Tenach: Antijudaismus in neuem Gewand?

Zwei Bücher der Hebräischen Bibel: Mischlej (Sprüche, l.) und das Buch Daniel mit Kommentaren von Raschi und Abraham ibn Esra ©Thinkstock
Ein Berliner Theologieprofessor möchte die Hebräische Bibel aus dem christlichen Kanon entfernen


Von Micha Brumlik|Jüdische Allgemeine

Anfang April versandte der Deutsche Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (DKR) ein Schreiben, in dem er auf einen bisher nicht bekannt gewordenen Skandal hinwies: »Theologieprofessor will das Alte Testament aus der Heiligen Schrift verbannen«, so die Überschrift.

Im Text heißt es: »Mit nachfolgender Stellungnahme macht Friedhelm Pieper, evangelischer Präsident des DKR, einen theologischen Skandal im deutschen Protestantismus namhaft, der bislang beschämenderweise ohne Kritik und Widerstand im protestantischen Raum schweigend geduldet oder ignoriert wurde. Der DKR hofft, mit dieser theologischen Stellungnahme diese Mauer des Schweigens durchbrechen und eine kritische Debatte in der evangelischen Kirche anregen zu können.«

Worum geht es? Schon 2013 hatte der an der Berliner Humboldt-Universität Systematische Theologie lehrende Notger Slenczka (Jahrgang 1960) im wenig bekannten, aber renommierten Marburger Jahrbuch Theologie XXV einen Aufsatz veröffentlicht, in dem er zu begründen versuchte, warum das sogenannte Alte Testament (AT) in der Kirche keine kanonische Geltung mehr haben soll. »Damit ist aber«, so Slenczka, »das AT als Grundlage einer Predigt, die einen Text als Anrede an die Gemeinde auslegt, nicht mehr geeignet: Sie – die christliche Kirche – ist als solche in den Texten des AT nicht angesprochen.«

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Tabakunternehmen: Muslime sollten zum Rauchen verleitet werden

Nicht rauchen aus religiösen Gründen: Für die Tabakindustrie ein No Go. (Foto: Flickr/ no smoking by machechyp CC BY 2.0)
„Big Tobacco“ soll einen theologischen Krieg geführt haben, um das Rauchen in der muslimischen Welt zu fördern. Im Visier sollen die großen US-amerikanischen Tabakhersteller vor allem Frauen gehabt haben. Das ist das Ergebnis einer internationalen Studie.


Deutsch Türkische Nachrichten

Eine Überprüfung interner Dokumente der Tabakindustrie über mehrere zurückliegende Jahrzehnte hat ergeben, dass „Big Tobacco“ offenbar eine ganz gezielte Kampagne geführt hat. Nach Ansicht eines internationalen Forscherteams gab es eine perfide Botschaft: Nichtrauchen steht in Verbindung mit Extremismus.

Die Kampagne sei so weit gegangen, dass man eigene Anwälte anheuerte, um seine Propaganda gezielt zu verbreiten. Ihr Job sei es gewesen, theologische Argumente gegen islamische Führungspersönlichkeiten zu sammeln, die sich gegen den Tabakkonsum ausgesprochen hätten.

„Das Papier zeigt, wie die Industrie sich bemüht hat, die kulturellen Überzeugungen dieser Gemeinschaften zu verzerren und falsch zu interpretieren“, zitiert das Nachrichtenportal Daily Brew Kelley Lee, Professorin für Gesundheitswissenschaften an der Simon Fraser University und Co-Autorin der Studie. „Und das alles, um ein Produkt zu verkaufen, das die Hälfte seiner Konsumenten tötet.“

Gesundheitskampagnen gegen das Rauchen waren in den westlichen Ländern sehr erfolgreich. Doch mit dem Rückgang der Raucher in Nord-Amerika und Europa hätten sich die Zigarettenhersteller zunehmend den Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen zugewandt, heißt es weiter.

