Özoguz und Griese machen sich für religiöse Bildung stark

Kerstin Griese (2014), Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0 de/SvenTeschke
Die Religions- und Kirchenbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Kerstin Griese, hat sich der Forderung des Berliner Bischofs Markus Dröge nach einer neuen Bildungsoffensive in Sachen Religion und des interreligiösen Dialogs angeschlossen.


evangelisch.de

Sie sagte am Freitag in Berlin auf einer Tagung der SPD-Fraktion, Toleranz und Vielfalt könne nur leben, wer die eigene Religion kenne und die des anderen verstehen wolle.

Auf einer Tagung der SPD-Fraktion mit dem Titel „Wir alle sind Deutschland“ über das Miteinander von Menschen verschiedener Religionen und Kulturen zeigte sich Griese besorgt, dass 60 Prozent der Bundesbürger glauben, der Islam passe nicht in die westliche Welt, während zugleich die deutschen Muslime sich mehrheitlich zur pluralistischen deutschen Demokratie bekennen.

weiterlesen

„Der Austausch von Informationen zwischen Medizin und Veterinärmedizin ist nicht ausreichend institutionalisiert“

Infektionsmedizinische Fragen sind in Deutschland in den letzten Jahren zunehmend in den Fokus gerückt. Dabei standen häufig zoonotische Erreger, die zwischen Tieren und Menschen in beide Richtungen übertragen werden können, im Vordergrund. Die Arbeitsgruppe Zoonosen und Infektionsforschung der TMF ­– Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung hat dazu bereits im vergangenen Jahr ein Positionspapier vorgelegt, das für einen One-Health-Ansatz in der Infektionsforschung wirbt.


aerzteblatt.de

5 Fragen an Prof. Dr. med. Eberhard Straube, Institut für Medizinische Mikrobiologie, Universitätsklinikum Jena

DÄ: Was besagt One Health in der Infektionsforschung?
Straube: Der One-Health-Ansatz bedeutet, dass Veterinär- und Humanmedizin sowie auch Landwirtschaft interdisziplinär zusammenarbeiten und Strukturen entwickeln, um auf Probleme zu reagieren, die in einer gemeinsamen Umwelt begründet sind. Das betrifft Ernährung und insbesondere Infektionen. Man darf nicht vergessen, dass etwa 60 Prozent der Infektionen Zoonosen sind. Influenza beispielsweise ist eine klassische Zoonose, ein etwa durch Salmonellen oder Campylobacter verursachter  Durchfall ebenso – das sind häufige Ereignisse.

weiterlesen

Forscher wollen das erste künstliche Lebewesen erschaffen

Im Kieler Wirkstoff-Zentrum werden Substanzen aus marinen Mikroorganismen untersucht und patentiert Sieg/Nölting, IFM-GEOMAR
Sie sollen Treibstoff produzieren, Krankheiten heilen oder Umweltgifte entschärfen. Synthetische Lebewesen sollen viele Probleme des 21. Jahrhunderts lösen. Bei ihrer Entwicklung entfernen sich Forscher von der universellen Sprache des Lebens. Das bietet Chancen und birgt Risiken.


FOCUS ONLINE

  • Wissenschaftler wollen Lebewesen synthetisch herstellen.
  • Bei den künstlich veränderten Lebewesen handelt es sich um Mikroorganismen.
  • Die Forscher wollen durch ihre Forschung Lebewesen von den „Fesseln der Evolution“ befreien.

Der Golem, Frankensteins Monster oder die Dinosaurier aus “Jurassic Park”: Leben künstlich zu erschaffen, fasziniert Menschen seit jeher – bis vor kurzem meist nur als Fiktion. Doch inzwischen streben Forscher gezielt die Herstellung neuartiger Organismen an und wetteifern darum, wer das erste synthetische Lebewesen erschafft.

weiterlesen

Axel Meyer: Charles Darwin war noch nie so aktuell

meyer_evoRund 120 Besucher lockte Axel Meyer ins Café Vogelhaus. Die Aussagen des bekannten Evolutionsbiologen polarisierten.


