2.400 Dollar für ein getötetes afghanisches Kind


Drohnen-Teppich
Drohnen-Teppich
Es ist kein Geheimnis, dass Drohnenangriffe Unschuldige töten, zu Hunderten. Manche Schätzungen gehen in die Tausende. Die US-Regierung hütet sich davor, die Zahlen, die von kritischen Organisationen beigesteuert werden, mit einer irgendwie belastbaren Äußerung zu füttern. Sie ist darauf bedacht, die Linie zu halten, wonach die Drohnenoperationen mit chirurgischer Präzision ausgeführt werden und lediglich feindliche Kämpfer treffen. Normalerweise. Vergangene Woche wich Präsident Obama von dieser Linie ab.


Von Thomas Pany|TELEPOLIS

Er räumte zum Erstaunen, zumindesten der politischen Klasse in Washington, ganz offiziell Fehler bei einem Drohnenangriff ein, bei dem ein Amerikaner, Warren Weinstein, und ein Italiener, Giovani Lo Porto, ums Leben kamen. In seiner Rede erklärte Obama, dass der Kommandostab davon ausging, dass sich nur al-Qaida-Führer, nicht aber die beiden al-Qaida-Geiseln Weinstein und Lo Porto, in dem Gebäude befanden, das von der Drohne beschossen wurde.

Der US-Präsident entschuldigte sich bei den Angehörigen. Er sprach von der „grausamen und bitteren Wahrheit, dass im fog of war und speziell in unserem Kampf gegen Terroristen Fehler, manchmal tödliche Fehler unterlaufen können“. Was dem durchschnittlichen Leser als nicht weiter beachtliches Eingeständnis erscheinen mag, wurde von Medienkommentaren als außergewöhnlich herausgestellt, als Premiere. Obama habe im speziellen Fall die Verantwortung übernommen und darüber hinaus in seiner Rede ganz offiziell eingeräumt, dass Fehler bei Drohnenangriffen eben nicht nur in diesem speziellen Fall passieren.

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