Tabakunternehmen: Muslime sollten zum Rauchen verleitet werden


Nicht rauchen aus religiösen Gründen: Für die Tabakindustrie ein No Go. (Foto: Flickr/ no smoking by machechyp CC BY 2.0)
„Big Tobacco“ soll einen theologischen Krieg geführt haben, um das Rauchen in der muslimischen Welt zu fördern. Im Visier sollen die großen US-amerikanischen Tabakhersteller vor allem Frauen gehabt haben. Das ist das Ergebnis einer internationalen Studie.


Deutsch Türkische Nachrichten

Eine Überprüfung interner Dokumente der Tabakindustrie über mehrere zurückliegende Jahrzehnte hat ergeben, dass „Big Tobacco“ offenbar eine ganz gezielte Kampagne geführt hat. Nach Ansicht eines internationalen Forscherteams gab es eine perfide Botschaft: Nichtrauchen steht in Verbindung mit Extremismus.

Die Kampagne sei so weit gegangen, dass man eigene Anwälte anheuerte, um seine Propaganda gezielt zu verbreiten. Ihr Job sei es gewesen, theologische Argumente gegen islamische Führungspersönlichkeiten zu sammeln, die sich gegen den Tabakkonsum ausgesprochen hätten.

„Das Papier zeigt, wie die Industrie sich bemüht hat, die kulturellen Überzeugungen dieser Gemeinschaften zu verzerren und falsch zu interpretieren“, zitiert das Nachrichtenportal Daily Brew Kelley Lee, Professorin für Gesundheitswissenschaften an der Simon Fraser University und Co-Autorin der Studie. „Und das alles, um ein Produkt zu verkaufen, das die Hälfte seiner Konsumenten tötet.“

Gesundheitskampagnen gegen das Rauchen waren in den westlichen Ländern sehr erfolgreich. Doch mit dem Rückgang der Raucher in Nord-Amerika und Europa hätten sich die Zigarettenhersteller zunehmend den Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen zugewandt, heißt es weiter.

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