Von Selma Badawi|Südkurier

Er will, dass Wissenschaft endlich ausgesprochen wird. Dass politische Debatten mit Forschungserkenntnissen untermauert werden. Er ist der Meinung: „Es ist immer besser zu wissen, als nicht zu wissen.“ Evolutionsbiologe Axel Meyer sorgte bei „Ausgesprochen: Wissenschaft“ für ein komplett gefülltes Voglhaus. In der 47. Auflage der Veranstaltungsreihe von Uni, HTWG und SÜDKURIER teilte der Professor an der Universität Konstanz seine strikten Ansichten mit dem Publikum. Im Gespräch mit Jörg-Peter Rau machte er seinen Standpunkt in bioethischen Fragen klar und gab den Zuhörern einen Einblick in die bahnbrechenden Möglichkeiten, die die Wissenschaft uns in Zukunft eröffnen kann.

Auf sein im Juni erscheinendes Buch „Adams Apfel und Evas Erbe“, das sich mit der Macht der Gene beschäftigt, nahm Meyer immer wieder Bezug. So manche Antwort, die er dem Lokalchef des SÜDKURIER gab, löste ein Raunen in den Besucherreihen aus. Hin und wieder begleiteten auch ein schockierter Ausruf und ein kritisches Kopfschütteln die Unterhaltung.

weiterlesen

Tebartz-van Elst missioniert jetzt Abtrünnige

Tebartz van Elst in Rom. Bild; DIE WELT|Screenshot: bb
Tebartz van Elst in Rom.
Bild; DIE WELT|Screenshot: bb
Der einstige Skandal-Bischof aus Limburg ist nun im Päpstlichem Rat für Katechese. Zum Neustart im Vatikan hat er sich modisch verändert. Zudem bekommt er doppelte Bezüge – zumindest vorläufig.


Von Constanze Reuscher|DIE WELT

Passend zum neuen Job hat Franz-Peter Tebartz-van Elst seinen Look modisch verändert: Schon zu Ostern zeigte der einstige Skandalbischof im Petersdom eine neue Brille mit dunklem Horngestell und einen fülligen Bart, unter der violetten Bischofskappe ragte eine längere Haartolle hervor.

Der neue Arbeitsplatz des ehemaligen Limburger Oberhirten ist jetzt auch offiziell. Im neuen Päpstlichen Jahrbuch ist Tebartz-van Elst im Kapitel „Internationaler Rat für Katechese“ an zweiter Stelle hinter dem Sekretär dieses Päpstlichen „Ministeriums“ eingetragen, dem der italienische Erzbischof Rino Fisichella vorsteht.

weiterlesen

Apostel Denunzianten

A. Paul Weber – Der Denunziant; Quelle: privat
Bischof Mogavero war von Benedikt XVI. nach finanziellen Unregelmäßigkeiten seines Amtes enthoben worden. Mogavero macht aber seinen Ökonomen für die Unregelmäßigkeiten verantwortlich und fühlt sich von bischöflichem Amtsbruder diffamiert.


kath.net

In Italien sorgt ein Streit zwischen zwei sizilianischen Bischöfen für Aufsehen. Nach Informationen der Zeitschrift «Panorama» soll der frühere Bischof von Trapani, Francesco Micciche (71), einen Amtsbruder wegen «Diffamierung» bei Papst Franziskus angezeigt haben.

Wie «Panorama» berichtet, handelt es sich um den Bischof von Mazara del Vallo, Domenico Mogavero (68), der 2011 eine vom Vatikan angeordnete Untersuchung des Finanzgebarens der Diözese Trapani leitete. Dabei wurden finanzielle Unregelmäßigkeiten in Millionenhöhe festgestellt. Benedikt XVI. (2005-2013) enthob Micciche daraufhin im Mai 2012 seines Amtes. Dieser wies die Vorwürfe zurück und machte seinen Ökonomen für die Unregelmäßigkeiten verantwortlich.

