier heiligen Jahrestag.

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Migrantenpfarrer in Tunesien: Der Totengräber der Schiffbrüchigen

Jährlich überqueren Hunderttausende Flüchtlinge das Mittelmeer – oft in völlig seeuntüchtigen Booten. picture alliance
Bei der Überfahrt nach Europa sind seit Jahresbeginn 470 Flüchtlinge im Mittelmeer ertrunken oder verschollen. Nur wenige der Opfer können identifiziert werden. Einige von ihnen musste Pfarrer Jonathan in der tunesischen Stadt Sfax beerdigen.


Von Sarah Mersch|Cicero

Pfarrer Jonathan schiebt ein rostiges Tor zur Seite. Der christliche Friedhof, mitten im Industriegebiet von Sfax, ist nur über die Seite zugänglich. Der Haupteingang ist mit einer schweren Eisenkette verschlossen. An der Ecke kläffen zwei Hunde, unter einer Palme drängt sich eine Ziegenherde.

Jonathan, 34, aus Nigeria, betritt mit goldener Sonnenbrille, schwarzer Schiebermütze und Joggingjacke den Friedhof. Außer einer Familie, die im Wärterhäuschen lebt, schaut hier selten jemand vorbei.

Seitdem der Pfarrer Ende 2010 in Sfax angekommen ist, hat er gerade mal zwei Gemeindemitglieder beerdigt: alte Leute, die schon seit Jahrzehnten in der Küstenstadt im Osten Tunesiens gelebt haben. Die meisten Christen haben das Land nach der Unabhängigkeit von Frankreich 1956 verlassen.

Für Grabsteine ist kein Geld da

Doch dann sind da noch die neuen Gräber, in einer Ecke des Friedhofs. Sie liegen unter simplen, grauen Betonplatten. Für Grabsteine ist kein Geld da. Nur an ein, zwei Stellen sind Namen in den Beton geritzt.

Es sind die letzten Ruhestätten von Flüchtlingen, die beim Versuch, über das Mittelmeer zu gelangen, ihr Leben verloren haben. Es müssen mehr als fünfzehn sein. An die genaue Zahl erinnert sich Pfarrer Jonathan nicht mehr. Vielleicht hat er, der selbst einmal Flüchtling war, sie auch verdrängt. „Wir geben ihnen ein letztes Geleit, so dass sie zumindest am Ende ihres Lebens würdevoll behandelt werden.“

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Katars Botschafter antwortet auf Hubers WM-Kritik

Hier soll 2022 der Ball rollen, wenn die Fußball-WM in Katar stattfindet: im Al Khalifa Stadium von Doha Foto: daly3d abd / Wikipedia | CC BY 2.0
In einem offiziellen Schreiben hat der Botschafter von Katar, Abdulrahman Bin Mohammed Al-Khulaifi, die Kritik Wolfgang Hubers an der Fußball-WM 2022 im Emirat Katar zurückgewiesen. Der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Wolfgang Huber, hatte die Verlegung in den Dezember scharf kritisiert. Auch die prinzipielle Vergabe an das Land bezeichnete er als Fehler.


pro Medienmagazin

Wie die Evangelische Nachrichtenagentur idea meldet, betonte Al-Khulaifi, dass sich sein Land bei der Terminierung der Spiele der FIFA unterordne, auch wenn sich der Termin auf christlich geprägte Länder auswirke. Die Terminierung der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien während des muslimischen Fastenmonats Ramadan hätten die Muslime auch nicht kritisiert. „Daher bitte man Huber, die Weihnachtszeit nicht als Argument gegen eine WM im November und Dezember zu verwenden“, schreibt das Online-Portal von idea.

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Elser: Kinofilm revidiert das Bild eines Widerstandskämpfers

Bild: Lucky Bird Pictures, Bernd Schuller
Oliver Hirschbiegel zeichnet in „Elser: Er hätte die Welt verändert“ den oft als Eigenbrötler hingestellten Attentäter als lebensfrohen Handwerker und linksdenkenden Freigeist.


Von Thomas Barth|TELEPOLIS

Mutigen Widerstand als einzelner leistete Georg Elser, der, ohne Verbindung zu anderen Gruppen, am 8. November 1939 versucht hatte, Hitler während der traditionellen Gedenkveranstaltung im Münchner Bürgerbräukeller durch Zündung einer Zeitbombe zu töten.

