Rosetta sieht rätselhafte Staubfontäne


Die erste Aufnahme (links) zeugt noch keine Staubfontäne an der Unterseite von 67P/Chruyumov-Gerasimenko. Zwei Munten später (rechts) ist der Ausbruch auf dem Kometen deutlich erkennbar. © ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA
Rosettas Komet gibt Rätsel auf: Durch einen absoluten Glücksfall hat Rosettas Kamerasystem eine neu entstandene Staubfontäne abgelichtet. Überraschend ist der Ursprung dieser Fontäne: Er liegt auf der dunklen Seite des Kometen, wo Gas und Staub normalerweise nicht so heftig austreten. Den Forschern liefern die glücklichen Schnappschüsse neue Hinweise zur Entstehung der leuchtenden Gas- und Staubhülle um den Kometen.


scinexx

Die Aktivität des Rosetta-Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko hat in den vergangenen Wochen stetig zugenommen. Je wärmer der Kometenkern auf seiner Reise in Richtung Sonne wird, umso mehr gefrorenes Gas verdunstet von seiner Oberfläche und reißt Staubteilchen mit sich. Mittlerweile hüllt sich der Kern in eine dichte Koma aus Staub und Gas. Vor allem von der sonnenbeschienenen Tagseite des Kometen strömen ständig Staubfontänen ins All.

„Absoluter Zufallsfund“

Ein besonderer Glücksfall sorgte nun für eine Überraschung auf der Nachtseite des Kometen: Rosettas OSIRIS-Kamerasystem schaute zur richtigen Zeit auf den richtigen Ort und fing aus einer Entfernung von 75 Kilometern das Bild einer Staubfontäne genau im Moment ihrer Entstehung ein. „Dies war ein absoluter Zufallsfund“, freut sich Holger Sierks vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen. „Noch niemals zuvor ist jemand Zeuge davon geworden, wie eine Staubfontäne erwacht. Es ist unmöglich, eine solche Aufnahme zu planen.“

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