weiterlesen

US-Amerikaner weiter für Todesstrafe, besonders Christen

3c94d-hinrichtung-todesstrafe-todesspritze

Die Mehrheit der US-Amerikaner steht weiter hinter der Todesstrafe, allerdings mit 56 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit 40 Jahren. Das geht aus einer aktuellen Analyse des Washingtoner Pew Research Centers hervor. Demnach ging die Unterstützung für die Todesstrafe seit 2011 um sechs Prozentpunkte zurück. 1996 betrug der Anteil der Befürworter noch 78 Prozent.


kathweb

Während die Haltung zur Todesstrafe seitens männlicher Befragter seit 2011 praktisch unverändert bei 64 Prozent blieb, sank die Zustimmung unter Frauen von 59 auf 49 Prozent. Überdurchschnittlich großen Rückhalt finden Hinrichtungen bei Protestanten und Katholiken weißer Hautfarbe. Trotz leichter Einbußen finden noch 71 Prozent der Evangelikalen und 66 Prozent von Mitgliedern der protestantischen Hauptkirchen die Tötung von Straftätern in Ordnung. Unter weißen Katholiken stieg die Zustimmung sogar von 61 Prozent im Jahr 2011 auf jetzt 63 Prozent.

weiterlesen

Bistum Limburg: Was die Kirche mit 1 Milliarde Euro macht

Bild: @Kiwi_Gold/twitter
Bild: @Kiwi_Gold/twitter
Der frühere Limburger Bischof Tebartz-van Elst und sein mehr mehr als 30 Millionen Euro teurer Bischofssitz beschäftigen heute noch die Gemüter. Eine Ausstellung soll nun Transparenz schaffen und über das Vermögen der Kirche aufklären.


Von Peter Hanack|Frankfurter Rundschau

Die ersten Christen hatten – so steht zu vermuten – noch kein Problem mit Geld. Sie hatten einfach nicht viel davon, und das wenige teilten sie dann christlich. So ist es nicht geblieben. Das Bistum Limburg etwa besitzt heute rund tausend Millionen Euro. Viel Geld. Oder doch nicht? Und woher kommt eigentlich dieses Vermögen? Für was ist es gut? Und wer bestimmt darüber, wofür es ausgegeben wird? Fragen wie diese sind es, um die es in einer Ausstellung geht, die die Katholische Erwachsenenbildung (KEB) des Bistums erstellt hat. Seit Donnerstag ist sie im Kreuzgang des Bischöflichen Ordinariats in Limburg zu sehen, und zwar bis 30. April. Danach soll die Ausstellung mit ihren 17 Schautafeln durch die Pfarrgemeinden wandern.

weiterlesen

Vatikan will kein „Hickhack“ mit Erdogan

Papst Franziskus feiert eine Messe mit dem armenischen Kirchenoberhaupt Karekin II. im Vatikan (12. April)APA/EPA/ANSA/Giorgio Onorati
Der Vatikan will sich nach Worten seines Sprechers Federico Lombardi nicht auf ein „Hickhack“ mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan einlassen. Papst Franziskus hatte die Gräueltaten an den Armeniern im Osmanischen Reich als Völkermord bezeichnet.


religion.ORF.at

„Wenn es von türkischer Seite Reaktionen gab, nehmen wir das zur Kenntnis“, sagte Lombardi mit Blick auf die Papst-Schelte durch Erdogan am Mittwoch vor Journalisten im Vatikan – mehr dazu in Erdogan: Papst redet „Unsinn“ in Armenierfrage. Man werde aber „aus der Sache keinen Streitfall“ machen, so der Jesuit. Lombardi bekräftigte am Mittwoch, man werde inhaltlich nicht zurückrudern. Der Vatikan habe in dieser Frage „eine sehr präzise und konsequente Linie“. Im Übrigen sei „sonnenklar“, dass Franziskus lediglich einen früheren vatikanischen Sprachgebrauch aufgegriffen habe.

