Vatikan will kein „Hickhack“ mit Erdogan


Papst Franziskus feiert eine Messe mit dem armenischen Kirchenoberhaupt Karekin II. im Vatikan (12. April)APA/EPA/ANSA/Giorgio Onorati
Der Vatikan will sich nach Worten seines Sprechers Federico Lombardi nicht auf ein „Hickhack“ mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan einlassen. Papst Franziskus hatte die Gräueltaten an den Armeniern im Osmanischen Reich als Völkermord bezeichnet.


religion.ORF.at

„Wenn es von türkischer Seite Reaktionen gab, nehmen wir das zur Kenntnis“, sagte Lombardi mit Blick auf die Papst-Schelte durch Erdogan am Mittwoch vor Journalisten im Vatikan – mehr dazu in Erdogan: Papst redet „Unsinn“ in Armenierfrage. Man werde aber „aus der Sache keinen Streitfall“ machen, so der Jesuit. Lombardi bekräftigte am Mittwoch, man werde inhaltlich nicht zurückrudern. Der Vatikan habe in dieser Frage „eine sehr präzise und konsequente Linie“. Im Übrigen sei „sonnenklar“, dass Franziskus lediglich einen früheren vatikanischen Sprachgebrauch aufgegriffen habe.

So habe Franziskus in seiner Predigt am Sonntag ausdrücklich auf eine gemeinsame Erklärung seines Vorgängers Johannes Paul II. (1978-2005) und des armenischen Kirchenoberhaupts Karekin II. bezogen, die ebenfalls den Begriff Völkermord benutze. Zudem habe Franziskus positiv auf „den Wunsch nach Versöhnung und Dialog zwischen dem türkischen und dem armenischen Volk“ verwiesen, so der Sprecher.

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