Brauchen (Priester)Seminaristen ‚Artenschutz‘?

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Die Pfarrgemeinden stehen in einer dringlichen Pflicht: Auch ohne die Priesteramtskandidaten zu verhätscheln, brauchen diese das Wohlwollen und die Bestätigung der Gläubigen. Zum „Tag der geistlichen Berufe“.


Von Paul Josef Cordes|kath.net

Vor meiner Berufung in den Vatikan war ich vier Jahre lang Weihbischof im Erzbistum Paderborn. Die Spendung des Firmsakraments und die Visitation der Pfarreien machten den Hauptinhalt meines Dienstes aus. Durch andere angeregt, bat ich nach einiger Zeit die priesterlichen Mitbrüder, beim Besuch der jeweiligen Dekanate auch eine Begegnung von jungen Leuten zu organisieren, die sich für Priester- und Ordensberufe interessierten. Der Zustrom war nicht eben berauschend, aber der kleine Kreis half zu dichten Gesprächen und zu großer Aufrichtigkeit. Meine erste Frage war meistens: „Was sagen Bekannte oder Klassenkameraden, wenn sie hören, dass Ihr Euch mit dem Priesterberuf befasst?“ Durchwegs kam die Antwort: „Fast alle warnen oder sind dagegen.“ Allerdings auch: „Nur unsere Oma macht mir Mut.“ Schon diese Information weckte in der Runde eine wichtige Einsicht: Es liegt nicht an meiner Person, wenn andere meine Wahl dieses Berufs missbilligen; der Beruf als solcher weckt Vorbehalte, ist gefährlich, erscheint abseitig oder verstiegen. Die Begegnungen waren wohl schon hilfreich, weil sie diese Einsicht erbrachten. Später hörte ich mehr als einmal, sie hätten bei dem einen oder andern dazu beigetragen, sich für das Priestertum zu entscheiden.

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Dschihadistinnen fliehen desillusioniert vor dem IS

Foto: pa/landov
Begeistert zogen junge Frauen aus Europa ins „Kalifat“ der Terrormiliz Islamischer Staat, um den wahren Islam zu leben. Nun kehren die ersten traumatisiert zurück und fürchten die Rache der Fanatiker.


Von Dietrich Alexander|DIE WELT

„Dschihad-Bräute“ werden sie etwas despektierlich genannt, jene Frauen, die in das „Kalifat“ der selbst ernannten Gotteskrieger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ziehen. In der Regel werden sie mit islamistischen Kämpfern zwangsverheiratet und glauben daran, eine reine islamische Gesellschaft aufzubauen, einen Gottesstaat wie zu Zeiten des Propheten Mohammed im 7. Jahrhundert unserer Zeitrechnung. Sie träumen von einem erfüllten, religiös dominierten Leben unter Gleichgesinnten.

Die meisten dieser Mädchen und jungen Frauen fühlen sich oft unverstanden und sind schlecht bis gar nicht integriert in den westlichen, demokratischen Gesellschaften. Sie sind also leicht manipulierbar. Und sehr empfänglich für das von den IS-Propagandisten via professionell inszenierter Videofilme transportierte Image eines perfekten Islam im „Kalifat“, das vorgibt, gegen alle Widerstände sein vermeintliches Recht auf eine anachronistische Gesellschaftsordnung durchsetzen zu wollen. Andere Frauen sind sehr wohl integriert, verfügen gar über akademische Bildung. Trotzdem werden sie offenbar in einer labilen Phase ihre Lebens von demagogischen Predigern radikalisiert und wollen den IS unterstützen.

Unlängst hat die Quilliam-Stiftung in London, die über den Radikal-Islamismus forscht, ein 40-Seiten-Handbuch übersetzt, in dem eine ominöse IS-Frauengruppe eine multikulturelle Traumwelt vom „IS-Kalifat“ zeichnet. „Der Tschetschene ist hier ein Freund des Syrers, der Golf-Araber ein Nachbar des Kasachen“, heißt es darin. Nirgendwo sonst sei es möglich, in solcher Eintracht mit dem muslimischen Glauben zu leben.