So habe Franziskus in seiner Predigt am Sonntag ausdrücklich auf eine gemeinsame Erklärung seines Vorgängers Johannes Paul II. (1978-2005) und des armenischen Kirchenoberhaupts Karekin II. bezogen, die ebenfalls den Begriff Völkermord benutze. Zudem habe Franziskus positiv auf „den Wunsch nach Versöhnung und Dialog zwischen dem türkischen und dem armenischen Volk“ verwiesen, so der Sprecher.

weiterlesen

Vergewaltigungen, Zwangsprostitution, Drogen: Sexuelle Gewalt in bayerischen Flüchtlingsunterkünften

In der Bayernkaserne sollen Frauen täglich sexueller Gewalt ausgesetzt seien | DPA
Sie flohen vor Krieg und Armut – nun sehen sie sich sexueller Gewalt und Missbrauch ausgeliefert: Nach einem Bericht des Bayerischen Rundfunks (BR) leiden Frauen in Flüchtlingsunterkünften in Bayern unter unerträglichen Zuständen. 


Von Benjamin Prüfer|The Huffington Post

Dort soll es regelmäßig zu Vergewaltigungen und Prostitution kommen. Der Sender beruft sich dabei auf den SPD-Abgeordneten Hans Ulrich Pfaffmann und die Frauenrechtsorganisation Imma.

„Tagtäglich Vergewaltigungen und Prostitution“

So habe es etwa in der Bayernkaserne, einer ehemaligen Bundeswehr-Kaserne, in der nun Flüchtlinge untergebracht sind, immer wieder Fälle von Prostitution oder Gewalt gegen Frauen gegeben.

„Beobachtungen in der Bayernkaserne zeigen, dass tagtäglich Vergewaltigungen, sexuelle Gefälligkeitsdienstleistungen und Prostitution stattfinden“, schreibt die Organisation laut BR in einer Mitteilung an die Presse.

Pfaffmann sagte dem Sender, dass unter den Tätern neben anderen Flüchtlingen auch Wachleute der Sicherheitsfirma Siba seien.

weiterlesen

Religiöse Konflikte: Entwicklungsminister Gerd Müller reagiert mit „Strategiepapier“

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat eine Strategie fürs Miteinander von Religionen vorgelegt: Partnerschaft bedeute zwar, Verschiedenheit und die jeweiligen Traditionen zu respektieren, allerdings „ohne einem Werterelativismus zu verfallen“.(Foto: dpa)
Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat ein Entwicklungspapier ausgearbeitet und damit auf zunehmende religiöse Konflikte reagiert. Der Minister will auch abendländische Werte betont sehen.


HANDELSBLATT

Unter dem Eindruck eines wachsenden Einfluss des Islam und vor dem Hintergrund zunehmender religiös motivierter Auseinandersetzungen strebt Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) laut einem Zeitungsbericht offenbar eine Entwicklungspolitik an, die sich stärker an abendländisch-jüdischen Traditionswerten orientiert. Die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ schrieb am Freitag, dies gehe aus einem ihr vorliegenden „Strategiepapier“ der Leitungsspitze des Ministeriums hervor.

weiterlesen

Skurril: Higgs-Daten als Heavy Metal-Song

Teilchenspuren als Gitarren-Riffs: Ein Physiker des CERN hat seine eigene Version der Daten zur Entdeckung des Higgs-Bosons ins Netz gestellt. Er setzte dafür die im Teilchenbeschleuniger registrierten Massenwerte bestimmter Detektorkanäle in Noten um und machte daraus Musik. Wie das klingt, spielt er in diesem Video gemeinsam mit einem Kollegen vor.


scinexx

Die Idee, physikalische Daten und speziell die Detektor-Daten der Higgs-Entdeckung in ‚Musik umzusetzen ist nicht neu: Schon im Oktober 2014 hatten Physiker des CERN auf dieser Basis das Stück LHC Chamber Music komponiert und als Video veröffentlicht. Für dieses diente ein Diagramm aus dem ATLAS-Detektor als Grundlage.