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Menschenversuche in Guatemala: Opfer klagen in den USA

Archivbild: John-Hopkins-Universität in den USA. / Bild: (c) Via Bloomberg News
Einige amerikanische Institutionen werden beschuldigt, mehr als 1500 Menschen ohne deren Einwilligung zu Forschungszwecken mit Geschlechtskrankheiten infiziert zu haben.


Die Presse

774 Opfer haben gegen mehrere amerikanische Institutionen wie die John-Hopkins-Universität und die Rockefeller-Stiftung in den USA wegen der Beteiligung an Menschenversuchen vor mehr als 50 Jahren in Guatemala Klage eingereicht. Das berichtete diese Woche die auf Lateinamerika spezialisierte Internet-Plattform „amerika21.de“.

Sie werden beschuldigt, in einem US-Regierungsprogramm zur Erforschung der Übertragung von Geschlechtskrankheiten von 1945 bis 1956 mindestens 1500 Menschen absichtlich und ohne deren Einwilligung mit Geschlechtskrankheiten infiziert zu haben. Unter den Opfern waren Sexarbeiterinnen, Gefangene, Soldaten, Waisenkinder und Patienten von psychiatrischen Krankenhäusern.

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Armenier und Türken: Der Konflikt reicht bis Köln

Die Türkische Nationalversammlung "Der Souverän ist ausnahmslos das Volk" (Mustafa Kemal Atatürk) © meclishaber.gov.tr, bearb. MiG
Die Türkische Nationalversammlung „Der Souverän ist ausnahmslos das Volk“ (Mustafa Kemal Atatürk) © meclishaber.gov.tr, bearb. MiG
In diesen Tagen gedenken armenische Christen in aller Welt der Opfer des Völkermords durch das Osmanische Reich (heute Türkei) vor hundert Jahren. Die türkische Regierung bestreitet weiterhin, dass es sich um einen Genozid handelte. Ausgetragen wird dieser Konflikt überall, wo Armenier und Türken aufeinandertreffen – auch in Köln, dem Sitz der größten armenischen Kirchengemeinde Deutschlands.


Von Helene Pawlitzki|evangelisch.de

Als der Gottesdienst beginnt, ist die Luft in der Surp Sahak Mesrop-Kirche bereits voller Nebel und Musik. Eine Stunde lang haben Pfarrer Hratsch Biliciyan und seine Diakone gesungen, immer im Wechsel. Drei Ministranten haben dazu Weihrauchgefäße geschwenkt. Als nun, um halb elf, die Vorfeier vorbei ist und der eigentliche Gottesdienst beginnt, kommen nach und nach immer mehr Menschen in die Kirche: große und kleine Familien, junge und alte Pärchen, Teenager mit ihren Freunden, Kinder mit ihren Großeltern. Am Ende des zweieinhalbstündigen Gottesdienstes wird die Kirche so voll sein, dass einige von ihnen keinen Sitzplatz mehr bekommen.

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Schwuler Botschafter: Vatikan lenkt nicht ein – Homophobie

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Papst empfing den Franzosen persönlich. Bestellung wird wohl nicht bestätigt


kurier.at

Im Streit um die Nominierung eines homosexuellen Diplomaten als französischer Botschafter im Vatikan bleibt Papst Franziskus offenbar hart. Nach einem Bericht der Zeitung „Le Canard Enchaine“ vom Mittwoch empfing der Papst vor kurzem „sehr diskret“ den Diplomaten Laurent Stefanini und machte ihm klar, dass er als Botschafter vom Vatikan nicht bestätigt werde. Gut informierte Kreise bestätigten der Nachrichtenagentur AFP das Treffen vom Samstag, ohne aber Angaben zum Inhalt des Gesprächs zu machen.

Frankreich und der Vatikan liefern sich schon seit Monaten ein wahres Kräftemessen um Stefanini. Der 55-jährige Diplomat, der Katholik und bekennender Homosexueller ist, war bereits Anfang Jänner von der französischen Regierung als neuer Botschafter im Vatikan nominiert worden. Der Kirchenstaat bestätigte die Personalie aber bisher nicht, womit Stefanini sein Amt nicht antreten kann.

