Biosiegel: Kontrolle ist besser


Gewachsen, wie sie wollten: Bio-Möhren auf einem Wochenmarkt in Frankreich Foto: Greenpeace
Der „kontrolliert biologische Anbau“ soll bald doppelt überprüft werden: Eine neue „Europäische Bio-Agentur“ könnte Betrug in der Ökobranche einen Riegel vorschieben und Bio-Siegeln ihre Glaubwürdigkeit zurückgeben.


greenpeace magazin

Tausende Hühner liegen dicht an dicht in einem Stall ohne Tageslicht, behandelt mit Antibiotika, gemästet mit Soja – nach etwa einem Monat ist ihr Leben zuende. Dass so die konventionelle Tierhaltung aussieht, ist bekannt. Viele Verbraucher entscheiden sich deshalb für Fleisch mit Bio-Siegel. Doch Betrugsskandale in jüngster Vergangenheit haben gezeigt: Die Ökolandwirtschaft ist vor schwarzen Schafen nicht gefeit.

Damit die Bio-Siegel halten, was sie versprechen, soll es nach den Wünschen des EU-Parlaments bald eine „Europäische Bio-Agentur“ geben. Das geht nach Informationen der taz aus dem Entwurf einer neuen Öko-Verordnung hervor, den der Grünen-Abgeordnete Martin Häusling als „Berichterstatter“ im Auftrag aller Fraktionen des EU-Parlaments geschrieben hat. Häuslings 350 Änderungsanträge zu den Reformvorschlägen der EU-Kommission lagen der taz exklusiv vor. Die EU-Bio-Agentur solle Verbraucher vor Betrug schützen. Besonders wichtig sei es, die „Informationen und Aktivitäten [zu] koordinieren, von denen mehr als ein Mitgliedsstaat und/oder Drittländer betroffen sind“, heißt es demnach in Häuslings Papieren. Durch ständiges Nachfragen, Datenaustausch und Mängelberichte solle die Agentur dafür sorgen, die Gesetze effizienter durchzusetzen und Betrüger abzuschrecken.

weiterlesen