Flüchtlingsdebatte: Notwendigkeit einer ethisch-humanistischen Wahrnehmung


Flüchtlinge kommen in überfüllten Booten nach Europa © by Noborder Network auf Flickr (CC BY 2.0), bearbeitet islamiQ
Nach der jüngsten Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer stellt sich erneut die Frage, wie man solidarisch mit Flüchtlingen umgehen kann. Dr. Milena Rampoldi beleuchtet den Zusammenhang zwischen der Islam- und Flüchtlingsfeindlichkeit und stellt Handlungswege vor.


Von Dr. Milena Rampoldi|IslamiQ

Flüchtlingsproblem im Mittelmeer: das ist die Frage, auf die Politikerinnen und Politiker mit den sogenannten “Maßnahmenpaketen” nach Lösungen suchen. Tausende verzweifelter Menschen versuchen Tag für Tag über das Mittelmeer Europa, vor allem Italien, zu erreichen. Für Hunderte von ihnen endet der Traum eines besseren Lebens im Massengrab Mittelmeer. Nach der jüngsten Katastrophe vor Lampedusa fragen wir uns, wie es dazu kommen konnte. Die libysche Schleusermafia nimmt die verzweifelten Menschen aus. Die italienische Küstenwache kann sie nicht alle retten. Italien fordert Hilfe von den europäischen Nachbarn. Dabei vergisst man, dass der Ansatz völlig falsch ist, weil die Bezeichnung des Problems semantisch schon nicht auf das fokussiert, worum es dabei wirklich geht, und zwar um Mit-Menschen.

Ich finde, wir sollten das Thema anders benennen und nicht mehr von einem “Flüchtlingsproblem” für uns Europäer – die ehemaligen Kolonisatoren des gesamten afrikanischen Kontinenten und des Nahen Ostens – im Mittelmeer sprechen, sondern wohl eher von der Flucht Tausender verzweifelter Mitmenschen aus den ärmsten Ländern der Welt, aus ihrer Heimat hin zu einem Traum eines besseren Lebens in der Ferne. Durch korrekte Information und Bewusstseinsbildung über die Bedingungen dieser Länder, wie Bürgerkrieg, Armut, Unterernährung, Diktatur, Sklaverei, Krankheiten, Wassermangel, Perspektivenlosigkeit ist schon mal ein erster Schritt in die richtige Richtung geschafft.

weiterlesen