CMS-Diagramme als Gitarren-Melodien

In der Version von Piotr Traczyk von der CMS-Kollaboration am CERN geht es nun allerdings weit weniger klassisch zu. Aber auch er nutzt Daten, die ursprünglich am 4. Juli 2012 bei der Bekanntgabe der Higgs-Entdeckung vorgestellt wurden: Die im Detektor CMS ermittelten Häufigkeiten bestimmter Zerfallsprodukte im sogenannten Gamma-Gamma und 4-Lepton-Kanal. Den einzelnen Werten ordnet er Noten aus der chromatischen Tonleiter zu, leere Stellen ergeben Pausen. „Der Rhythmus und die harmonische Struktur lassen sich so aus den Daten ableiten“, erklärt Traczyk.

weiterlesen

CSU Herrmann: Datenspeicherung hilft gegen Pädophilen-Netzwerke

©Bayrisches Staatsministerium des Innern
«Mit dem Zugriff auf Telekommunikations-verbindungsdaten können wir beispielsweise auch die Hintermänner von Pädophilen-Netzwerken leichter hinter Schloss und Riegel bringen, die sich derzeit noch in der Anonymität des Internets verstecken.»


kath.net

Der Kompromiss zur Vorratsdatenspeicherung wird es den Ermittlungsbehörden nach Ansicht des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann (CSU) ermöglichen, härter gegen Pädophilen-Netzwerke vorzugehen. Der «Welt» sagte Herrmann am Donnerstag: «Mit dem Zugriff auf Telekommunikationsverbindungsdaten können wir beispielsweise auch die Hintermänner von Pädophilen-Netzwerken leichter hinter Schloss und Riegel bringen, die sich derzeit noch in der Anonymität des Internets verstecken.»

Herrmann sprach von einem «Riesen-Fortschritt für die Sicherheit unserer Bürger». Endlich könne man eklatante Sicherheitsdefizite beseitigen und eine große Lücke im Instrumentarium der Sicherheitsbehörden schließen, «gerade bei der Bekämpfung schwerer Straftaten oder des Terrorismus».

Es geht immer etwas dümmer: „Die Nachrichtendienste müssen gestärkt werden“

Guido Steinberg, Terrorismus- und IS-Experte, von der Stiftung Wissenschaft und Politik (dpa / picture alliance / Karlheinz Schindler)
Dass auch Deutsche an IS-Folterungen beteiligt sind, überrasche nicht, sagte der Politikwissenschaftler Guido Steinberg im DLF. Grundsätzlich gebe es eine zunehmende Radikalisierung Jugendlicher – und einen Sicherheitsapparat, der darauf nicht vorbereitet sei.


Guido Steinberg im Gespräch mit Bettina Klein|Deutschlandfunk

Eine der größten Schwächen der Sicherheitsbehörden sei es, diese Radikalisierungstendenz in der Vergangenheit nicht festgestellt zu haben, sagte der Islamismus- und Terrorismusexperte der Stiftung Wissenschaft und Politik im Deutschlandfunk. Mindestens 660 junge deutsche Dschihadisten seien in der jüngsten Vergangenheit nach Syrien gegangen, nur bei 60 bis 80 sei dies verhindert worden. Die Sicherheitsbehörden liefen den Ereignissen hinterher und würden erst aktiv, wenn es zu spät sei.

Deshalb spricht sich Steinberg für eine Stärkung der Nachrichtendienste aus. Hier gebe es Handlungsbedarf. Doch die Politik diskutiere stattdessen andere Maßnahmen. So sei die Vorratsdatenspeicherung nur dann sinnvoll, wenn die radikalisierten jungen Männer bereits bekannt seien.

Dass in Deutschland traditionell großes Misstrauen gegenüber Nachrichtendienste herrsche, sei nicht mehr „zeitgemäß angesichts der Bedrohungen – nicht nur der islamistischen“, so der Politikwissenschaftler. Deutschland brauche ein Frühwarnsystem und nicht eine weitere Stärkung der Polizei, wie in der Vergangenheit üblich.

weiterlesen

Muslime sollen Christen aus Flüchtlingsboot geworfen haben

Brand auf einem Flüchtlingsschiff vor den Küsten Europas © Szene aus "Report Mainz"
Brand auf einem Flüchtlingsschiff vor den Küsten Europas © Szene aus „Report Mainz“
Dicht gedrängt auf kleinen Booten begeben sich viele Flüchtlinge auf den gefahrvollen Weg von Afrika über das Mittelmeer gen Norden. Doch statt in Solidarität übten sich die Menschen auf einem Schiff nun in Hass. Auslöser soll ein unterschiedlicher Glaube gewesen sein.


