Das Ende naht – wieder einmal


Bild: Wikimedia Commons/MacVT (CC-BY-SA 3.0)
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Schriftsteller und Philosophen erklären den aufgeklärten Westen zum Auslaufmodell. Das taten sie schon vor gut 100 Jahren – mit katastrophalen Folgen. Das muss sich nicht wiederholen. Eine Spurensuche.


Von Beat Metzler|Der Bund

Die Mikrowelle hatte eine neue Macke entwickelt, sodass ich meine Fertigmenüs in der Pfanne erwärmen musste.
(Michel Houellebecq, «Unterwerfung»)

Unbehagen, Missmut, Weltekel: Solche Empfindungen plagen gerade viele westliche Intellektuelle. Oft führen die Denker ihre schlechte Stimmung auf eine ähnliche Gegenwartsdiagnose zurück: Der Westen verendet an der eigenen Beliebigkeit. Spätkapitalistische Gesellschaften bringen vereinsamte, schlaffe Menschen hervor, die sich so lange in den Mühlen des Konsums drehen, bis ihnen nur noch schwindelt.

Prominenter Vertreter dieser These ist Michel Houellebecq. In seinem neuen Roman «Unterwerfung» zwängt sich ein Literaturwissenschaftler in das Überzeugungskorsett der Religion. Dieses stützt sein Leben mit Sicherheit, Sinn, Geborgenheit. All das fehlte in seinem früheren Alltag, der aus Fertiggerichten, Bordellbesuchen, einsamen Urlauben und Fernsehschauen bestand.

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