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Mutation der Religion

Bild: nationalreview.com
Bild: nationalreview.com
Die kruden Heilsversprechen und Ideologiekonstrukte des IS in Verbindung mit Endzeitphantasien, die über Filme und Magazine im Internet verbreitet werden, machen die Terrormiliz auch für radikale Kräfte aus Europa attraktiv.


Von Michael Kiefer|Qantara.de

Nach jüngsten Schätzungen des in London ansässigen „International Centre for the Study of Radicalisation and Political Violence“ (ICSR) kämpften in den Bürgerkriegsgebieten in Syrien und Irak Ende des Jahres 2014 mehr als 20.000 ausländische Kombattanten. Von diesen kommt gut ein Fünftel aus westeuropäischen Staaten. Damit ist Europa für die Schergen des „Islamischen Staats“ (IS) das zweitwichtigste Rekrutierungsgebiet.

Sehr hoch sind die Ausreisezahlen in Belgien, Dänemark und Schweden. Alleine das kleine Belgien hatte bis zum Jahresende 440 Ausreisende zu verzeichnen. Das sind 40 Ausgereiste auf eine Million Einwohner. Weniger dramatisch stellen sich die Zahlen für Deutschland dar. Hier konnten im Erhebungszeitraum 500 bis 600 Personen erfasst werden, die sich mutmaßlich in Kampfgebiete begeben hatten. Bezieht man diese Zahl auf die Gesamtbevölkerung, so ergibt sich eine Relation von sieben Ausgereisten auf eine Million Einwohner.

Bei der Betrachtung dieser insgesamt hohen Zahlen drängen sich eine Reihe von Fragen auf: Wer zieht in den Krieg? Welche Motive haben die Ausreisenden? Und was tun Muslime und Zivilgesellschaft gegen diesen ausufernden Bürgerkriegstourismus?

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Mehrwertsteuerbegünstigter Tugendterrorismus

Bild: blogs.faz.net

 

„Fangen Sie schon wieder an? Ist doch Politik,hat doch mit Gewissen nichts zu tun.
Grundgesetz, ja Grundgesetz, ja Grundgesetz, Sie berufen sich hier pausenlos aufs Grundgesetz
sagen Sie mal, sind Sie eigentlich Kommunist?“

Franz Josef Degenhardt, Befragung eines Kriegsdienstverweigerers

Von Despina Castiglione|Blogs.FAZ.net

Sehen Sie, ich bin ganz sicher keine Kommunistin. Ich habe vielmehr mittlerweile eine vehemente Ablehnung gegenüber Ismen aller Art entwickelt. Kommunismus, Feminismus, Katholizismus: Alles nichts für mich, das sind Denkkorsette, und das möchte ich nicht. Die zwicken und lassen einen nicht frei atmen, das kann nicht wirklich gesund sein. Ich schaue mir das alles gerne an, ich bin ja relativ weltoffen, und manches mag auch zutreffend sein, da lerne ich dann gerne hinzu. Ich lasse mich mit Freude eines Besseren belehren. Hat jemand gute Argumente und muss ich nach Würdigung der Tatsachen anerkennen, dass ich mit meiner Behauptung im Unrecht war, ist das vielleicht nicht unbedingt ruhmreich. Dafür aber meist lehrreich. Manche Leute lernen halt gern, andere haben gern recht. Die gerne recht haben sind nach meiner Erfahrung tendenziell die mit den Ismen. Sobald ein Ismus sich an ein Wort hängt, ist es eigentlich dahin. Weil Ismen aus Worten und Ideen Ideologien machen. Und mit Ideologien habe ich grundsätzlich so meine Probleme.

Kommen Sie mir jetzt nicht mit Humanismus. Denken Sie doch mal an den „realen Humanismus“ und seine Errungenschaften in der früheren DDR, dann wird klar, was ich meine, wenn ich sage: Ismen tun auch der besten Idee keinen Gefallen. Und trotzdem habe ich heute beim Frühstück dieses Lied von Franz-Josef Degenhardt angehört. Nicht, weil ich an der Stelle weltanschaulich verklärt wäre, sondern weil ich die süffisant-boshafte Art mag, mit der es ihm singend gelingt, die Abseitigkeit der Argumentation des sich in der komfortablen Position des nicht-betroffen-Seins des den Kriegsdienstverweigerer befragenden Kammervorsitzenden aufzuzeigen. Man kennt eine solche Diskussionskultur heutzutage auch noch: von radikalfeministischen Veranstaltungen und der CSU beispielsweise.

