Verfolgte Homosexuelle – institutionelles Gedenken zum Kirchentag


Bild: bpb.de
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Der Kirchentag in Stuttgart beginnt mit einem Gedenken an verfolgte Homosexuelle. evangelisch.de-Redakteur Markus Bechtold findet das ein wichtiges Zeichen in einer Zeit, in der erneut von „Schwulenheilung“ gesprochen wird und die schulische Vermittlung sexueller Vielfalt in Baden-Württemberg weiter Menschen auf die Straße treibt.


Von Markus Bechthold|evangelisch.de

Manchmal ereignen sich Dinge im Leben, die man nicht für möglich gehalten hätte. Vor 21 Jahren, als ich mein Coming-out hatte, hätte ich nicht gedacht, dass der Deutsche Evangelische Kirchentag einmal mit einer Gedenkveranstaltung für Homosexuelle beginnen würde. Gleichgeschlechtliche Liebe und Kirche waren für Viele lange Zeit ein Widerspruch. Lesben und Schwule wandten sich damals von ihrer Kirche ab, weil sie ausgeschlossen wurden oder sich zumindest nicht willkommen fühlten. Heute erzählen mir immer mehr Homosexuelle, dass es ihnen wichtig ist, auch als Christen wahrgenommen zu werden. Sie sind Menschen, die sich trotz mancher Verletzungen wieder mit der Kirche verbunden fühlen und christliche Gemeinschaft gestalten und leben wollen. Im allerbesten Falle sind es aber Menschen, die aufgrund ihres jungen Alters das Gefühl von seelischer Verletzung und Ausgrenzung in ihrer Gemeinde nicht erlebt haben.

Alle Farben des Regenbogens spiegeln sich im Auftakt des Deutschen Evangelischen Kirchentags 2015 in Stuttgart. „Ausgegrenzt und totgeschwiegen – Verfolgung von gleichgeschlechtlich Liebenden“ ist das Thema der 90minütigen Podiumsveranstaltung auf dem Karlsplatz um 14 Uhr. Vereinzelt gab es Proteste. Nicht, weil den Betroffenen das Thema nicht passen würde, sondern weil sie es bedauern, dass die Veranstaltung bereits wenige Stunden vor offiziellem Beginn des Kirchentags läuft. Da sitzen viele noch im Zug nach Stuttgart und können, obwohl sie gern würden, nicht teilnehmen.

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