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Deutschland: Katholikenkomitee zufrieden mit Dialogprozess

zdk

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück, hat den 2011 begonnenen Dialogprozess zwischen katholischen Laien und Bischöfen in Deutschland gelobt. Über Reformen in der Kirche werde nun offen und kontrovers diskutiert, ohne dass es zu persönlichen Spannungen komme, sagte Glück am Samstag im Gespräch mit „Radio Vatikan“: „Vor vier Jahren wäre das noch undenkbar gewesen.“ Glück hält sich derzeit zu Informations- und Konsultationsgesprächen mit vatikanischen Behörden in Rom auf.


kathweb

Deutlich vorangekommen sei die Debatte beim Thema Frauen in der Kirche. Sie hätten inzwischen einen neuen Stellenwert gewonnen: „Es kommen immer mehr Frauen in die Diözesanleitung, in wichtige Aufgaben“, so Glück. Insgesamt gibt es nach seinen Worten in vielen Diözesen eine neue Offenheit zwischen Laien und Amtskirche.

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Flüchtlingsdebatte: EKD-Ratschef fordert legale Wege nach Europa

Brand auf einem Flüchtlingsschiff vor den Küsten Europas © Szene aus "Report Mainz"
Brand auf einem Flüchtlingsschiff vor den Küsten Europas © Szene aus „Report Mainz“
Angesichts der Bootsunglücke im Mittelmeer fordert der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirchen in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, sichere Zugangswege für Flüchtlinge nach Europa.


evangelisch.de

„Es kann nicht sein, dass Menschen in Syrien, die versuchen, dem täglichen Terror zu entkommen, nur hierherkommen können, wenn sie sich auf dem Meer in Lebensgefahr begeben“, sagte der bayerische Landesbischof der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

Dem Schleuserwesen könnte man durch legale Wege in die EU „effektiv den Boden entziehen“, erklärte Bedford-Strohm. Menschen aus Syrien, Afghanistan, Eritrea, Somalia oder Mali hätten gute Gründe, außerhalb ihrer Heimat Schutz zu suchen. „Diese Menschen haben einen internationalen Rechtsanspruch auf Hilfe.“ Vor einer Woche waren bei der bislang schlimmsten Bootskatastrophe im Mittelmeer mehr als 800 Flüchtlinge ertrunken.

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Spät. Zu spät?

Einfahrtsgebäude des KZ Birkenau, Ansicht von innen (1945, nach der Befreiung, Fotogr. S. Mucha) wikimedia.org/CC BY-SA 3.0 de
Der Angeklagte ist nicht mehr der Jüngste. Die Taten, derer er beschuldigt wird, liegen über 70 Jahre zurück. So viel man bisher weiß, hat Oskar Gröning selbst nie einen Menschen getötet, geschweige denn 300.000.


Von Heinrich Schmitz|The European

Der ehemalige SS-Mann Oskar Gröning steht vor Gericht und die Öffentlichkeit erwartet von dem Verfahren Großes. Dem Verfahren haben sich 65 Nebenkläger angeschlossen. Ehemalige KZ-Häftlinge. Menschen, die von den Nazis entrechtet und misshandelt wurden. Die ansehen mussten, wie andere ermordet und wie Müll „entsorgt“ wurden. Die selber litten und nur knapp mit nichts als dem Leben davon gekommen sind. Die Erwartung der wenigen Überlebenden, dass dieses einzigartige Unrecht endlich einmal von einem deutschen Gericht festgestellt und verurteilt wird, ist absolut nachvollziehbar.

Ob dieses Verfahren das leisten kann, ist fraglich

Die bundesdeutsche Justiz hat sich Jahrzehnte lang in ihrem Umgang mit NS-Verbrechern bis auf die Knochen blamiert. Bei popeligen 36.393 Ermittlungsverfahren gegen 172.294 Beschuldigte kam es nur zu 16.740 Angeklagten, von denen nur 6.656 rechtskräftig verurteilt wurden. Ohne Fritz Bauer wären es vermutlich noch viel weniger gewesen. Es gab gerade in der Nachkriegszeit noch viele Braune in der Justiz.

Nun also ein neuer Anlauf mit dem Angeklagten Oskar Gröning. Anklage wegen Beihilfe zum Mord an 300.000 ungarischen Juden. Dass so eine Anklage nach so langer Zeit noch möglich ist, hängt damit zusammen, dass die Verjährung für Mord im Jahre 1979 aufgehoben wurde.