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„Ihr werdet von einer Immigrationswelle aus Afrika überschwemmt werden“

Muaamar al-Gaddafi. Bild: Iulianhisom/CC-BY-SA-3.0
„Ihr sollt mich recht verstehen. Wenn ihr mich bedrängt und destabilisieren wollt, werdet ihr Verwirrung stiften, Bin Laden in die Hände spielen und bewaffnete Rebellenhaufen begünstigen. Folgendes wird sich ereignen. Ihr werdet von einer Immigrationswelle aus Afrika überschwemmt werden, die von Libyen aus nach Europa überschwappt. Es wird niemand mehr da sein, um sie aufzuhalten.“


Von Ramon Schack|TELEPOLIS

Diese Worte äußerte der libysche Diktator Muaamar al-Gaddafi, in einem Interview mit dem französischen Journal du Dimanche im Februar 2011. Als er diese Worte tätigte, konnte Gaddafi nicht ahnen, dass Osama bin Laden am 2. Mai 2011 von einer amerikanischen Sondereinheit auf pakistanischem Boden erschossen würde. Noch weniger war er sich wohl bewusst, dass er selbst im Oktober des gleichen Jahres als Flüchtling im eigenen Land ein grausames Ende finden würde.

Die Zitierung dieser Interview-Passage soll nicht dazu dienen, diesen nordafrikanischen Gewaltherrscher nachträglich zu legitimieren oder gar einen Heiligenschein aufzusetzen. Im Gegenteil. Gaddafi ist im Westen schon immer weit überschätzt worden. Er war nie ein großer arabischer Volksheld, als der er gern gegolten hätte. Ein paar einfältige Sensationsreporter konnte er mit seinen theatralischen Beduinenauftritten beeindrucken.

In den übrigen Staaten der arabisch-islamischen Welt wurde dieser unberechenbare Paranoiker als „Mahbul“, als Verrückter, bezeichnet. Gaddafi mag für seine Untertanen ein weniger blutrünstiger veranlagter Despot gewesen sein, als Saddam Hussein im Irak es war. Aber harmlos war dieser Autokrat nicht. Im Gegensatz zu Saddam Hussein, der die eigene Bevölkerung drangsalierte und zahllose Morde im Inland befahl, sich aber kaum als internationaler Terrorist betätigt hatte, unterstützte Gaddafi hingegen Verschwörer, Attentäter, Aufständische und Bombenleger weltweit -von Nordirland bis zu den südlichen Philippinen.

Im Westen wurde Libyen endgültig zum Schurkenstaat, als im Dezember 1988 über dem schottischen Städtchen Lockerbie eine PanAm-Maschine explodierte, wobei 270 Menschen den Tod fanden. Ein Jahr später ereilte eine französische Linienmaschine über dem Niger das gleiche Schicksal. In beiden Fällen richtete sich der Verdacht gegen den libyschen Geheimdienst als Urheber der Anschläge. Durch die Zahlung von hohen Entschädigungssummen hatte sich der Diktator von Tripolis damals noch freikaufen können.

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Vulkan Calbuco in Chile ausgebrochen

Der Vulkan Calbuco in Chile ist ausgebrochen | AP
Im Süden Chiles ist der Vulkan Calbuco ausgebrochen. Nach mehreren Explosionen bildete sich am Mittwoch eine 15 Kilometer hohe Rauch- und Aschewolke, die noch in 20 Kilometern Entfernung zu sehen war, wie das Nachrichtenportal Emol berichtete. Innenminister Rodrigo Peñalillo ordnete eine Evakuierungszone von 20 Kilometern um den Krater an.


