Stanislaw Tillich und Facebook – zu viele rechte Pöbeleien


Stanislaw Tillich will sich nicht mehr von Pegidisten beleidigen lassen. Foto: REUTERS
Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich legt seine Facebook-Seite still: Er hat genug von rechten Pöbeleien.


Von Bernhard Honnigfort|Frankfurter Rundschau

Irgendwann ist bei jedem Schluss, auch bei Stanislaw Tillich, dem sächsischen Ministerpräsidenten. Seit sieben Jahren regiert der 56-Jährige von Dresden aus das Land. Mit überschäumendem Temperament einerseits oder übertriebener Pimpeligkeit andererseits hat er sich keinen Namen gemacht. Tillich, ein treuer Jünger Merkels, steht eher für einen ruhigen, sachlichen, manchmal ermüdenden Ton.

Aber was zu viel ist, ist zu viel. Bei Tillich war’s der 31. Januar, als Oberkante Unterlippe erreicht war und er endgültig die Nase voll davon hatte, beschimpft, bedroht, beleidigt und auf primitivste Weise angepöbelt zu werden. Seit jenem Sonnabend im Winter lässt er seine Facebook-Seite ruhen, er schreibt nichts mehr, Faxen dicke. Tillichs sozialmediales Schweigegelübde, das erst jetzt in Dresden bemerkt und bekannt wurde, hat mit Pegida zu tun, der Wutbürgerbewegung aus selbst ernannten Rettern des Abendlandes, die seit Mitte Oktober meist montags gegen die angeblich drohende Islamisierung durch die vergleichsweise ausländerlose sächsische Landeshauptstadt ziehen, befeuert und angeführt von einem verurteilten Drogenhändler und Einbrecher namens Lutz Bachmann.

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