Mehr konnte ein Schüler um 1990 nicht aus seinem Schulbuch[1] über Georg Elser erfahren – nur ein einziger Satz war dem wohl intelligentesten und erfolgreichsten Widerstandskämpfer gegen den brutalsten Diktator in der Geschichte der Menschheit gewidmet. Elser verfehlte sein Ziel, Hitler und seine Führungsriege (Heß, Himmler, Goebbels und Bormann) zu töten, nur um 13 Minuten. Ein französischer Beobachter staunte angesichts des aktuellen Elser-Films, dass dieser Mann so unbekannt geblieben war, in Frankreich hätte man in jedem Dorf eine Straße nach ihm benannt. Vielleicht ändert dieser Film unser Bild des Widerstandes gegen die Nazis.

Bedrückende Folterszenen

Die Stimmung des Films Elser – Er hätte die Welt verändert ist nach der Einstiegssequenz von Bombenbau und Festnahme Elsers, genial gespielt von Christian Friedel, zweigeteilt: Düster bedrückende Verhöre kontrastieren scharf mit fröhlich-bunten Rückblenden in die schwäbische Dorfidylle. Eine freilich trügerische Idylle, in die sich langsam Hakenkreuzfahnen einschleichen. Es wird gezeigt, wie eine Dorfgemeinschaft mit Filmvergnügen, Bratwurst und Tanzmusik gleichschaltet wird. Aber nicht „ohne erkennbaren Widerstand“ (wie eine Elser-Filmkritik im „Spiegel“ behauptet), sondern gegen Protest und Kampf von Links. Erst als die kommunistischen Freunde Elsers ins KZ verschleppt wurden, konnten die Nazis die Macht übernehmen.

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Psycho-Spiele und Schikane: Ex-Mitarbeiter rechnet gnadenlos mit Apple ab

Ein Apple-Store in Peking dpa/Rolex dela Pena
Der Technologieriese Apple gibt sich nach außen hin gerne als innovativer, freigeistiger Konzern. Dass es innerhalb des Unternehmens offenbar ganz anders aussieht, enthüllte ein Ex-Mitarbeiter. Er berichtet von Mobbing und Schikane in der „iSekte“.


FOCUS ONLINE

Zwei Jahre arbeitete der Australier Ben Farrell für den Technologiekonzern Apple – nun hat er auf seinem Blog gnadenlos mit dem Unternehmen abgerechnet. All die Zeit sei er eingesperrt gewesen: seine Kreativität, Individualität und freies Denken habe er „am Eingang abgeben müssen“. Die Unternehmenskultur bei Apple beschreibt er als „iSekte“: „Dreckige, abgenutzte, schmierige und naive Mechanismen von Mobbing, Schikane und Psycho-Spielchen“, so Farrell in seinem Text.

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Ultra-Orthodox Male Jews Are Avoiding Sitting Next to Women on Flights… and It’s Annoying Everybody Involve

Image: Friendly Atheist
I’ve posted before about the problem of male ultra-Orthodox Jews causing a stir on airplanes because they refuse to sit next to women. They believe you’re not allowed to touch any woman who’s not your wife… even if it’s incidental and not-even-close-to-sexual in nature.


By Hemant Mehta|Friendly Atheist

In a recent article in the New York Times, Michael Paulson spoke to people affected by this policy, including people who have offered to swap seats with the haredi men, people who have refused to move, and rabbis who say the Jewish men are taking their religious beliefs way too far:

Laura Heywood, 42, had a similar experience while traveling from San Diego to London via New York. She was in a middle seat — her husband had the aisle — when the man with the window seat in the same row asked if the couple would switch positions. Ms. Heywood, offended by the notion that her sex made her an unacceptable seatmate, refused.

“I wasn’t rude, but I found the reason to be sexist, so I was direct,” she said.

Meanwhile, airline workers are trying to get in front of the problem by taking care of the concerns prior to boarding. The article notes that some Orthodox Jewish rabbis believe this problem is “nowhere near as prevalent as some media reports have made it seem,” but that’s not the feeling of those who have been impacted by it.

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