Frei Betto: Fidel Castro will Gedanken über Gott neu fassen


Januar 1998: Fidel Castro empfängt Johannes Paul in Havanna – EPA
Fidel Castro will offenbar seine literarischen Ausführungen über Gott und Religion überarbeiten. Das berichtete der Befreiungstheologe Frei Betto laut brasilianischer Presse. Bei einem Treffen am vergangenen Mittwoch habe ihm Castro eine Neufassung des autobiografischen Buches „Nachtgespräche mit Fidel“ vorgeschlagen.


Radio Vatikan

Der brasilianische Dominikaner Frei Betto, ein langjähriger Vertrauter Castros, hatte das Buch 1985 auf der Basis ausgedehnter Gespräche mit dem Revolutionsführer geschrieben. Er habe Castro jetzt in dessen Privathaus besucht und sei überrascht von seiner Vitalität gewesen. Die jahrzehntelange Freundschaft der beiden habe es ermöglicht, dass Castro derart ausführlich über Gott und Religion sprach, was sonst ein Tabuthema für ihn sei.

Betto galt während der diplomatischen Eiszeit mit Kuba als Verbindungsmann zwischen der kommunistischen Regierung und dem Heiligen Stuhl. Kenner der diplomatischen Welt sagen, der Dominikaner habe den historischen Kuba-Besuch von Papst Johannes Paul II. 1998 mit vorbereitet, der das jahrzehntelange Schweigen zwischen Havanna und Rom beendete. Kuba und der Heilige Stuhl haben heute reguläre diplomatische Beziehungen.