‚Sieg des gesunden Menschenverstandes über christliche Ammenmärchen‘


Lord of the World, Originalausgabe 1907, Bild. wikimedia.org/PD

Die von Robert Hugh Benson (1871-1914) vorausgesehene Entwicklung der Technik und die politischen und antireligiösen Zukunftsbilder waren beim Erscheinen des Buches eine Sensation. Seine Visionen zeigen jedoch erstaunliche Wiedererkennungsmerkmale in Anbetracht der Schreckensregime des Nationalsozialismus und des Kommunismus.

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Benson beschreibt den „Herrn der Welt“ als Antichrist, der in einem als freiheitlich propagierten System über alle Länder der Erde herrscht. Julian Felsenburg, dieser neue Weltherrscher, schreckt im Kampf gegen die Kirche auch nicht vor der Vernichtung Roms, des Papstes und der letzten Christen zurück.

Nur zwei Kardinäle entkommen diesem gnadenlosen Bombardement Roms. Sie wählen im Verborgenen einen neuen Papst und berufen ein Konzil ein. Durch einen Verrat wird auch dieser letzte Aufenthalt des neuen Papstes bekannt. Felsenburgh holt zum letzten Vernichtungsschlag aus. Während der Papst und seine Getreuen sich dem letzten Kampf stellen, verfinstert sich die Sonne und Gott greift ein.

„‚Irkutsk – 14. April – Gestern – wie gewöhnlich – Aber – Gerüchte – Abfall – von – Sufi – Partei – weitere – Truppenansammlungen – Felsenburgh – Ansprache – Buddhisten – Anschlag auf – Lama – letzten – Freitag – Anarchisten – am – Werk – Felsenburgh – reist wie – vorgesehen – Moskau – er …‘, da, das ist alles“, schloss Oliver resigniert. „Wie üblich, wieder einmal unterbrochen.“
Die junge Frau schlug die Beine übereinander.
„Ich verstehe überhaupt nichts“, sagte sie. „Wer ist denn dieser Felsenburgh?“
„Mein liebes Kind, das fragt sich die ganze Welt. Man weiß über ihn nur, dass er im letzten Augenblick in die amerikanische Abordnung aufgenommen wurde. Der Herald brachte letzte Woche seinen Lebenslauf, der aber schon dementiert wurde. Fest steht nur, dass er ein ziemlich junger Mann ist, von dem man bis jetzt noch nichts gehört hat.“
„Nun, dafür hört man jetzt von ihm“, bemerkte Mabel.
„Ich weiß, es scheint, als ob er die ganze Angelegenheit allein geregelt hätte. Von den anderen hört man kein Wort. Wir haben Glück, dass er auf unserer Seite steht.“
„Und was hältst du davon?“
Oliver starrte wieder aus dem Fenster.
„Das ist so eine Sache“, sagte er. „Dabei erscheint es mir nur seltsam, dass kaum jemand etwas zu bemerken scheint. Sie übersteigt wahrscheinlich jede Einbildungskraft. Zweifellos hat der Osten während der letzten fünf Jahre für einen Überfall auf Europa gerüstet. Nur Amerika haben wir es zu verdanken, dass dieser Angriff bis jetzt noch nicht erfolgt ist, und dies war der letzte Versuch, den Osten zur Vernunft zu bringen. Warum aber Felsenburgh sich in den Vordergrund gespielt hat …“, brach er plötzlich ab. „Er muss zumindest ein guter Sprecher sein. Das ist mindestens das fünfte Mal, dass er zu einer solchen Menge gesprochen hat. Vielleicht ist er nur der amerikanische Dolmetscher. Herr Jesus, ich möchte wissen, wer er ist.“
„Wie heißt er mit Vornamen?“
„Julian, glaube ich. So stand es zumindest in einer Nachricht.“
„Aus welcher Quelle stammte sie?“
Oliver schüttelte den Kopf.
„Es war ein Privatunternehmen“, sagte er. „Die europäischen Agenturen haben ihre Arbeit eingestellt. Alle Sender werden Tag und Nacht bewacht. Flugschiffe patrouillieren alle Grenzen. Das Reich will anscheinend diese Angelegenheit ohne uns erledigen.“
„Und wenn es schiefgeht?“
„Meine liebe Mabel, wenn die Hölle losbricht …“, er hob resignierend die Hände.
„Und was tut die Regierung?“
„Sie arbeitet Tag und Nacht, wie übrigens auch das übrige Europa. Es wäre furchtbar, wenn es zum Krieg käme.“
„Und warum sollten sie sich davon abhalten lassen?“
„Vielleicht aus zwei Erwägungen heraus“, sagte Oliver langsam, „einmal haben sie vielleicht Angst vor Amerika, und andererseits hält sie vielleicht ihre Religion davon ab. Wenn sie nur verstehen wollten, dass die Welt heute mehr denn je zusammenarbeiten muss. Aber diese verfluchten Religionen …“

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