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Terror ist unvereinbar mit Religion

Im Bild: Die TeilnehmerInnen des Panels “Krieg im Namen Gottes”; Foto: Wolfgang Borrs
Das Image der Religionen, vor allem das des Islams, ist stark beschädigt. Auf Grundlage dieses Konsens moderierte taz-Chefredakteurin Ines Pohl das Podium “Krieg im Namen Gottes”. Katrin Göring-Eckardt, Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, beobachtet, dass die Sinnsuche von Menschen stets in Abgrenzung zu anderen erfolge. Dieser Prozess könne positiv sein, aber auch ins Negative umschlagen.


tazlabteam|blogs.taz.de

Dass dabei Fundamentalisten die Religion für politische Zwecke missbrauchen und eine ganze Religionsgemeinschaft wie den Islam in Verruf und unter Generalverdacht bringen, kritisiert auch Aiman A. Mazyek in seiner Funktion als Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland. “Religion gibt mir Kraft. Sie ist eine innere Quelle”. Die Zuschreibung von politischem Extremismus mit dem Islam bezeichnet er als “verkehrte Zuschreibung”, die vor allem durch die deutschen Medien transportiert werde.

Nahostexpertin Kristin Helberg pflichtet den Aussagen Mazyeks bei. Es sei durchaus fragwürdig, dass die Presse den arabischen Staaten als Weltregion Negativphänomene wie Terrorismus und Frauenunterdrückung zuschreiben, jedoch dabei ausblenden, dass in islamischen Staaten wie Indonesien die Demokratie gut funktioniere. “Der Tunnelblick verhindert das Verstehen der Situation. Denn Gewalt hat viele Ursachen”, argumentiert sie. Die Wahrscheinlichkeit im Jahr 2013 in den USA durch ein Kind erschossen zu werden sei größer, als durch islamistische Terroristen getötet zu werden, zitiert sie eine Erhebung, die für Aufsehen im Podium sorgt.

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„Jesus-Freaks“ kehren zurück nach Ostdeutschland

Jesus-Freaks
Jesus-Freaks
Das bundesweite „Freakstock“-Festival der „Jesus-Freaks“ kehrt dieses Jahr zurück nach Ostdeutschland.


evangelisch.de

Das mittlerweile 21. Treffen vom 29. Juli bis 2. August sei auf dem ehemaligen Militärflugplatz in Allstedt bei Querfurt im südlichen Sachsen-Anhalt geplant, teilten die Veranstalter am Sonntag mit. Bis 2008 fand das Festival jährlich im thüringischen Gotha statt, ab 2009 trafen sich die Teilnehmer im nordrhein-westfälischen Borgentreich. Das dortige frühere Kasernengelände sei jedoch gegenwärtig eine Notunterkunft für Flüchtlinge.

Die „Jesus-Freaks“ sehen sich als Erweckungsbewegung junger Christen in Anlehnung an die charismatischen „Jesus-People“ der 60er und 70er Jahre in den USA. In Deutschland entstand die erste Gruppe Anfang der 90er Jahre in Hamburg. Gründer war der Initiator der „Volxbibel“ in Jugendsprache, Martin Dreyer. Mittlerweile gibt es in Europa mehr als 150 „Jesus-Freaks“-Gruppen. Das Bühnenprogramm von „Freakstock“ reicht von Pop und Rock über Heavy Metal bis zu Techno und House-Musik. Ferner gehören Workshops, Seminare und Gottesdienste dazu.

Apostel Mussinghoff fordert Strafe für organisierte Suizid-Beihilfe

Bild: letzte-hilfe.de
Bild: letzte-hilfe.de
Aachener Bischof: Alle organisierten Suizide sollten unter Strafe gestellt werden, um so zu verhindern, dass solche Angebote als normale gesellschaftliche Dienstleistungen wahrgenommen werden.


kath.net

Der Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff hat die Ablehnung jeder Form der Beihilfe zur Selbsttötung bekräftigt. Es sei zu verurteilen, dass in Deutschland zunehmend Organisationen aktiv seien, die Unterstützung bei Selbsttötungen anbieten, sagte er in der Sendung «Das Geistliche Wort», die zum Abschluss der «Woche für das Leben» am Sonntag von 8.40 Uhr bis 8.55 Uhr auf WDR 5 gesendet wird. Um zu verhindern, dass solche Angebote als normale gesellschaftliche Dienstleistungen wahrgenommen werden, sollten alle organisierten Suizide unter Strafe gestellt werden, forderte der Bischof.