evangelisch.de

Die italienische Polizei hat 15 muslimische Migranten festgenommen, weil sie vor der Küste Siziliens zwölf Christen aus einem Flüchtlingsboot über Bord geworfen haben sollen. Wie italienische Medien übereinstimmend berichteten, genehmigte Justizminister Andrea Orlando am Donnerstagabend die Strafverfolgung. Die Tat sei zwar in internationalen Gewässern geschehen, aber nach der Anordnung des Ministers konnten die Verdächtigen im sizilianischen Palermo festgenommen werden. Den Berichten zufolge sollen die Muslime aus religiösem Hass gehandelt haben.

weiterlesen

Zahnmediziner, der an „spirituelle Selbstheilungskräfte“ glaubt, muss Schmerzensgeld zahlen

Gezogene Zähne. Foto: Steven Fruitsmaak. Lizenz: Public Domain
Mit Ärzten und Patienten verhält es sich ein wenig wie mit zwei Zellen bei der Zeugung: Weichen beide nicht zu sehr von gewissen Standards ab, gibt es selten Schwierigkeiten. Entspricht nur einer oder eine von beiden der Norm, kann er oder sie möglicherweise Schaden abwenden. Liegen jedoch bei beiden Probleme vor, dann kann ein Fall dabei herauskommen, wie ihn das Oberlandesgericht München diese Woche verhandelt hat.


Von Peter Mühlbauer|TELEPOLIS

Beklagter in diesem Fall war der Zahnarzt Klaus K. – Kläger der amtlich bestellte Betreuer des 28-jährigen schizophrenen Psychosepatienten Alex S. Der ließ sich von K. vor gut zwei Jahren für über 2.000 Euro alle 19 Zähne ziehen, die sich damals noch in seinem Mund befanden. Dazu hatte er sich entschlossen, weil er glaubte, dass die Zähne seine Potenz stören und seine „Energieströme“ behindern würden.

Anschließend landete der Psychosepatient in der Psychiatrie und wurde unter Aufsicht eines Betreuers gestellt. Der beauftragte einen Anwalt mit einer Schadensersatzforderung an den Zahnarzt. Diesem Anwalt schrieb K., der junge Mann, der lange Zeit in einem Wald lebte und sich ausschließlich von pflanzlicher Rohkost ernährte, sei seiner Ansicht nach „nicht wahnbestimmt“ und psychotisch, sondern ein „Indigo-Kind“, das man „bewundern“ müsse, weil es mehr wahrnehme als andere Menschen. Weil der Anwalt das anders sah, unterstellte der Zahnarzt im Alkoholmissbrauch und verlangte für sich selbst ein Schmerzensgeld in Höhe von 50.000 Euro.

weiterlesen

Hagia Sophia und Neu-Osmanische Erpressungsversuche

Bild: wikimedia.org/ArildVågen/CC-BY-3.0
Oberster islamischer Geistlicher von Istanbul glaubt, dass sich die Umwandlung des derzeit als Museum genutzten Gotteshauses als Folge der Papstworte beschleunigen werde.


kath.net

Die Äußerung von Papst Franziskus zum Völkermord an den Armeniern dürfte nach Einschätzung des Muftis von Ankara den Forderungen nach einer Umwandlung der Hagia Sophia in Istanbul in eine Moschee neuen Auftrieb geben. Er glaube, dass sich die Umwandlung des derzeit als Museum genutzten Gotteshauses als Folge der Papstworte beschleunigen werde, sagte Mefail Hizli, oberster islamischer Geistlicher der türkischen Hauptstadt, laut einer Meldung der Zeitung «Milliyet» (Donnerstag). Die türkische Regierung hatte den Papst wegen seiner Äußerung scharf kritisiert.

weiterlesen

Oma Marie und evangelische Bigotterie

Schwul-nicht-schwul-470Weil ein evangelischer Pfarrer im Fernsehen Homosexualität als Sünde bezeichnet, tritt Oma Marie aus ihrer Kirchengemeinde aus. Das ist schade, denn wir brauchen Menschen wie sie – und es wäre gar nicht nötig gewesen.


