Ministerpräsident Sachsen-Anhalts bat Papst um Bannbulle Luthers


Bannbulle gegen Martin Luther, Bild: planet-wissen.de
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hat Papst Franziskus am Freitag um leihweise Herausgabe wertvoller Dokumente des Vatikans über Martin Luther für das Reformationsjubiläum 2017 gebeten, berichtet die „Mitteldeutsche Zeitung“ (MZ) am Samstag. Zu den herausragenden Stücken des vatikanischen Archivs zählt die Registereintragung der ersten Bannbulle gegen Luther, die dieser 1520 verbrannte, sowie die zweite Bannbulle, mit der Luther exkommuniziert wurde. Haseloff, der selbst Katholik ist, wurde am Freitag vom Papst in Audienz empfangen und hatte mehrere Treffen in den vatikanischen Dikasterien.


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Sachsen-Anhalt ist die Urheimat der Reformation. Hier liegt die Stadt Wittenberg mit der gotischen Schlosskirche, an deren Tür Martin Luther am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen genagelt hatte, um zur Disputation über den Ablasshandel aufzufordern. Das war der Auslöser der Reformation und der abendländischen Kirchenspaltung. Zu den erbetenen Leihgaben des Geheimarchivs für 2017 sagte Haseloff laut MZ: „Ich habe darum gebeten, Dinge aus den Archiven für das Jubiläum ausleihen zu können.“

Hauptthema des gut halbstündigen Gesprächs war nach Angaben Haseloffs das Jubiläum bzw. Gedenken 2017. Man habe in einem „größeren Rahmen“ darüber gesprochen, wie man in diesem Jahr ein „starkes ökumenisches Zeichen“ setzen könnte, sagte Haseloff nach der Begegnung vor Journalisten in Rom. Zudem habe er die Einladung des Papstes nach Deutschland unterstützt, die Bundeskanzlerin Angela Merkel im März ausgesprochen habe.

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