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Islamistischer Terror: Polizeischutz für Kirchen

Propstei-Kirche Leipzig. Bild: propstei-leipzig.de
Propstei-Kirche Leipzig. Bild: propstei-leipzig.de
Nach den vereitelten Anschlägen von Paris machen sich auch die Sicherheitsbehörden in Deutschland Gedanken, wie sie darauf reagieren sollen. Man könne aber nicht vor jede Kirche zwei Polizisten stellen, heißt es.


Von Ute Rasche|Frankfurter Allgemeine

In Frankreich hat der Innenminister verstärkten Polizeischutz für Kirchen angeordnet. In Deutschland ist das bisher nicht der Fall. „Nach den vereitelten Anschlägen auf zwei Kirchen in Paris stehen wir aber in engem Kontakt mit den französischen Behörden“, heißt es im Bundesinnenministerium. Dabei geht es um das genaue Anschlags-Szenario und die Kontakte des mutmaßlichen Attentäters in die internationale islamistische Szene.

In Deutschland gibt es 24.200 katholische und 20.600 protestantische Kirchen. „Wir können jetzt nicht vor jede zwei Polizisten stellen“, sagt ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Innenministeriums. In dessen Zuständigkeit fällt der Kölner Dom, das zweithöchste Gotteshaus Europas. 20.000 Besucher am Tag betreten den Dom. Die Sicherheitsvorkehrungen seien „auf hohem Niveau“, sagt der Dompropst. Deutlicher will er nicht werden: „Abwehrmaßnahmen, über die man spricht, sind keine.“

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Martin Walser vermisst bei den christlichen Kirchen die Imagepflege

Martin Walser hält nicht viel von der Institution Kirche. Foto: Felix Kästle
„Mich wundert, dass die Kirchen nicht dauernd darauf aufmerksam machen, wo Europa ohne die christliche Kunst und Kultur wäre“, sagte der Schriftsteller am Freitagabend in München bei einem Podiumsgespräch mit dem Münchner Erzbischof und Vorsitzenden der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx. Die Fähigkeit, etwas schön zu finden, sei schließlich durch die christliche Kulturgeschichte massiv geprägt worden, betonte Walser.


Stuttgarter Nachrichten.de

Von der Institution Kirche hält er hingegen wenig. „Ich kann mit Kirche nichts anfangen“, sagte Walser. Ausgetreten ist der gebürtige Katholik allerdings nie, zu sehr denke er über den Glauben nach. „Wer sagt, Gott gibt es nicht, hat schon von ihm gesprochen.“ In seinem Leben habe er zahlreiche glaubensstarke Menschen erlebt, darunter einen Kaplan, der ihn in der Kindheit durch seine Schwäche und Ehrlichkeit beeindruckt habe. „Solche Menschen muss man erlebt haben. Sie sind ein Denkmal“, so Walser.

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Katrin Göring-Eckardts protestantischer Narzissmus

Bild: blogs.taz.de


Interview: Ghassan Abid|taz.blogs

taz: Wodurch unterscheidet sich der evangelische Glauben vom Islam?

Katrin Göring-Eckardt: Der Islam ist eine Religion, der Protestantismus eine christliche Konfession. Die Unterschiede sind definitiv zahlreicher als nur freier Sonntag oder freier Freitag, aber ich frage ja lieber nach Gemeinsamkeiten.

Dann fragen wir nach den Gemeinsamkeiten.

Gemeinsamkeiten lassen sich bei jeder Gelegenheit feststellen, bei der religiöse Menschen miteinander ins Gespräch kommen und über Demut, Unverfügbarkeit und übrigens auch über Freiheit miteinander sprechen. Glauben heißt, selbst nicht letzte Instanz zu sein – diese Einsicht ist religiös übergreifend.

