Das Recht zur Beleidigung verteidigen


Von Kurt Westergaard
Von Kurt Westergaard
Es ist fast zehn Jahre her, dass eine dänische Zeitung Karikaturen des Propheten Mohammed veröffentlichte und damit eine Welle von muslimischen Protesten auf der ganzen Welt auslöste.


Von Ayaan Hirsi Ali|The Huffington Post

Ebenso wurde die Kluft in Europa sichtbar zwischen jenen, die an freie Meinungsäußerung glauben und jenen, die um des lieben Friedens Willen religiöse Fanatiker beschwichtigen. Ziemlich genau zu dieser Zeit kam ich nach Berlin, um das Recht zur Beleidigung zu verteidigen. Leider ist dieses Recht heute weniger sicher als 2005.

Man denke nur an das Massaker an den Charlie Hebdo-Mitarbeitern in Paris am 7. Januar und die brutale Erschießung von Menschen im jüdischen Feinkostgeschäft am selben Tag. Und dann sind da die befremdlichen Kommentare des amerikanischen Karikaturisten Garry Trudeau in einer Rede vor zehn Tagen, in welcher er „die Absolutisten der Redefreiheit“ dafür verdammte, dass sie nicht „Urteilsvermögen und gesunden Menschenverstand“ benutzten.

Durch das Veröffentlichen von „geschmacklosen und vulgären Zeichnungen, die eher an Graffiti als Karikaturen erinnern“, so Traudeau, „sei Charlie im Bereich der Volksverhetzung gelandet“. Er kritisierte sogar die französischen Behörden dafür, dass sie Muslime verhaftet hätten, die „unüberlegterweise von der Redefreiheit Gebrauch gemacht und die Attacken gutgeheißen hätten“. Hätte er lieber gesehen, dass Stéphane Charbonnier, der Herausgeber von Charlie Hebdo, verhaftet wird?

Rufmord mit System

Ich bin ein Absolutist der Redefreiheit. Es ist vielleicht die größte Tragödie der westlichen Zivilisation heute, dass Redefreiheit nicht mehr selbstverständlich ist. Sie ist ein Privileg jener mit bewaffnetem Sicherheitspersonal.

Jenen, die die Debatte über den Islam – jene Dinge, die explizit im Namen Mohammeds und gemäß den Anweisungen des Korans geschehen – verstummen lassen wollen, wird nicht nur körperlicher Mord angedroht, sondern auch Rufmord mit System.

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