Armenier und Türken: Der Konflikt reicht bis Köln


Die Türkische Nationalversammlung "Der Souverän ist ausnahmslos das Volk" (Mustafa Kemal Atatürk) © meclishaber.gov.tr, bearb. MiG
Die Türkische Nationalversammlung „Der Souverän ist ausnahmslos das Volk“ (Mustafa Kemal Atatürk) © meclishaber.gov.tr, bearb. MiG
In diesen Tagen gedenken armenische Christen in aller Welt der Opfer des Völkermords durch das Osmanische Reich (heute Türkei) vor hundert Jahren. Die türkische Regierung bestreitet weiterhin, dass es sich um einen Genozid handelte. Ausgetragen wird dieser Konflikt überall, wo Armenier und Türken aufeinandertreffen – auch in Köln, dem Sitz der größten armenischen Kirchengemeinde Deutschlands.


Von Helene Pawlitzki|evangelisch.de

Als der Gottesdienst beginnt, ist die Luft in der Surp Sahak Mesrop-Kirche bereits voller Nebel und Musik. Eine Stunde lang haben Pfarrer Hratsch Biliciyan und seine Diakone gesungen, immer im Wechsel. Drei Ministranten haben dazu Weihrauchgefäße geschwenkt. Als nun, um halb elf, die Vorfeier vorbei ist und der eigentliche Gottesdienst beginnt, kommen nach und nach immer mehr Menschen in die Kirche: große und kleine Familien, junge und alte Pärchen, Teenager mit ihren Freunden, Kinder mit ihren Großeltern. Am Ende des zweieinhalbstündigen Gottesdienstes wird die Kirche so voll sein, dass einige von ihnen keinen Sitzplatz mehr bekommen.

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