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Die institutionelle Notgeilheit des Christentums

jesus_love_noErster „Christustag Lippe“ beschäftigte sich mit Liebe und Sexualität – „Verheiratete dürfen etwas von der Exklusivität und Treue der Liebe Gottes abbilden, Singles etwas von ihrer Weite.“


kath.net

In der Gesellschaft wird zu viel über Sex und zu wenig über Freundschaft geredet. Das sagte der Vorsitzende des Arbeitskreises für evangelikale Theologie, Prof. Christoph Raedel (Gießen), beim ersten „Christustag Lippe“ am 18. April in Kalletal (bei Lemgo). Die Veranstaltung mit rund 150 Besuchern stand unter dem Thema „Freude an den guten Gaben Gottes: Liebe und Sexualität in Ehe, Familie und Singlesein“. Das Neue Testament betont laut Raedel die Bedeutung und Unauflöslichkeit der „monogamen heterosexuellen Ehe“ und stelle ihr das „in Freundschaftsbeziehungen eingebundene Singlesein“ zur Seite, wie es auch Jesus und Paulus gelebt hätten. Er ermutigte, Freundschaften zu leben, weil hinter der Sehnsucht nach sexuellen Kontakten häufig der Wunsch nach engen vertrauensvollen Beziehungen stehe. Laut Raedel sind Alleinlebende keine Christen zweiter Klasse: „Verheiratete dürfen etwas von der Exklusivität und Treue der Liebe Gottes abbilden, Singles etwas von ihrer Weite.“

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Bischof befürwortet Nachdruck islamkritischer Karikaturen

charlie_hebdo_2Der evangelische Landesbischof Ralf Meister aus Hannover hält es im Rückblick für richtig, dass ein Teil der deutschen Zeitungen die islamkritischen Karikaturen der französischen Satire-Zeitschrift „Charlie Hebdo“ nachgedruckt hat.


evangelisch.de

„Dass eine Gesellschaft, in der die Freiheitsrechte so tief verwurzelt sind, als Reaktion ein Zeichen setzt, finde ich richtig“, sagte er am Samstag in Hannover. Auch der niedersächsische Landesvorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbandes, Frank Rieger, befürwortete den Nachdruck der Zeichnungen.

Beide sprachen bei einer Diskussion des Verbandes zum Thema „Was darf Satire?“. Beim Terroranschlag auf die Redaktion von „Charlie Hebdo“ waren im Januar in Paris zwölf Menschen durch islamistische Attentäter ermordet worden.

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“Die schweigende Mehrheit schweigt immer noch”

Bild: Islamiq.de
Das neu gegründete “Muslimische Forum” wirbt damit “humanistisch” und “liberal” zu sein, gleichzeitig wird die Plattform von der Konrad-Adenauer-Stiftung unterstützt. Wir haben mit dem Journalisten Eren Güvercin über das Forum und über die sogenannte “schweigende Mehrheit” gesprochen.


IslamiQ

IslamiQ: Wie bewerten Sie den Umstand, dass das “Muslimische Forum”, welches die Mehrheit der Muslime vertreten möchte, von der der Konrad-Adenauer-Stiftung unterstützt wird?

Eren Güvercin: Dass sich eine Gruppe von Muslimen zusammen tut und ein Muslimisches Forum Deutschland gründet, ist grundsätzlich eine gute Sache. Wenn man sich allerdings die Gründungserklärung genau durchliest, wird man schon stutzig. Sich selber schmückt man sich mit Labels wie “humanistisch”, “liberal” etc., und erweckt bewusst den Eindruck, als ob die etablierten muslimischen Gemeinschaften genau das Gegenteil seien. Das ist schon eine Dreistigkeit.

Dass eine renommierte Stiftung wie die Konrad-Adenauer-Stiftung solch eine Initiative mit dieser Gründungserklärung unterstützt, ist der eigentliche Skandal. Schon der Liberal-Islamische-Bund hatte diese aggressive Rhetorik gegen die “konservativen” Muslime gefahren. Das ist nichts Neues. Die neue Qualität bei diesem Forum ist, dass hier ein politischer Akteur sich einen Ansprechpartner für die so genannte “schweigende Mehrheit” selbst backt. Diese Sprecher der “schweigenden Mehrheit” kann mit einer “Partei der Nichtwähler” vergleichen, die zwar keine Wähler hat, aber für sich beansprucht für die 40% der Bevölerkung zu sprechen, die nicht zur Wahl geht.