The Huffington Post

Staatschefin Michelle Bachelet will am Donnerstag die betroffene Region besuchen. Es könne im Umkreis des Vulkans zu einem Ascheteppich von bis zu einem Meter Dicke kommen, erklärte die Präsidentin.

4.500 Menschen evakuiert

Im benachbarten Argentinien wurde der Flughafen von San Carlos de Bariloche vorläufig geschlossen. In naheliegenden Villa La Angostura fiel bereits am Mittwochabend (Ortszeit) die erste Asche des rund 100 Kilometer entfernten Calbuco.

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Obama: „Klimawandel nicht mehr länger leugnen“

US-Präsident Barack Obama in den Everglades am Tag der Erde. / Bild: (c) APA/EPA/JOE SKIPPER (JOE SKIPPER)
Am Tag der Erde besuchte der US-Präsident den bedrohten Everglades-Nationalpark in Florida. Dort warnte er vor den wirtschaftlichen Folgen des Klimawandels.


Die Presse

US-Präsident Barack Obama hat zum Tag der Erde auf die Gefahren durch die Erderwärmung hingewiesen. „Der Klimawandel kann nicht länger geleugnet werden“, sagte Obama am Mittwoch bei einem Besuch im Everglades-Nationalpark in Florida. Die Erderwärmung führe zu heftigeren Stürmen und schlimmeren Dürreperioden.

Außerdem habe der Klimawandel auch wirtschaftliche Folgen, warnte Obama. So stelle der steigende Meeresspiegel eine Gefahr für die Tourismusindustrie in Florida dar.

Die Erderwärmung und der Kampf gegen die Folgen sind in den Vereinigten Staaten ein politisch hoch umstrittenes Thema. Unter anderem sorgt die von Obama vorangetriebene drastische Begrenzung des CO2-Ausstoßes heimischer Kraftwerke für Unmut bei den Republikanern. Entsprechende Vorgaben will die Umweltschutzbehörde EPA im Sommer veröffentlichen.

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Kukacka: Europäischer Islam braucht Aufklärung

Gebet-islamPräsident der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände: Islamismus, Salafismus und Scharia gehören sicher nicht zu Österreich – In Österreich lebende Muslime sollten sich in Herkunftsländern für Religionsfreiheit einsetzen


kath.net

Für einen „Islam österreichischer Prägung“ hat sich der Vorsitzende des Mittelschüler-Kartell-Verbandes (MKV), Helmut Kukacka, ausgesprochen. Der frühere Staatssekretär und nunmehrige Präsident der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände Österreichs (AKV) bezeichnete die erfolgte klare Festlegung von Rechten und Pflichten für die islamische Glaubensgemeinschaft im österreichischen Islamgesetz für „richtig und notwendig“. Wolle der Islam Teil Europas sein, müsse man ihm die Erkenntnisse und Konsequenzen der Aufklärung auch „zumuten“, so Kukacka in einer Aussendung vom Montag.

Der Islam gehöre laut dem MKV-Vorsitzenden nicht pauschal zu Österreich, da es nicht „den einen Islam“ gebe: „Der gesamte Islam mit all seinen islamistischen und salafistischen Strömungen gehört sicher ebenso wenig zu Österreich wie die Scharia, die in wesentlichen Teilen mit unserer Rechts- und Werteordnung nicht vereinbar ist.“ Gleichzeitig müsse aber „unbestritten“ bleiben, dass in Österreich lebende Muslime, die sich in die Gesellschaftsordnung und in den Rechtsbestand des Landes integrieren, volle Bürgerrechte genießen und Teil der offenen Gesellschaft seien. „Sie gehören zu Österreich“, betonte Kukacka.

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Post aus Japan: Nippons sympathische Mondmission

(Tomruen / Wikipedia / cc-by-sa-4.0)
Es könnte eng in der Umlaufbahn um den Erdtrabanten werden. Immer mehr Nationen planen Mondmissionen – und die Jaxa ist ganz vorne mit dabei. Und das ist auch gut so.


