Das war richtig


todesspritze

Der Psychiater Manfred Lütz schrieb, warum eine so einseitige Darstellung niemals hätte erscheinen dürfen. Der Jurist Heinrich Schmitz begutachtet den Fall und kommt zu anderen Ergebnissen


Von Heinrich Schmitz|Christ & Welt

Ein irritierender Text. Die ausführliche Schilderung der Tötung einer Frau durch Ehemann und Tochter. Geschildert von der Tochter. Harter Stoff. Schonungslos, drastisch, schwer zu verkraften. Der Psychiater, Bestsellerautor und Theologe Manfred Lütz ist der Meinung, es sei falsch, den Text zu veröffentlichen (»Das war falsch«, Christ&Welt Nr. 14 vom 1. April 2015, Seite 2). Weil er nicht zu einer nachdenklichen Diskussion anrege, sondern diese verhindere. Das Gegenteil ist der Fall. Das war richtig. Die Diskussion läuft.

»Das ist ein eiskalter Mord«, schrieb AfD-Frontfrau Beatrix von Storch, die es als Juristin besser wissen müsste. Ins gleiche Horn stießen PI-News mit »Christ und Welt propagiert Mord als christliche Sterbehilfe«. Doppelter Unfug. Durch die Veröffentlichung wurde nichts propagiert, und die Tat ist zwar eine strafbare Handlung, aber kein Mord.

Treffen die Angaben der Tochter zu, hatte die Mutter vor der Tat mehrfach eindringlich gebeten, sie zu töten. In diesem Fall handelt es sich nicht mal um ein Verbrechen, sondern um ein Vergehen: Tötung auf Verlangen.

»Das ist ein eiskalter Mord«, schrieb AfD-Frontfrau Beatrix von Storch, die es als Juristin besser wissen müsste. Ins gleiche Horn stießen PI-News mit »Christ und Welt propagiert Mord als christliche Sterbehilfe«. Doppelter Unfug. Durch die Veröffentlichung wurde nichts propagiert, und die Tat ist zwar eine strafbare Handlung, aber kein Mord.

Treffen die Angaben der Tochter zu, hatte die Mutter vor der Tat mehrfach eindringlich gebeten, sie zu töten. In diesem Fall handelt es sich nicht mal um ein Verbrechen, sondern um ein Vergehen: Tötung auf Verlangen.

Die ist in Paragraf 216 des Strafgesetzbuches (StGB) wie folgt geregelt: »(1) Ist jemand durch das ausdrückliche und ernstliche Verlangen des Getöteten zur Tötung bestimmt worden, so ist auf Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren zu erkennen. (2) Der Versuch ist strafbar.«

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