Einerseits kritisiert man leidenschaftlich die Auslandsfinanzierung, betreibt aber selber eine Inlandsfinanzierung, die eine ideologisch-politische Einflussnahme in die Belange der muslimischen Community zum Ziel hat.

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Religionskritik: Dröhnendes Schweigen

Screenshot: foxnews.com
Früher war Religionskritik die vornehmste aller marxistischen Tugenden. Doch zum Glaubensterror des islamischen Fundamentalismus hat die westliche Linke nichts zu sagen.


Von Volker Weiß|ZEIT ONLINE

Im November 2014 wagte der amerikanische Filmemacher Ami Horowitz ein Experiment. Eine IS-Fahne schwingend, stellte er sich auf den Campus in Berkeley, dem Initiationsort der US-Linken. Dazu rief er, der IS wolle den Frieden und verteidige sich nur gegen die Aggression des Westens. Von den Studenten kamen freundliches Winken und Zuspruch: „Thumbs up!“ Nur einmal wurde Kritik laut – die Bitte, auf dem Campus nicht zu rauchen. Kurz darauf wiederholte er den Versuch mit einer israelischen Flagge, die Parolen entsprechend angepasst: Israel wolle den Frieden und verteidige sich nur gegen Angriffe. Er erntete beeindruckende Aggressionen.

Sicher, Horowitz ist ein profilierter Polemiker, seine Arbeiten laufen auf dem Neocon-Sender Fox News. Als künstlerisches Vorbild hat er sich Michael Moore gewählt, was ihn nicht gerade zur Objektivität verpflichtet. Er wird das Material für seine Zwecke geschnitten haben, dennoch bleiben die Reaktionen der Studenten authentisch. Schlimmer noch: Sie waren zu erwarten.

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Der Marshmellow-Test: Die Vermessung der Willenskraft

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Walter Mischel Der Marshmallow-Test Aus dem Englischen von Thorsten Schmidt Verlag: Siedler, München 2015 ISBN: 9783827500434 24,99 €
Walter Mischel ist ein Urgestein der wissenschaftlichen Psychologie. 1930 in Wien geboren, floh er als 8-Jähriger mit seiner Familie vor den Nazis und fing in den USA ein neues Leben an. Es sollte ein erfolgreiches werden, obwohl Mischel von sich selbst sagt, er sei nicht gerade der disziplinierteste Geist.


Von Steve Ayan|Spektrum.de

Nach Studium und Promotion in klinischer Psychologie wirkte er ab den 1960er Jahren vor allem an der Stanford University in Kalifornien sowie später an der Columbia University in New York. In seiner langen Laufbahn gab er der Entwicklungs- und Persönlichkeitspsychologie viele Anstöße. Der Nachwelt in Erinnerung bleiben dürfte er aber vor allem für jene Studienserie, die als das „Marshmallow-Experiment“ berühmt wurde.

Verlockung des Köstlichen

In einem eigens eingerichteten „Überraschungszimmer“ an der Universität in Stanford stellten Mischel und sein Team Kinder verschiedenen Alters vor die Wahl: Entweder die Kleinen nahmen eine Süßigkeit, die vor ihrer Nase platziert war, sofort an, oder sie warteten auf die Rückkehr des Versuchsleiters, der den Raum verlassen hatte, um bei dessen Wiederankunft die doppelte Ration zu erhalten. Die Kinder standen vor der Wahl: lieber ein Marshmallow sofort oder zwei später? Dieser simple Test sollte die Fähigkeit zum Belohnungsaufschub prüfen – eines, wie man glaubte, festen Indikators für die Willensstärke. Wie der weitere Lebensweg der Kinder offenbarte, erzielten jene, die der Versuchung leichter widerstanden hatten, später im Schnitt bessere Schulnoten und Bildungsabschlüsse, waren kompetenter im sozialen Umgang und bewältigten Stress eher.

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Soziale Konstruktion: Die Gendertheorie ist ein kollektiver Irrtum

Menschen sind eindeutig einem der beiden Geschlechter zuordenbar picture alliance
Die Gendertheorie geht davon aus, dass Geschlechter keine natürliche Arten, sondern soziale Konstruktionen sind. Doch Geschlechter sind ebenso wenig eine soziale Konstruktion wie die Methode ihrer Bestimmung, auch wenn diese wissenschaftshistorisch gewachsen ist.