Von Martin Kölling|Technology Review

Japans Weltraumbehörde Jaxa hat diese Woche das größte Hindernis für eine Eroberung des Mondes in Angriff genommen: das Loseisen staatlicher Gelder. Am Montag stellten die Weltraumfahrer der ostasiatischen Nation beim Erziehungs- und Wissenschaftsministerium ihr Projekt vor, um das Jahr 2018 herum eine unbemannte kleine Forschungsstation auf den Erdtrabanten zu schicken. Sie gilt als wichtige Etappe für eine bemannte Reise, von der nicht nur die Jaxa träumt.

Die Jaxa kann nun nur hoffen, dass die Schatzmeister der Nation die Finanzierung des Projekts ab 2016 in den Staatshaushalt aufnehmen. Denn sollte das nicht passieren, könnten die Japaner beim Wettlauf um den Mond empfindlich hinter andere Rivalen wie China, Russland, die USA, Europa und nun sogar Indien und Südkorea zurückfallen. Das wäre extrem schade – für die Japaner, aber auch für alle, die sich für den Fortschritt der Menschheit interessieren und nicht nationale Großmannssucht.

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Frankreich will Religionsstätten besser schützen

laiciteNach dem vereitelten Terroranschlag auf Kirchen will Frankreich religiöse Stätten im Land besser schützen. Regierungschef Manuel Valls will weiter entschlossen gegen jede Art der Bedrohung vorgehen. Ziel des mutmaßlichen Islamisten seien Christen gewesen, sagte der Premierminister nach einem Besuch einer Kirche in Villejuif südlich von Paris.


derStandard.at

Frankreich werde weiter alle Maßnahmen ergreifen, um wichtige Orte wie Kirchen, Synagogen oder Moscheen zu schützen, sagte Valls. Gleichzeitig betonte er, die historischen Stätten Frankreichs müssten weiter für die Öffentlichkeit und Besucher zugänglich bleiben.

Anschlag vereitelt

Zuvor war bekanntgeworden, dass die französische Polizei mit der Festnahme eines 24-Jährigen einen Terrorangriff vermutlich auf eine Kirche vereitelt hat. Die Staatsanwaltschaft sucht nach möglichen Komplizen. Der Mann habe sich mit einer weiteren Person über Anschlagspläne ausgetauscht, sagte der für Terrorismus zuständige Staatsanwalt Francois Molins. Der Gesprächspartner könnte sich in Syrien befinden. Er habe den Studenten aufgefordert, eine Kirche ins Visier zu nehmen.

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Erstes Exoplaneten-Spektrum ohne Transit

Künstlerische Darstellung von 51 Pegasi b und seinem Stern © ESO/ M. Kornmesser/ Nick Risinger/ skysurvey.org
Information aus Sternenlicht: Astronomen haben erstmals das Spektrum eines Exoplaneten aus dessen reflektiertem Licht gemessen. Dank einer neuen Technik lassen sich so auch ohne den Transit des Planeten vor dem Zentralstern viele Informationen über das Planetensystem gewinnen. Mit zukünftigen, noch leistungsfähigeren Instrumenten sollen noch genauere Untersuchungen von zahlreichen weiteren Exoplaneten ermöglichen, schreiben die Forscher im Magazin „Astronomy & Astrophysics“.


scinexx

Der Exoplanet 51 Pegasi b nimmt eine Sonderstellung unter den Planeten außerhalb unseres Sonnensystems ein: Der etwa 50 Lichtjahre entfernte Planet im Sternbild Pegasus war der erste gefundene Exoplanet, der einen sonnenähnlichen Stern umkreist. Seit dieser Entdeckung im Jahr 1995 ist die Zahl der bekannten Exoplaneten auf fast 2.000 gestiegen, und sie verteilt sich auf rund 1.200 verschiedene Planetensysteme – Planeten jenseits unseres Sonnensystems scheinen geradezu alltäglich.

Kein Transit erforderlich

Die Arbeit des Teams um Jorge Martins von der Universität Porto macht 51 Pegasi b jedoch nun erneut zu etwas Besonderem: Mit dem Exoplanetenjäger-Instrument HARPS am La Silla-Observatorium der ESO in Chile haben die Astronomen zum ersten Mal das von einem Exoplaneten reflektierte Lichtspektrum im sichtbaren Licht gemessen.