Von Hanno Terbuyken|evangelisch.de

Oma Marie tritt aus der Kirche aus, weil der evangelische Pastor Cochlovius aus Hohnhorst im NDR Homosexualität als Sünde bezeichnet hat und sich für „Heilungs“-Versuche an Homosexuellen ausspricht. Einen „Aufschrei“ ihrer eigenen Kirchengemeinde in Bad Nenndorf und der EKD vermisst die 84-Jährige, eine klare Zurückweisung der Aussagen, die sich auch gegen ihre schwulen Enkel richten. Das sorgt für einen Sturm im Netz, fast 20.000 Facebook-Likes und hunderte Kommentare, die meisten davon begeistert von dem Schritt.

weiterlesen

Assistierter Suizid: „Wer sich umbringen will, der findet auch einen Weg“

Bild: letzte-hilfe.de
Bild: letzte-hilfe.de
141 Strafrechtlerinnen und Strafrechtler fordern in einem Aufruf, den assistierten Suizid nicht unter Strafe zu stellen. Das sieht ein geplantes Gesetz vor, das im Herbst vom Bundestag verabschiedet werden könnte. Ein Gespräch mit einem der Initiatoren, Henning Rosenau, Vizepräsident der Universität Augsburg.


Interview mit Henning Rosenau|Cicero

Herr Rosenau, was fordern Sie?
Wir fordern, dass es keine neue Strafnorm gibt, die die Beihilfe zum Suizid unter Strafe stellt. Im Grunde geht es darum, dass man die Entkriminalisierung, die man bei den Fragen ums Lebensende erreicht hat in den letzten zehn, zwanzig Jahren, nicht wieder rückgängig macht.

Die gesetzlichen Pläne sind aber auch als Schutz vor Missbrauch gedacht. Wie wollen Sie ohne eindeutige Regelungen Missbrauch verhindern?
Es ist ja nicht so, dass es keinen rechtlichen Rahmen gibt. Missbrauch bei der Suizidhilfe liegt dann vor, wenn man jemanden zum Sterben bringt, ohne dass dieser sich wirklich bei klarem Verstand und voller Entscheidungsfreiheit zum Selbstmord entschieden hat. Und das ist heute schon strafbar, das ist eine Tötungsstrafbarkeit, Totschlag in mittelbarer Täterschaft, vielleicht auch Tötung auf Verlangen. Wir haben also schon strafrechtliche Grenzen. Es gibt gar kein Bedürfnis für neue Strafnormen.

Die Frage ist nun, ob ein Mensch überhaupt jemals frei über das eigene Sterben entscheiden kann?
Wer soll das denn sonst für einen tun?, wäre die Gegenfrage. Wenn wir die Selbstbestimmung hoch halten, dann müssen wir auch akzeptieren, dass diese bis zum Lebensende reicht. Sonst würden wir die Autonomie wieder massiv einschränken. Das wäre ein Rückschritt.

weiterlesen

Geist schärfte sich früh: An Steinen

Pfeilspitzen, Bild: horsa122.de
Viel früher als bisher gedacht wurden Werkzeuge hergestellt: vor 3,3 Mio. Jahren. Damit wurden auch die Grundlagen der Sprache gelegt, Experimente zeigen es.


Von Jürgen Langenbach|Die Presse

In einem stimmten Charles Darwin und Friedrich Engels, der in seinem Lesehunger auch die Evolutionstheorie verschlungen hatte, völlig überein: Engels nannte es 1876 bündig den „Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affen“; Darwin formulierte 1871 im „Descent of Man“ präziser: „Aus einem Feuerstein auch nur das einfachste Werkzeug zu schlagen, braucht eine perfekte Hand“, und „die Struktur der Hand mag in dieser Hinsicht mit der des Vokalorgans“ verglichen werden; dazu passt dann wieder ein Vermutung Engels‘: „Beim Herstellen von Werkzeugen hatten sie einander etwas zu sagen.“

weiterlesen