Von Alexander Grau|Cicero

Die Theorie von der sozialen Konstruktion ist eine der erfolgreichsten Denkansätze des letzten Jahrhunderts. Und einer der folgenreichsten. Denn es gibt kaum etwas, was nicht in dem Verdacht steht (oder gestellt wurde), eine soziale Konstruktion zu sein: Krankheit, Behinderung, Autorenschaft, Quarks, Homosexualität, die Realität an sich.

Der populärste und wirkungsmächtigste Bereich des sozialen Konstruktivismus ist allerdings das Geschlecht. Stichwort: Gendertheorie. Die geht davon aus, dass Geschlechter keine natürlichen Arten sind, sondern soziale Konstruktionen.

Doch lassen wir den Daueraufreger Gendertheorie zunächst beiseite und widmen uns der Theorie dahinter: Dass die Welt um uns herum entweder gar nicht oder ganz anders ist, als wir sie wahrnehmen, hat der eine oder andere Philosoph schon immer vermutet. Allerdings gingen diese Skeptiker (oder auch Antirealisten) stets davon aus, dass die Ursache für die fehlerhafte Weltwahrnehmung in unseren Sinnen liegt, unserer Vernunft oder unserem Denkvermögen – wir würden heute von Kognition sprechen.

Dieser kognitive Konstruktivismus geht von der Erkenntnisleistung des Einzelnen aus. Kollektivirrtümer – etwa, dass die Welt aus einzelnen Dingen besteht – sind aus dieser Sicht das Produkt fehlerhafter individueller Erkenntnisvermögen.

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Ausländer sind wirklich faul – hier ist der Beweis

Griechen sind faul. Aber nicht nur die. Auch die ganzen Einwanderer, die in Strömen nach Deutschland kommen, sind faul. Wollen Kohle von uns fürs Nichtstun. Ganz im Gegensatz zu uns vorbildlichen Deutschen. Soweit die gängige Propaganda.


Von Jan David Sutthoff|The Huffington Post

Und die trifft völlig zu – wie uns die folgende Statistik zeigt.

Keiner ist so fleißig wie die Deutschen. An uns sollten sich die faulen Ausländer ein Beispiel nehmen.

Bild:HuffPo

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Erdoğan zur Armenier-Debatte: Deutschland soll den Mund halten

erdogan-sultanDer türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat auf die Völkermord-Vorwürfe aus Deutschland und Frankreich reagiert. Beide Länder hätten angesichts ihrer eigenen Vergangenheiten nicht das Recht, Urteile zu fällen. Deutschland sei das letzte Land, welches sich eine Meinung erlauben dürfe. Im Übrigen solle Frankreich aus seinen Ex-Kolonien verschwinden.


Deutsch Türkische Nachrichten

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat sich am Samstag in Istanbul auf einer Veranstaltung des türkischen Unternehmer-Vereins MÜSIAD zur Reaktion Deutschlands zum armenischen „Völkermord“ geäußert. Die Zeitung Takvim zitiert Erdoğan:

„Während wir Friedensbotschaften in die Welt entsenden, gibt es einige Länder wie Russland, Deutschland und Frankreich, die die armenischen Unwahrheiten unterstützen und uns kritisieren. Was vor 100 Jahren passiert ist, ist eine gegenseitige schmerzvolle Erfahrung.

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Erzapostel Heße: Zölibat bietet Freiraum für geistliches Leben

Bild: youtube
Hamburger Erzbischof: «Der Zölibat ist nicht so schlecht, wie er gemacht wird. Ich habe mich aktiv dafür entschieden». Er selbst nutze die Zeit für Gebete, Gottesdienste und andere Kraftquellen wie das Lesen in der Bibel oder in theologischen Bücher


kath.net

Der Hamburger katholische Erzbischof Stefan Heße hat den Zölibat verteidigt. Die ehelose Lebensform biete Priestern einen Freiraum für geistliches Leben, sagte er in einem Interview mit NDR Info. Er selbst nutze die Zeit für Gebete, Gottesdienste und andere Kraftquellen wie das Lesen in der Bibel oder in theologischen Büchern. Mit einer Familie sei es wahrscheinlich schwierig, diese «persönliche Christusbeziehung» zu leben.

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