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Religiotie: Nigerianischer Bischof: Rosenkranz wird Boko Haram besiegen

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Die Terroristen von Boko Haram würden durch den Rosenkranz überwunden. Das habe er in einer Vision gesehen, sagt Bischof Oliver Dashe Doeme.


kath.net

Ende 2014 habe er in seiner Kapelle vor dem Allerheiligsten den Rosenkranz gebetet. Plötzlich sei ihm Jesus erschienen, sagte Doeme gegenüber der Nachrichtenagentur CNA. Jesus habe nichts gesagt und ihm ein Schwert angeboten. Er habe es genommen und in dem Moment in dem er es in der Hand gehabt habe, sei daraus ein Rosenkranz geworden. Dann habe Jesus dreimal gesagt: „Boko Haram ist verschwunden.“

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Überlebende vergibt früherem SS-Mann Gröning

Foto: dpa Die Auschwitz-Überlebende Eva Kor vergibt dem Angeklagten. „Meine Vergebung spricht aber die Täter nicht frei, Verantwortung zu übernehmen“
Bewegende Szene im Lüneburger Auschwitz-Prozess: Die Überlebende Eva Kor verlas eine Erklärung, in der sie dem Angeklagten Oskar Gröning vergibt. Das heiße aber nicht, dass seine Schuld erlassen sei.


Von Per Hinrichs|DIE WELT

Eva Kor ist 81 Jahre alt, und doch ist sie eine der Jüngsten. Eine der jüngsten Menschen, die Auschwitz überlebt haben, und heute noch leben und davon erzählen können. Als sie nach vorne zum Zeugentisch geht, sehen die Zuschauer in der Lüneburger Ritterakademie eine kleine Frau in einem stahlblauen Kostüm, die in die Mitte des Raumes geht, sich hinsetzt und von den Dingen erzählt, die ihr Leben bestimmt haben. „Hallo Herr Gröning“, beginnt sie ihre Erklärung. Und sie endet damit, ihm zu vergeben, was er tat. „Meine Vergebung spricht aber die Täter nicht frei, Verantwortung zu übernehmen“, sagt sie. Und schon sind alle unausgesprochenen Fragen zum Thema Schuld und Sühne, die das Verfahren ohnehin begleiten, wieder auf dem Tisch im einem der letzten großen NS-Verfahren.

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Armenien-Gedenken: Türkische Vereine von Erdogan domestiziert

Bild: Wikimedia Commons/JesterWr
Bild: Wikimedia Commons/JesterWr
Türkische Vereine in Deutschland lehnen das Wort „Völkermord“ zur Bezeichnung der Verbrechen an den Armeniern vor 100 Jahren im osmanischen Reich weiter vehement ab.


evangelisch.de

Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am Mittwoch in Berlin kritisierten die Türkische Gemeinde Berlin sowie die Vereine „Dialog für Frieden“ und „Gedankengut Atatürks“ den Antrag der Koalitionsfraktionen, der erstmals ausdrücklich den Begriff „Völkermord“ enthält und am Freitag voraussichtlich vom Plenum verabschiedet wird. Die Vereine wehren sich dagegen, weil sie den Begriff für historisch nicht belegt halten.

Die Politik sei für geschichtliche Wahrheitsfindung nicht geeignet, sagte Bekir Yilmaz von der Türkischen Gemeinde Berlin. 80 Prozent der Türkischstämmigen in Deutschland lehnten den Begriff „Völkermord“ ab.Yilmaz warf Bundestag, Bundesregierung und Bundespräsident Joachim Gauck Anmaßung vor, sollten sie den Begriff verwenden. Sie gefährdeten die Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei.

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Behold The Most Realistic Black Hole Simulation Yet

Black Hole Simulation
What happens when two black holes collide? Spectacular new simulations show the swirling action like never before, and they’re definitely worth a watch.


