Hans Joas Menschenrechte: Alles andere als ein sicherer Besitz


Wie ein Demonstrant beim Amerikagipfel in Panama City die Lage der Menschenrechte seitens der USA einschätzt. Foto: AFP
Eine Kampfschrift: Der Philosoph Hans Joas über die „westlichen Werte“, die der Westen gerne als exklusive Errungenschaften begreift.


Von Arno Widmann|Frankfurter Rundschau

Der 1948 geborene Sozialphilosoph Hans Joas lehrt in Berlin und Chicago. Er betrachtet die Prozesse, die zur – nie und nirgends gänzlichen – Abschaffung von Folter und Sklaverei führten, als Abschnitte der Entwicklung einer „Sakralisierung der Person“, die schon mit den Ethiken der Achsenzeit (800 bis 200 v. u. Z.) einsetzte. Nicht nur in Athen und Jerusalem, sondern auch in Indien und China.

Der lange, blutige und labyrinthische Weg von einer Ethik zu einem Recht wurde und wird überall anders begangen. Joas’ neueste Veröffentlichung wendet sich gegen die Versuche, diese Geschichte umzuschreiben zu einer der Selbstsakralisierung.

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