So gar nicht koscher


justiz_grossEin Metzger und sein Geschäftsführer verkaufen in 800 Fällen Fleisch als koscher, obwohl es das nicht ist. Das Landgericht verurteilt die beiden wegen Betruges zu Bewährungs- und hohen Geldstrafen.


Von Fabian Scheuermann|Frankfurter Rundschau

Ein im wahrsten Wortsinne blutiger Betrugsprozess fand am Freitag am Frankfurter Landgericht sein Ende: Weil sie an knapp 800 Kunden „normales“ Fleisch verkauft hatten, obwohl die Kunden koscheres Fleisch bestellt hatten, wurden der jüdische Metzger Akiwa H. und sein Geschäftsführer Leslie W. zu Bewährungsstrafen zwischen 22 und 24 Monaten verurteilt. Dazu kamen Geldstrafen zwischen 7200 und 9000 Euro. Außerdem müssen die beiden 56- und 48-Jährigen als Bestandteil ihrer Bewährungsauflagen je 30.000 Euro an den Sportverein TuS Makkabi überweisen.

Die Kammer sah es als erwiesen an, dass die Angeklagten 2010 und 2011 in ihrem finanziell strauchelnden Geschäft an der Hanauer Landstraße systematisch Kunden betrogen haben. Mindestens 10.000 Kilogramm Fleisch wurden nicht, wie vorgegeben, koscher in Belgien oder Frankreich gekauft, sondern beim herkömmlichen Schlachter.

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