By Jaqueline Howard|The Huffington Post

Dr. Stuart Shapiro, professor of physics at the University of Illinois, Urbana–Champaign, presented the simulations in Baltimore on April 13 at a meeting of the American Physical Society.

„Our simulations of binary black holes merging in circumbinary magnetized disks of gas allow us to probe a cosmic event that astronomers believe occurs in distant active galaxies and quasars,“ Shapiro told The Huffington Post in an email.

Using Einstein’s theory. What sets these black hole simulations apart from previous examples? The researchers used a full-blown treatment of Einstein’s general theory of relativity to build their 3D simulation models on supercomputers — marking the first time such simulations were done without having to guesstimate the data, Nature reported.

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„Geld an Goebbels Erben zahlen? Im Leben nicht“

Foto: pa/Keystone
Für Zitate aus den Tagebüchern von Goebbels fordert seine Nachlassverwalterin Geld für dessen Erben. Der Verlag weigert sich, an Nachfahren eines NS-Verbrechers zu zahlen. Nun entscheidet ein Gericht.


DIE WELT

Der Streit um Tantiemen aus einer Biografie über NS-Propagandaminister Joseph Goebbels geht juristisch in die nächste Runde und wird ab diesem Donnerstag vor dem Münchner Oberlandesgericht verhandelt.

Buchautoren erhalten Geld vom Verlag, je nachdem, wie gut sich das Werk verkauft. Doch im Fall von Joseph Goebbels ist das ein bisschen komplizierter.

Der hatte in seinen Tagebüchern Einblick in das Innenleben des NS-Regimes gewährt. Als die Verlagsgruppe Random House die Goebbels-Biografie des Historikers Peter Longerich herausbrachte, die Zitate aus den Tagebüchern des Propagandaministers enthält, forderte seine Nachlassverwalterin Cordula Schacht Tantiemen für die Familie des NS-Verbrechers.

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Kreationistische Pseudowissenschaft mit Frühlingsgefühlen

Gerade angesichts der aufblühenden Natur im Frühling fragen sich viele: Dankt man nun Gott für seine Schöpfung, oder der Evolution für ihren grandios-schöpferischen Zufall? Foto: Kristine Deppe (flickr) | CC BY-ND 3.0
Gerade jetzt im Frühling bleibt dem Betrachter der zurückkehrenden Tiere und der üppig aufblühenden Pflanzen oft nur stummes Bewundern. Aber wen oder was bewundern wir da eigentlich? Den Zufall der Evolution oder das Geschenk eines planenden Schöpfers?


pro Medienmagazin

Ein Meer von Schmetterlingen bedeckt einen ganzen Wald in Mexiko. Kein Blatt ist mehr zu sehen, überall nur das leuchtende Orange von Millionen von Monarchfaltern. Jedes Jahr fliegen sie eine Strecke von 4.000 Kilometern von Nordamerika nach Mexiko, um dort zu überwintern. Der Dokumentarfilm „Metamorphose“ aus dem Jahr 2012 berichtet in faszinierenden Bildern von den Schmetterlingen, die den Biologen Rätsel aufgeben – und den Laien staunen lassen. Keiner der Monarchfalter ist die Strecke jemals zuvor geflogen, und doch findet jede Generation jedes Jahr wieder den Weg zu genau jenem Berghang in genau jenem Wald, den ihre Vorfahren vor Urzeiten für das Winterquartier auserkoren haben. Schmetterlinge bieten noch mehr Verwunderliches. Jede einzelne der 20.000 Arten hat ein anderes Farbmuster, und jede hat anders geformte Flügel. „Selbst wenn ich der größte Künstler der Welt wäre, könnte ich mir nicht all diese Muster ausdenken“, bekennt ein Biologe sein Erstaunen über diese Wesen. Noch faszinierender wird es, wenn man sich die Verwandlung einer Raupe zum Schmetterling ansieht: Es gibt zwei verschiedene Baupläne für zwei Arten von Lebewesen, und doch entsteht das eine aus dem anderen. Vergleichbar ist dies mit einem Auto, das sich zunächst selbst eine Garage baut und sich darin in ein Flugzeug verwandelt.

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